{"id":14682,"date":"2022-09-11T14:36:50","date_gmt":"2022-09-11T11:36:50","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/steigende-inflation-die-frau-hinter-ichbinarmutsbetroffen\/"},"modified":"2022-09-11T14:36:50","modified_gmt":"2022-09-11T11:36:50","slug":"steigende-inflation-die-frau-hinter-ichbinarmutsbetroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/steigende-inflation-die-frau-hinter-ichbinarmutsbetroffen\/","title":{"rendered":"Steigende Inflation: Die Frau hinter #ichbinarmutsbetroffen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">13,8 Millionen Menschen gelten als armutsgef\u00e4hrdet, f\u00fcr sie geht es in der Krise um die Existenz. Anni W. hat ihnen mit einem Hashtag auf Twitter eine Stimme gegeben. Doch nicht nur sie bezweifelt, dass sie geh\u00f6rt wird.  <\/p>\n<p>Fast auf den Tag genau drei Monate nachdem sie den Tweet in ihr Handy getippt hat, an einem Donnerstag im August, hat Anni W., die Frau, deren Namen inzwischen sogar der Kanzler schon einmal geh\u00f6rt hat, noch 60 Euro auf ihrem Konto.<\/p>\n<p>Das muss reichen. F\u00fcr 14 Tage, an denen sie und ihr Sohn essen m\u00fcssen, sich kleiden, sich fortbewegen und Rechnungen bezahlen. Sie steht in ihrer K\u00fcche und br\u00e4t 400 Gramm abgelaufenes H\u00e4hnchenfleisch, \u00bbInnenfilets aus der Brust geschnitten\u00ab. Mindesthaltbarkeit: 1. Februar 2022. So steht es auf der Packung. Daneben ein gro\u00dfer neonfarbener Aufkleber: \u00bb\u201330\u2009%\u00ab.<\/p>\n<p>In der \u00bbTagesschau\u00ab am Mittag hat der Sprecher verk\u00fcndet, dass die Inflation im Euroraum auf einem Rekordhoch sei, bei 8,9 Prozent im Juli, und insbesondere in Deutschland noch weiter steigen werde, bis in den zweistelligen Bereich. Anni W. schiebt das aufgetaute Fleisch in der Pfanne hin und her und sagt, sie kaufe Fleisch nur noch kurz vor Verfallsdatum und friere es dann ein. \u00bbAnders kann ich es mir gar nicht mehr leisten.\u00ab<\/p>\n<p>Anni W. lebt in Nordrhein-Westfalen, in Voerde, einer kleinen Stadt am Niederrhein, in einer \u00bbSchimmelwohnung\u00ab, wie sie sagt. Drei Zimmer auf 67 Quadratmetern. An der Zimmerdecke, \u00fcber dem Bett ihres Sohnes Benjamin*, breitet sich ein nasser Fleck aus wie Aquarellfarbe auf einem Blatt Papier. Ihre zw\u00f6lfj\u00e4hrige Tochter lebt seit sechs Monaten bei ihrem Vater. \u00bbAll You Need Is Love\u00ab, steht auf einer Leinwand \u00fcber der K\u00fcchent\u00fcr; es klingt wie eine trotzige Behauptung.<\/p>\n<p>Ein erstes Treffen hat sie abgesagt. Sie schrieb eine SMS: \u00bbEs ist mir alles zu viel gerade.\u00ab<\/p>\n<p>Wenn man dann ein paar Wochen sp\u00e4ter doch bei ihr im Wohnzimmer sitzt, sp\u00fcrt man: Da ist eine gro\u00dfe Entschlossenheit. Gleichzeitig auch Ersch\u00f6pfung. Sie redet mal laut und bestimmt, dann wieder geht sie auf den Balkon und braucht eine Pause.<\/p>\n<p>Seit der Sache mit dem Hashtag vergeht kaum ein Tag, an dem sich Anni W. nicht \u00f6ffentlich mit ihrer Armut auseinandersetzt. Sie twittert t\u00e4glich dar\u00fcber, sie sa\u00df in Talkrunden mit Experten, stand auf Demos, wurde mit ihrem Hashtag #IchBinArmutsbetroffen von ihrem Sofa in NRW aus unverhofft zur Begr\u00fcnderin einer Bewegung von Menschen, die sich das Leben in Deutschland kaum noch leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und das sind viele: 13,8 Millionen Menschen in diesem Land gelten laut einem Bericht des Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverbandes als armutsgef\u00e4hrdet, jedes f\u00fcnfte Kind.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Bundesfinanzminister von \u00bbGratismentalit\u00e4t\u00ab spricht, schreiben unter Anni W.s Hashtag Arbeitslose, Geringverdienerinnen, Studenten, Rentnerinnen dar\u00fcber, wie es ist, wenn man nicht mehr wei\u00df, wie man seinen K\u00fchlschrank f\u00fcllen soll. Wie geht es ihnen im Inflationssommer 2022?<\/p>\n<p>In der Ferne, hinter ihrer Stra\u00dfe, erkennt man das alte Steinkohlekraftwerk der Stadt, einen K\u00fchlturm, drei Schornsteine, lange stillgelegt, so wie Anni W.s Arbeitsleben. Nicht weil sie es so will. Anni W. sagt, sie w\u00fcrde gern wieder arbeiten, bei der Post beispielsweise. Aber Anni W. ist krank, sie leidet an Arthrose in der Lendenwirbels\u00e4ule und seit vielen Jahren unter Depressionen.<\/p>\n<p>Es gibt Tage, sagt sie, an denen k\u00f6nne sie nichts tun, auch nicht einkaufen oder kochen. Dann reicht es nur noch f\u00fcr Konserven oder Tiefk\u00fchlpizzen. \u00bbGehen Sie doch mal spazieren, an die frische Luft\u00ab, habe ihr ein Sachbearbeiter im Jobcenter gesagt, \u00bbdann wird das schon.\u00ab Aber es wurde nicht. Und nun steht sie hier in ihrer K\u00fcche, und die steigende Inflation schiebt sie mit jedem Prozent weiter an den Rand.<\/p>\n<p>\u00bbDas macht was mit einem\u00ab, sagt Anni W., \u00bbdieser st\u00e4ndige Mangel, dieses Bewusstsein, dass es nicht reichen wird \u2013 das macht einen krank.\u00ab<\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen kam ihr zehnj\u00e4hriger Sohn in die f\u00fcnfte Klasse, ein h\u00f6flicher Junge mit einem schr\u00e4g fallenden Pony in der Stirn. Als vor zwei Jahren ihre Tochter auf die weiterf\u00fchrende Schule gekommen sei, habe sie noch ein T\u00fctchen f\u00fcr sie machen k\u00f6nnen, mit ein paar Schulsachen, S\u00fc\u00dfigkeiten. \u00bbDas war f\u00fcr Benjamin jetzt nicht mehr drin.\u00ab<\/p>\n<p>Sie sagt: \u00bbEs nutzt nichts, wenn die Po\u00adli\u00adti\u00adker jetzt immer sagen, man soll sich einschr\u00e4nken. Ich kann mich nicht mehr einschr\u00e4nken \u2013 weil alles so auf Kante ist.\u00ab Sie macht eine Pause. \u00bbNee\u00ab, sagt sie dann, \u00bbes ist l\u00e4ngst unter Kante.\u00ab<\/p>\n<p>Die Wut kam im Mai, so erz\u00e4hlt es Anni W. Die Butter kostete auf einmal 43 Prozent mehr als vor einem Jahr, Gefl\u00fcgelfleisch 23,8 Prozent, Diesel 52 Prozent.<\/p>\n<p>Im April war Anni W.s Zeit bei der Tafel abgelaufen: Damit jeder der vielen Bed\u00fcrftigen drankommt, arbeitet die Tafel in Voerde mit einem Wechselmodell. Anni W. war bis April dran, f\u00fcr ein halbes Jahr, in dem sie sich einmal in der Woche an einem Bauwagen anstellen konnte, f\u00fcr Obst, Gem\u00fcse. Das fiel nun auch noch weg. Und dann las sie diesen Artikel in einem Magazin, in dem \u00fcber Hartz-IV-Empf\u00e4nger berichtet wurde, und der Tenor war: Wer von Hartz IV nicht leben k\u00f6nne, k\u00f6nne nicht mit Geld umgehen.<\/p>\n<p>\u00bbIch war so w\u00fctend\u00ab, sagt sie. \u00bbWir sind keine H\u00e4ngemattenlieger. Wir sind nicht schuld daran, dass wir armutsbetroffen sind. Ein Gro\u00dfteil von uns ist krank.\u00ab Sie sagt \u00bbarmutsbetroffen\u00ab, nicht arm, weil es w\u00fcrdevoller klingt. \u00bbIch bin auch nicht sozial schwach\u00ab, sagt sie, \u00bbsondern nur finanziell.\u00ab<\/p>\n<p>Im K\u00fcchenschrank steckt in Klarsichtfolie Anni W.s ALG-II-Bescheid, \u00bbBewilligung von Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts\u00ab steht darauf, vier Seiten auf Recyclingpapier. Das Kindergeld und der Unterhalt von Benjamins Vater werden angerechnet, dadurch haben die beiden also nicht mehr Geld. Nach Abzug aller Fixkosten bleiben zum Leben 480 Euro.<\/p>\n<p>Es gibt ein Tortendiagramm, das das Leben von Hartz-IV-Empf\u00e4ngerinnen wie Anni W. in bunte dreieckige St\u00fccke unterteilt, in das also, was einer Alleinstehenden laut Staat zusteht. 37,26 Euro f\u00fcr Bekleidung und Schuhe; 17,14 Euro f\u00fcr Gesundheitspflege; 155,82 Euro f\u00fcr Lebensmittel, Getr\u00e4nke, Tabak. Das sind 5,19 Euro pro Tag und Person \u2013 f\u00fcr Fr\u00fchst\u00fcck, Mittag, Abendessen und Getr\u00e4nke. Wie soll das gehen, wenn die Butter fast drei Euro kostet? Es klingt wie eine Utopie.<\/p>\n<p>Anni W. erz\u00e4hlt, wie sie an jenem Vormittag im Mai auf ihrem Sofa gesessen und einen langen Thread in ihr Twitter-Profil getippt habe. Sie schrieb: \u00bbIch bin NICHT unsozial, faul, dumm oder kann nicht mit Geld umgehen\u2026 Ich bin ein Mensch. Keine Zahl, kein Klischee.\u00ab<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter f\u00fcgte sie noch ein Foto von sich hinzu, eine Frau mit Brille und einem vorsichtigen L\u00e4cheln, dazu stellte sie einen Aufruf: \u00bb#IchBinArmutsbetroffen. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn ihr mitmacht. Lasst uns zeigen, wer wir sind.\u00ab<\/p>\n<p>Am Abend diskutierte bei Maybrit Illner Christian Lindner zum Thema \u00bbKrieg, Corona, Inflation \u2013 eine Krise zu viel?\u00ab, und bei Anni W. in Voerde rauschten ohne Ende Benachrichtigungen rein. Erst waren es Dutzende, dann Hunderte, bald wurden es mehrere Tausend, die ihrem Aufruf folgten.<\/p>\n<p>Da schrieb eine Rentnerin, dass sie unter Schmerzen ihren Rollator zur Tafel schiebe, zwei Kilometer, jeden Donnerstag, nach 32 Jahren Arbeit.<\/p>\n<p>Da schrieb eine Frau ohne Schilddr\u00fcse, dass sie sich Tabletten, die ihr h\u00e4lfen, nicht mehr kaufen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Da schrieb ein Hartz-IV-Empf\u00e4nger, dass er seit anderthalb Jahren mit einem abgelaufenen Personalausweis rumlaufe, weil er sich die 37 Euro Geb\u00fchr nicht leisten k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Warum sind diese Menschen nicht viel fr\u00fcher laut geworden? Und wie sozial ist der Sozialstaat wirklich?<\/p>\n<p>\u00bbEine Sorge weniger\u00ab            , eine Initiative, die unb\u00fcrokratische Hilfe f\u00fcr Arme anbietet, pushte den Hashtag weiter. Kurz darauf landete #IchBinArmutsbetroffen im Deutschen Bundestag.<\/p>\n<p>Janine Wissler, Vorsitzende der Linkspartei, die Anni W. \u00bbleider unw\u00e4hlbar\u00ab findet, stellte sich hinters Podium und las einige der Tweets vor. Wenig sp\u00e4ter wurde Anni W. f\u00fcr einen kleinen Film interviewt, der im \u00bbSommerinterview\u00ab  von Olaf Scholz gezeigt wurde \u2013 neben einer Rentnerin aus Th\u00fcringen und einem Facharbeiter aus Berlin.<\/p>\n<p>\u00bbSehr geehrter Herr Scholz\u00ab, sagte sie in die Kamera, \u00bbich erwarte von Ihnen und der Bundesregierung, dass Sie die 13,8 Millionen armutsbetroffenen Menschen in Deutschland endlich sehen.\u00ab<\/p>\n<p>Es war ein gro\u00dfer Moment. Sie sei nie ein politischer Mensch gewesen, sagt Anni W. Die richtige Partei f\u00fcr sich habe sie bis heute nicht gefunden. Und auf einmal ist sie im Fernsehen, und der Bundeskanzler h\u00f6rt ihr zu.<\/p>\n<p>Zwei Monate ist das jetzt her. Und die Wut? Ist immer noch da, sagt Anni W.<\/p>\n<p>Inzwischen hat sie \u00bbEntlastungsgeld\u00ab bekommen: einmalig 200 Euro plus 100 Euro Kinderbonus. \u00bbWeg\u00ab, sagt Anni W., wie Nieselregen, der auf trockenen Boden f\u00e4llt.<\/p>\n<p>\u00bbMitte Juli hatte ich nichts mehr\u00ab, sagt sie. \u00bbNudeln, passierte Tomaten, das war\u2019s.\u00ab Von dem Entlastungsgeld habe sie dann Vorr\u00e4te gekauft, Angebote, die sie \u00fcber die n\u00e4chsten Wochen retten sollen. Sie stehen in der K\u00fcche im Vorratsschrank wie eine Lebensversicherung in Dosen: Chilibohnen, fein gehackte Tomaten, Uncle-Ben\u2019s-So\u00dfe im Sonderangebot. Mit dem Rest habe sie ihrem Sohn ein paar Tage Sommerferien erm\u00f6glicht. Sie gingen ein paarmal ins Freibad, einmal seien sie an die Nordsee gefahren, erz\u00e4hlt Anni W., und sie kaufte Benjamin auch noch ein zweites Glas Sprite im Caf\u00e9.<\/p>\n<p>Ein typischer Tag beginnt bei Anni W. mit dem Gedanken an ihre Armut. Es ist Freitag, der Wecker klingelt um 6.45 Uhr. Und schon sei das Bewusstsein wieder da: Es wird nicht reichen, so erz\u00e4hlt sie es. Als Erstes ist da die morgendliche Frage ihres Sohnes: \u00bbKann ich mir einen Kakao kaufen in der Schule?\u00ab<\/p>\n<p>In seiner neuen Schule gibt es einen Kiosk, zu dem die Kinder gern gehen. \u00bbBenjamin ist eigentlich ein gen\u00fcgsames Kind\u00ab, sagt sie, \u00bbaber ich will, dass meine Kinder mithalten k\u00f6nnen.\u00ab Also steckt sie ihm einen Euro zu, der ihr an anderer Stelle wieder fehlt.<\/p>\n<p>Benjamin sucht sein T-Shirt, das mit den Katzen drauf. Fast alles, was er tr\u00e4gt, ist eine Spende oder gebraucht gekauft, auf Flohm\u00e4rkten oder via Ebay-Kleinanzeigen. \u00bbMein Schatz\u00ab nennt Anni W. ihn, \u00bbS\u00f6hnchen\u00ab. Sie steht in der K\u00fcche, schmiert ihm Vollkorntoast mit K\u00e4se und sagt: \u00bbKomm, setz dich hin, iss was, ich gehe schon mal sp\u00fclen.\u00ab<\/p>\n<p>Neulich bekam Benjamin durch eine Spende auch ein Paar Puma-Turnschuhe. \u00bbMama\u00ab, sagte er da, \u00bbdie hat ja gar keiner vor mir angehabt. Die sind neu.\u00ab Es war sein erstes Paar ungetragene Schuhe.<\/p>\n<p>\u00bbIch habe lange vor meinen Kindern verbergen k\u00f6nnen, dass wir arm sind\u00ab, sagt Anni W., \u00bbaber jetzt nicht mehr.\u00ab Die Freunde ihrer Kinder h\u00e4tten Geld. \u00bbSie sehen dort ein Leben, dass ich ihnen nicht bieten kann.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbBenjamin, das geht jetzt nicht\u00ab, \u00bbBenjamin, das ist nicht drin\u00ab \u2013 diese S\u00e4tze m\u00fcsse sie noch h\u00e4ufiger sagen in letzter Zeit.<\/p>\n<p>Vergangenes Jahr hat Benjamin seinen ersten Urlaub gemacht. \u00bbNicht mit mir. Sondern mit der Familie seines besten Freundes\u00ab, sagt Anni W. Dessen Eltern luden ihn ein, nahmen ihn mit in die Niederlande, in eine Anlage mit Freizeitpark. Bei ihrer Tochter an der Schule gab es nach den Ferien immer ein Buch, in das die Kinder eintragen sollten, was sie erlebt hatten. Ihre Tochter schrieb \u00bbSpanien\u00ab hin. \u00bbSie hat sich gesch\u00e4mt\u00ab, sagt Anni W. Das Kind war die ganzen Ferien \u00fcber zu Hause.<\/p>\n<p>Sie hat noch Pfandflaschen, die sie zum Discounter bringen will \u2013 das sei ihr Notgroschen, sagt sie. Sie steckt die leeren Flaschen in Einkaufstaschen, schiebt Benjamin mit seinem Ranzen aus der Wohnung, zieht die T\u00fcr hinter sich zu.<\/p>\n<p>Anni W. war nicht immer arbeitslos, sie ist auch nicht in Armut aufgewachsen. Auf ihrer Anrichte im Wohnzimmer steht ein gerahmtes Foto aus ihrer Kindheit. Darauf ist sie zu sehen mit Vater, Mutter, der \u00e4lteren Schwester, alle mit Achtzigerjahrefrisuren.<\/p>\n<p>Sie wuchs in Kaiserslautern auf, in einem \u00bbganz normalen Mittelstandshaushalt\u00ab, wie sie sagt. Ihr Vater habe beim N\u00e4hmaschinenhersteller Pfaff in der Galvanik gearbeitet, jahrzehntelang. Ihre Mutter arbeitete, bis sie vor Kurzem in Rente ging, als Altenpflegerin.<\/p>\n<p>Armut war nie Thema: \u00bbWenn es in meiner Kindheit etwas nicht gab, dann nur aus \u00dcberzeugung meiner Eltern und nie des Geldes wegen.\u00ab So erkl\u00e4rt sie es sich auch, dass sie sich nie Sorgen um die Zukunft machte. Dass sie statt mit Abitur nur mit der Fachhochschulreife von der Schule ging, um einen Vollzeit\u00adjob in der Spielhalle anzunehmen, in der sie vorher auf 450-Euro-Basis gearbeitet hatte. Es habe ihr Spa\u00df gemacht, sagt sie, Geld wechseln, Kaffee reichen, sauber machen. Sie verdiente gut, kaufte sich, wonach ihr war, Miss-Sixty-Jeans, Essen vom Lieferservice. Dabei habe sie eigentlich studieren wollen, sagt sie, Germanistik auf Lehramt oder Psychologie. Sie habe immer gedacht: \u00bbIch bin jung, ich mache das sp\u00e4ter.\u00ab<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter kam dann aber der Mann, kamen die Kinder, \u00bbund dann war\u2019s vorbei\u00ab, sagt Anni W. Sie setzte auf das alte Modell, Mann geht arbeiten, Frau k\u00fcmmert sich. Aber der Mann wechselte von Job zu Job, verdiente zu wenig. Schon mit Benjamin im Bauch, erz\u00e4hlt sie, habe sie bei der Tafel gestanden. Einmal boxte ihr in der Schlange jemand in den Bauch.<\/p>\n<p>Nach der Trennung, als es gesundheitlich noch gegangen w\u00e4re, habe sie sicher mehr als 300 Bewerbungen geschrieben. Antworten bekommen habe sie kaum. Und wenn Angebote kamen, dann nur f\u00fcr Jobs im Schichtdienst. Wie soll das gehen, allein mit zwei kleinen Kindern? Alleinerziehend zu sein, das ist auch ohne Krank\u00adheit ein Armutsrisiko. Jeder dritte Haushalt alleinerziehender M\u00fctter oder V\u00e4ter in Deutschland ist angewiesen auf Hartz IV.<\/p>\n<p>Das Jobcenter schickte sie in die Pflege, aber das funktionierte nicht, sie begann eine Umschulung zur Tischlerin, \u00bbso ein sch\u00f6ner Beruf\u00ab, sagt sie. Dann streikte ihr R\u00fccken.<\/p>\n<p>Viele, die unter #IchBinArmutsbetroffen schreiben, sind chronisch krank. \u00bbWenn du merkst, du bist in dieser Situation angekommen, gibst du dir selbst die Schuld. Dann glaubst du, du verdienst es nicht anders.\u00ab Sich von diesem Gedanken zu verabschieden, sei schwer. Ganz habe sie das bis heute nicht geschafft.<\/p>\n<p>Sie kenne alle Klischees \u00fcber Hartz-IV-Empf\u00e4nger, all die RTL-II-Bilder, wo Menschen in Unterhemden auf dem Sofa sitzend pr\u00e4sentiert werden, Dosenbier zum Fr\u00fchst\u00fcck. \u00bbDieses ewige \u203aDie sind zu faul zum Arbeiten\u2039\u00ab. Die absch\u00e4tzigen Blicke, die \u00dcberheblichkeit im Jobcenter, in der Schule.<\/p>\n<p>Man ahnt, wie sehr sie dieser Blick von au\u00dfen pr\u00e4gt: Sie wirkt wie auf der Hut \u2013 davor, auch nur ein einziges Klischee zu best\u00e4tigen. Sie will gern mit ihren B\u00fcchern fotografiert werden. Weil sie mit dem Entlastungsgeld Vorr\u00e4te angelegt hat, hat sie Sorge, jemand k\u00f6nnte sagen: \u00bbDie kann ja wohl nicht arm sein.\u00ab \u00bbHier ist es weder dreckig noch versifft\u00ab, sagt sie. Sie hat Kinderfotos an die W\u00e4nde geh\u00e4ngt, selbst gemalte Bilder, besch\u00e4digtes Mobiliar versteckt sie unter Deko, legt Deckchen \u00fcber Flecken, z\u00fcndet Duftkerzen an.<\/p>\n<p>\u00bbDie Menschen sch\u00e4men sich f\u00fcr ihre Armut.\u00ab Und das sei etwas, dass sie an der ganzen Hashtag-Sache besonders ber\u00fchre. Dass sich auf einmal Leute zeigen, die sich jahrelang versteckt hatten.<\/p>\n<p>Anni W. setzt Benjamin an der neuen Schule ab und f\u00e4hrt weiter zum Discounter. Sie f\u00e4hrt einen alten Ford Fiesta, ohne den sie, wegen ihrer R\u00fcckenschmerzen, ihren Alltag nicht mehr meistern k\u00f6nnte, wie sie sagt. Sie zieht die Pfandflaschen aus dem Kofferraum. Am Pfandautomaten gibt es auf dem Display diesen orange\u00adfarbenen Spendenknopf \u00bbUnterst\u00fctze die Tafel\u00ab. Einmal, sagt sie, habe Benjamin versehentlich draufgedr\u00fcckt, und das Geld sei weg gewesen.<\/p>\n<p>\u00bbWenn ich Scholz noch einmal sagen h\u00f6re: \u203aAber wir haben ja geholfen\u2039, dann springe ich in den Fernseher\u00ab, sagt Anni W. \u00bbGlaubt dieser Mensch wirklich, dass 200 Euro Einmal\u00adzahlung reichen? Geht der Mann nicht einkaufen? Isst er nicht?\u00ab, fragt sie.<\/p>\n<p>Anni W. schiebt den Einkaufswagen durch die Automatikt\u00fcr des Discounters. Sie streift um die K\u00fchltruhen herum. Sie sagt: \u00bbIch gucke, was ich einkaufen w\u00fcrde.\u00ab \u00bbW\u00fcrde\u00ab, sagt sie jetzt oft, denn das meiste ist zu teuer. \u00bbWenn Rinderhack reduziert w\u00e4re \u2013 das w\u00fcrde ich gern mitnehmen.\u00ab Sie zieht es aus der Truhe: 4,35 Euro f\u00fcr 500 Gramm. Vor nicht allzu langer Zeit war das noch bei 2,99 Euro, und selbst das war f\u00fcr sie zu viel.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Einkauf hat Anni W. eine Strategie entwickelt. Sie zieht die Fleischpackungen aus den Tiefen der Truhe, schaut aufs Ablaufdatum, notiert es innerlich und legt sie wieder unten rein. Einen Tag bevor das Fleisch nicht mehr gut ist, kommt Anni W. wieder in den Supermarkt und hofft. Darauf, dass der leuchtende runde Aufkleber auf der Packung ist. Mit Mozzarella mache sie es genauso.<\/p>\n<p>Sie kennt die Vorher-nachher-Preise auswendig, bis auf den Cent genau. Vorher habe die Salami 1,09 Euro gekostet. Jetzt koste sie 1,49 Euro. Vorher, das war die Zeit, bevor Corona die Lieferketten st\u00f6rte, Russland die Ukraine angriff und die Energiepreise explodierten. Nachher, das ist die Zeit, in der sie selbst die reduzierten Preise nicht mehr bezahlen kann. Butter kaufe sie gar nicht mehr, nur noch Margarine.<\/p>\n<p>Sie legt die Waren aufs Kassenband: Trauben f\u00fcr Benjamin, Brot, auf dem steht \u00bbRette mich \u2013 kurze Haltbarkeit\u00ab, W\u00fcrste kurz vor dem Ablaufdatum und den einzigen Luxus, den sie sich g\u00f6nne: eine Dose Spezi f\u00fcr 89 Cent. Das Pfandgeld reicht dann nicht. Sie zahlt 8,26 Euro drauf. Damit bleiben ihr f\u00fcr den Rest des Monats nicht ganz 52 Euro.<\/p>\n<p>Wenn man sie fragt, was sie fordere, \u00fcberlegt sie nicht eine Sekunde und sagt: \u00bb200 Euro im Monat mehr\u00ab. Das sei die Empfehlung des Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverbandes, und daran halte sich die Bewegung. Ob das jetzt Hartz-IV-Empf\u00e4nger seien, Rentner, Studenten, Asylbewerber \u2013 \u00bbwir Armutsbetroffenen wollen ganz simpel mehr Geld\u00ab. Dann sagt sie noch: \u00bbIch will, dass dieser Pseudosozialstaat wieder ein Sozialstaat wird.\u00ab<\/p>\n<p>Nach Artikel 20 und 28 des Grundgesetzes ist es Pflicht des Staates, sich um soziale Gerechtigkeit und die soziale Sicherheit der B\u00fcrger zu k\u00fcmmern. Die aber ist im Moment f\u00fcr viele Menschen in diesem Land bedroht. Politiker bef\u00fcrchten Unruhen, einen \u00bbhei\u00dfen Herbst\u00ab, gefolgt von einem Wutwinter. Die Anh\u00e4nger der Armutsbewegung \u00fcberlegen schon, wie sie sich sch\u00fctzen k\u00f6nnen gegen eine Unterwanderung von rechts.<\/p>\n<p>Anni W. und ihre Mitstreiterinnen erleben eine Regierung, die Entlastung nach Entlastung verspricht. Nur profitieren davon oft nicht nur jene, die es am n\u00f6tigsten brauchten. Mit dem 9-Euro-Ticket verreisten auch Gutverdiener. Den Tankrabatt genossen auch Porsche-Fahrer. Die Energiepreispauschale bekommen nur Erwerbst\u00e4tige, auch diejenigen, die weder Gasheizung noch Auto besitzen, w\u00e4hrend einige Rentner und Studierende bei der Tafel anstehen. \u00bbDas alles ist nicht gerecht\u00ab, sagt Anni W.<\/p>\n<p>Die Energiepreise stiegen im August um rund 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Stromkosten m\u00fcssen Hartz-IV-Empf\u00e4nger selbst tragen, beim Heizen \u00fcbernimmt das Jobcenter nur das, was als \u00bbangemessen\u00ab gilt. Aber was ist angemessen, wenn die Wohnung schlecht isoliert ist und der K\u00fchlschrank aus den Neunzigerjahren stammt?<\/p>\n<p>Nahrungsmittel kosteten im August 16,6 Prozent mehr als vor einem Jahr. Nach Auslaufen von Tankrabatt und 9-Euro-Ticket wird ein neuer Preisschub vorausgesagt. Ein Experte sprach von einem \u00bbSozialtsunami\u00ab, der Deutschland bald erreichen werde.<\/p>\n<p>Anni W. sagt: \u00bbIch will, dass sich etwas \u00e4ndert. Und zwar jetzt.\u00ab Es gehe um Gerechtigkeit. Um W\u00fcrde. Sie klingt in diesem Moment nicht mehr nur wie Anni W. aus Voerde, die Arztserien liebt und Fantasyromane. Sie klingt wie eine Anw\u00e4ltin der Armen.<\/p>\n<p>Ein Samstagnachmittag Ende August, 380 Kilometer von Voerde entfernt, etwa an der Stelle, an der die parkenden Autos am dicksten sind und die Fassaden der Villen schneewei\u00df, nicht weit vom Segelklub also, steigen vier Menschen mit Pappschildern ins tr\u00fcbe Wasser der Hamburger Au\u00dfenalster. Sie waten \u00fcber Steine, einige barfu\u00df, einige mit Schuhen, bis das Wasser an ihre H\u00fcfte reicht, dann bis zur Brust. Sie recken ihre Schilder in die H\u00f6he. Darauf steht in handgeschriebenen Buchstaben: \u00bbWir gehen unter\u00ab und \u00bb\u00dcbergewinnsteuer jetzt\u00ab. Menschen, die sich nicht mehr verstecken wollen, immer wieder h\u00e4lt jemand den Hashtag von Anni W. aus Voerde in die Luft: #IchBinArmutsbetroffen.<\/p>\n<p>Auch in K\u00f6ln und Berlin stehen an diesem Tag Menschen, die solche Schilder in die H\u00f6he halten. Alle zwei Wochen, immer an Samstagen, tragen sie den Protest von Twitter aus auf die Stra\u00dfen. Anni W. war schon h\u00e4ufiger auf diesen Demonstrationen dabei.<\/p>\n<p>An diesem Tag steht da @klein_nini im Wasser der Hamburger Alster, eine alleinerziehende Mutter mit ihrer Tochter, einem blonden M\u00e4dchen, das sich ein Schild vors Gesicht h\u00e4lt, auf dem steht: \u00bbUns steht das Wasser bis zum Hals\u00ab. Die Mutter lebt von einer Erwerbsunf\u00e4higkeitsrente, aufgestockt auf 449 Euro monatlich. Sie habe ihrem Kind in diesem Sommer genau zweimal ein Eis kaufen k\u00f6nnen, sagt sie. Kontostand: 40 Euro im Minus.<\/p>\n<p>Neben ihr steht @non_conform23, der Musik liebt und eine Tochter hat, der er gern mal etwas schenken w\u00fcrde. Bis er vor Kurzem eine Kleiderspende bekommen habe, habe er kein einziges heiles T-Shirt im Schrank gehabt, erz\u00e4hlt er. Um satt zu werden, ern\u00e4hre er sich haupts\u00e4chlich von Nudeln.<\/p>\n<p>Und dann ist da @femmewiken, auch eine alleinerziehende Mutter, die mit ihrem Handy einen Film der Aktion f\u00fcr TikTok dreht. Sie sei Betreuerin im Pflegeheim. Sie musste ihren alten Job in einer Demenz-WG im Juni k\u00fcndigen, erz\u00e4hlt sie, weil sie sich die t\u00e4gliche Fahrt dorthin nicht mehr leisten konnte, als der Benzinpreis auf mehr als zwei Euro den Liter gestiegen war. Jetzt habe sie einen neuen Job in einem Pflegeheim in der N\u00e4he, aber es reiche noch im\u00admer nicht. Nur dank des 9-Euro-Tickets konnte ihr Sohn so etwas wie Ferien haben, sagt sie.<\/p>\n<p>\u00bbIch bin FDP-W\u00e4hler\u00ab, ruft ihnen ein Spazierg\u00e4nger im Vor\u00fcbergehen zu, als sie tropfend mit ihren Schildern wieder am Ufer stehen, um noch ein Gruppenfoto zu machen.<\/p>\n<p>\u00bbMein Beileid\u00ab, ruft @klein_nini ihm hinterher. Sie habe bisher eine Ver\u00e4nderung bei sich bemerkt, erz\u00e4hlt die Alleinerziehende sp\u00e4ter: \u00bbIch sch\u00e4me mich nicht mehr so\u00ab, sagt sie. Sie habe viel Energie investiert, nicht arm zu erscheinen, nicht aufzufallen. \u00bbAls normaler B\u00fcrger durchzugehen.\u00ab Aber das sei sie eben nicht. Es klingt wie eine Befreiung.<\/p>\n<p>Nach der Aktion gehen sie die Alsterpromenade entlang, die Schilder unter dem Arm, vorbei an den wei\u00dfen Villen. Sie w\u00fcrden gern noch einen Kaffee trinken. Doch im Caf\u00e9 stehen sie dann unschl\u00fcssig an der Seite. \u00bbStehen Sie hier an?\u00ab, fragt jemand. Sie sch\u00fctteln ihre K\u00f6pfe und gehen. Drei Euro f\u00fcr einen Cappuccino. Sie k\u00f6nnen es nicht bezahlen.<\/p>\n<p>Vergangenen Sonntag, zwei Tage nach Anni W.s 40. Geburtstag, verk\u00fcndete Olaf Scholz das neue Entlastungspaket. Der Regelsatz f\u00fcr Anni W. und ihre Verb\u00fcndeten soll auf etwa 500 Euro pro Monat steigen, ab Januar. Mit Gl\u00fcck ein Ausgleich f\u00fcr die Inflation. Doch bis Januar ist es noch lang. Vor Januar kommt der Herbst, dann der Winter.<\/p>\n<p>Noch am selben Nachmittag, kurz nachdem die Regierung ihr 65-Milliarden-Euro-Paket bewarb und Scholz sagte: \u00bbWir werden durch diesen Winter kommen\u00ab, schrieb Anni W. auf Twitter: Die 51 Euro ab 2023 seien ein Schlag ins Gesicht. Sie schrieb: \u00bbWir brauchen JETZT Hilfe! Sofort!\u2009\u2026 Wir stehen an den Kassen und wissen nicht mehr weiter!\u00ab<\/p>\n<p><em>*Name wurde ge\u00e4ndert<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13,8 Millionen Menschen gelten als armutsgef\u00e4hrdet, f\u00fcr sie geht es in der Krise um die Existenz. Anni W. hat ihnen mit einem Hashtag auf Twitter eine Stimme gegeben. Doch nicht<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":14683,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-14682","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14682","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14682\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/14683"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}