{"id":139,"date":"2020-05-28T16:56:55","date_gmt":"2020-05-28T13:56:55","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/israel-das-corona-wunder-im-heiligen-land\/"},"modified":"2020-05-28T16:56:55","modified_gmt":"2020-05-28T13:56:55","slug":"israel-das-corona-wunder-im-heiligen-land","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/israel-das-corona-wunder-im-heiligen-land\/","title":{"rendered":"Israel: Das Corona-Wunder im Heiligen Land"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/ec15445a-e47a-4880-bfaa-3649f079a85a_w948_r1.77_fpx47_fpy45.jpg\" title=\"Strandleben in Tel Aviv: &quot;Trinkt Kaffee, trinkt Bier, habt Spa\u00df&quot;\" alt=\"Strandleben in Tel Aviv: &quot;Trinkt Kaffee, trinkt Bier, habt Spa\u00df&quot;\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Strandleben in Tel Aviv: &quot;Trinkt Kaffee, trinkt Bier, habt Spa\u00df&quot;<\/p>\n<p> AMIR COHEN\/ REUTERS <\/figcaption><\/figure>\n<p>Israels Ministerpr\u00e4sident war bester Laune: &quot;Trinkt Kaffee, trinkt Bier, habt Spa\u00df&quot;, sagte Benjamin Netanyahu seinen Landsleuten am Dienstagabend in einer Videobotschaft. Kurz zuvor hatte die Regierung in einer Telefonschalte beschlossen, die Corona-Beschr\u00e4nkungen in Israel weiter zu lockern.<\/p>\n<p>Seit Mittwoch d\u00fcrfen Hotels, Caf\u00e9s, Bars und Restaurants wieder \u00f6ffnen, ebenso Museen und Schwimmb\u00e4der. Es gelten versch\u00e4rfte Hygienevorschriften und Abstandsregeln: Restauranttische m\u00fcssen mindestens anderthalb Meter voneinander entfernt stehen, in Schwimmbecken ist ein Badegast pro sechs Quadratmeter Wasserfl\u00e4che erlaubt.<\/p>\n<p>Mit den Lockerungen macht Israel einen weiteren Schritt hin zur Normalit\u00e4t: Schon Anfang Mai \u00f6ffneten die ersten Schulen und Kinderg\u00e4rten wieder, inzwischen gehen fast alle Kinder und Jugendlichen wieder in die Schulen &#8211; meist in kleineren Klassen und mit verk\u00fcrztem Unterricht; alle, die \u00e4lter als sieben sind, mit Mundschutz. Seit Mitte des Monats haben auch die Str\u00e4nde und Parks wieder ge\u00f6ffnet, sind Versammlungen von bis zu 50 Personen wieder gestattet &#8211; dazu z\u00e4hlen auch gemeinsame Gebete in der Synagoge.<\/p>\n<h3>Experten hatten Tausende Corona-Tote bef\u00fcrchtet<\/h3>\n<p>Obwohl das \u00f6ffentliche Leben also seit Wochen in gro\u00dfen Teilen Israels fast schon wieder so l\u00e4uft wie vor der Corona-Pandemie, sind die Infektionszahlen weiter im freien Fall. Auf dem H\u00f6hepunkt der Krise am 25. M\u00e4rz registrierte die Johns-Hopkins-Universit\u00e4t an einem Tag 1100 Neuinfektionen in Israel, in den vergangenen 14 Tagen lag der H\u00f6chstwert bei 31. Nach den j\u00fcngsten Zahlen vom Mittwochabend sind in Israel derzeit weniger als 2000 Patienten an Covid-19 erkrankt, 38 von ihnen m\u00fcssen k\u00fcnstlich beatmet werden. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie in Israel 281 Menschen mit Covid-19 gestorben.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie Deutschland hat Israel damit die erste Welle der Coronakrise weitaus glimpflicher \u00fcberstanden als zu Beginn des Ausbruchs erwartet. Das Gertner-Institut, das die israelische Regierung in Gesundheitsfragen ber\u00e4t, hatte auf Grundlage der Daten vom 5. M\u00e4rz mehrere Szenarien f\u00fcr den Verlauf der Pandemie entwickelt. Nach dem Best-Case-Szenario, das von einer Reproduktionsrate von 1,2 ausging, w\u00fcrden in Israel 8600 Menschen an dem Virus sterben. Im Worst-Case-Szenario, bei einer Reproduktionszahl von 2, k\u00f6nnten bis zu 21.600 Menschen Covid-19 erliegen &#8211; sollte die Regierung keine entschiedenen Ma\u00dfnahmen ergreifen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf diese Horrorszenarien entschloss sich das israelische Gesundheitsministerium zu drastischen Schritten &#8211; mit dem Ziel, die sozialen Kontakte der B\u00fcrger so weit wie m\u00f6glich zu reduzieren und dadurch die Ansteckungsrate auf unter 1 zu dr\u00fccken. Im M\u00e4rz verh\u00e4ngte die Regierung einen strikten Lockdown. Die B\u00fcrger sollten in ihren Wohnungen bleiben, nur in Ausnahmef\u00e4llen durften sie sich weiter als hundert Meter von ihrer Haust\u00fcr entfernen.<\/p>\n<h3>Epidemiologen kritisieren Anti-Corona-Ma\u00dfnahmen<\/h3>\n<p>\u00c4hnlich wie in Deutschland werden nun, da der Ausbruch deutlich weniger katastrophal verlief als bef\u00fcrchtet und da die Infektionszahlen auch nach den ersten Lockerungen auf niedrigem Niveau verharren, die Stimmen lauter, die grunds\u00e4tzlich die strikten Anti-Corona-Ma\u00dfnahmen der Regierung in Zweifel ziehen. Den dramatischen Modellrechnungen h\u00e4tten die Zahlen von vor Anker liegenden Kreuzfahrtschiffen oder aus Italien zugrunde gelegen. Die Situation in Israel unterscheide sich aber von diesen beiden F\u00e4llen erheblich, sagte der Epidemiologe Hagai Levine der Zeitung &quot;Haaretz&quot;.<\/p>\n<p>Auch Beamte aus den Gesundheitsbeh\u00f6rden r\u00e4umten laut dem Blatt inzwischen ein, dass ein genauerer Blick auf die Infektionszahlen gezeigt h\u00e4tte, dass die Ansteckungen schon vor dem Lockdown r\u00fcckg\u00e4ngig waren \u2013 au\u00dfer in Gebieten mit mehrheitlich ultraorthodoxer Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Trotzdem vermag derzeit niemand genau zu sagen, warum die Ansteckungszahlen auch nach Aufhebung der ersten Beschr\u00e4nkungen so niedrig sind. Manche mutma\u00dfen, dass die genetische Diversit\u00e4t eine Rolle spielen k\u00f6nnte. In Israel leben Menschen mit Wurzeln im Nahen Osten, in Europa und Amerika auf engem Raum zusammen, m\u00f6glicherweise werde es dadurch f\u00fcr das Virus schwieriger von Mensch zu Mensch zu springen. Der Epidemiologe Levine vermutet, dass das Wetter eine Rolle spielen k\u00f6nnte: &quot;Ich denke, wir untersch\u00e4tzen die Rolle des Klimas&quot;, sagte er der &quot;Times of Israel&quot;. In der vergangenen Woche waren die Temperaturen in Tel Aviv an mehreren Tagen auf mehr als 40 Grad gestiegen.<\/p>\n<h3>Auch in Israels Nachbarl\u00e4ndern verl\u00e4uft die Pandemie bisher glimpflich<\/h3>\n<p>Noch weitergehend \u00e4u\u00dfert sich Yoram Lass, ehemaliger Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums. Im Nahen Osten und im \u00f6stlichen Teil des Mittelmeeres sei das Virus nicht aktiv, sagte er der &quot;Times of Israel&quot;. &quot;Schauen Sie auf Griechenland und Zypern und auf die L\u00e4nder um uns herum. Sie k\u00f6nnen immer sagen, dass sie nicht die wahren Zahlen ver\u00f6ffentlichen, aber selbst in Israel ist die Zahl der Infektionen ein Witz.&quot; Andere Experten halten dagegen, dass sich das Wetter in Israel nicht wesentlich von den stark betroffenen L\u00e4ndern Italien und Spanien unterscheide.<\/p>\n<p>Gleichwohl f\u00e4llt auf, dass die bef\u00fcrchtete Corona-Katastrophe nicht nur in Israel, sondern auch in den pal\u00e4stinensischen Gebieten, in \u00c4gypten, im Libanon und in Jordanien bislang ausgeblieben ist \u2013 obwohl diese L\u00e4nder ein deutlich schlechter ausgestattetes Gesundheitswesen haben.<\/p>\n<p>Im Gazastreifen wurde am Samstag die erste Corona-Tote registriert. Insgesamt wurden dort bislang 55 Infektionen registriert. Bisher sind dort nur Menschen erkrankt, die aus dem Ausland in das pal\u00e4stinensische Gebiet eingereist waren. Sie mussten nach ihrer Ankunft in Quarant\u00e4ne. Eine Ansteckung im Gazastreifen ist bislang noch nicht registriert worden. Deshalb durften auch hier schon vor Wochen Caf\u00e9s und Restaurants wieder \u00f6ffnen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Strandleben in Tel Aviv: &quot;Trinkt Kaffee, trinkt Bier, habt Spa\u00df&quot; AMIR COHEN\/ REUTERS Israels Ministerpr\u00e4sident war bester Laune: &quot;Trinkt Kaffee, trinkt Bier, habt Spa\u00df&quot;, sagte Benjamin Netanyahu seinen Landsleuten am Dienstagabend in einer Videobotschaft. Kurz zuvor hatte die Regierung in einer Telefonschalte beschlossen, die Corona-Beschr\u00e4nkungen in Israel weiter zu lockern. 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