{"id":115,"date":"2020-04-28T02:52:40","date_gmt":"2020-04-27T23:52:40","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-virus-miserable-bewertungen-fur-viele-corona-antikorpertests\/"},"modified":"2020-04-28T02:52:40","modified_gmt":"2020-04-27T23:52:40","slug":"corona-virus-miserable-bewertungen-fur-viele-corona-antikorpertests","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-virus-miserable-bewertungen-fur-viele-corona-antikorpertests\/","title":{"rendered":"Corona-Virus: Miserable Bewertungen f\u00fcr viele Corona-Antik\u00f6rpertests"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Sie sollen Sicherheit dar\u00fcber geben, wer eine Corona-Infektion hinter sich hat und immun geworden ist. Jetzt warnen US-Forscher: Etliche Antik\u00f6rpertests k\u00f6nnen das nicht.  <\/p>\n<p>Sie gelten als gro\u00dfe Hoffnung im Kampf gegen die Coronakrise: sogenannte Antik\u00f6rpertests. Mit ihnen soll im gro\u00dfen Stil gepr\u00fcft werden k\u00f6nnen, wer eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bereits hinter sich gebracht hat und dadurch m\u00f6glicherweise immun geworden ist. Diese Menschen k\u00f6nnten, so der Wunsch vieler Politiker und Wirtschaftsvertreter, an ihre Arbeitspl\u00e4tze zur\u00fcckkehren und den Alltag normalisieren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erhoffen sich Wissenschaftler von den Testergebnissen Erkenntnisse dar\u00fcber, wie weit die Gesellschaft von einer sogenannten Herdenimmunit\u00e4t entfernt ist. Die Rechnung ist simpel: Wenn sich 60 bis 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung mit Sars-CoV-2 infiziert haben, k\u00f6nnte sich das Virus mangels Ansteckungsketten nicht mehr weiter ausbreiten. Auch wenn dieser Zustand noch weit entfernt sein d\u00fcrfte, ist in M\u00fcnchen eine gro\u00dfangelegte Studie gestartet worden, die mithilfe von Antik\u00f6rpertests wenigstens Anhaltspunkte \u00fcber eben diesen Grad der Durchseuchung geben soll.<\/p>\n<p>Doch bislang haben alle Theorien und Ans\u00e4tze zwei entscheidende Haken: Einerseits ist noch nicht einwandfrei nachgewiesen, ob nach einer Covid-19-Erkrankung tats\u00e4chlich Immunit\u00e4t besteht. Die WHO hat deshalb j\u00fcngst vor sogenannten &quot;Immunit\u00e4tsp\u00e4ssen&quot; gewarnt. Und andererseits ist das Testverfahren nicht zuverl\u00e4ssig genug.<\/p>\n<h3>Zu viele &quot;falsch-positive&quot; Signale<\/h3>\n<p>Antik\u00f6rpertests weisen nicht den Erreger selbst nach, sondern Antik\u00f6rper &#8211; auch Immunglobuline genannt -, die der K\u00f6rper im Laufe der Infektion bildet, um das Virus abzuwehren. Weil das Immunsystem sogenannte IgA-Antik\u00f6rper erst etwa eine Woche nach Beginn der Erkrankung bildet und die IgG genannten Langzeit-Antik\u00f6rper sogar erst mehrere Wochen sp\u00e4ter, sind die Tests im Prinzip gut daf\u00fcr geeignet, eine Infektion im Nachhinein zu belegen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Nachteil ist jedoch, dass es zu sogenannten Kreuzreaktionen mit anderen Coronaviren kommen kann. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charit\u00e9 sagte in einem Podcast des NDR, dass fast alle Antik\u00f6rpertests &quot;falsch-positive Signale&quot; geben, wenn der Patient zum Beispiel eine Infektion mit einem Erk\u00e4ltungs-Coronavirus hinter sich hat. Es gibt also keine Sicherheit, dass bei einem positiven Testergebnis tats\u00e4chlich eine Infektion mit Sars-CoV-2 vorlag. Und das kann gef\u00e4hrliche Konsequenzen haben: Glaubt ein Getesteter irrt\u00fcmlich, gegen Sars-CoV-2 immun zu sein und auf Sicherheitsma\u00dfnahmen verzichten zu k\u00f6nnen, setzt er sich einem erheblichen Infektionsrisiko aus.<\/p>\n<p>Ein weiteres Problem liegt darin, dass die Hersteller der Antik\u00f6rpertests ihre Produkte bislang weitestgehend selbst zertifizieren d\u00fcrfen. In der EU ist dies laut einer Verordnung bis Mai 2022 m\u00f6glich. Nach Angaben des bundeseigenen Paul-Ehrlich-Instituts fehlt es bisher an allgemein anerkannten Qualit\u00e4tsstandards und einer Pr\u00fcfung durch eine unabh\u00e4ngige Stelle.<\/p>\n<h3>Nur drei Antik\u00f6rpertests halbwegs brauchbar<\/h3>\n<p>Weil die Situation in den USA \u00e4hnlich ist, ergriffen 50 Wissenschaftler verschiedener US-amerikanischer Universit\u00e4ten selbst die Initiative und pr\u00fcften insgesamt 14 Antik\u00f6rpertests auf ihre Verl\u00e4sslichkeit &#8211; darunter sowohl Schnelltests als auch Labormethoden. Ihr Ergebnis ver\u00f6ffentlichten sie vor wenigen Tagen als sogenannten Preprint, also als Vorabdruck, der noch nicht von der Wissenschaftsgemeinde kontrolliert wurde. Und das Ergebnis hat es in sich: Nur drei Antik\u00f6rpertests waren demnach halbwegs brauchbar.<\/p>\n<p>Von 14 Produkten meldeten vier Tests in 11 bis 16 Prozent der F\u00e4lle ein falsch-positives Ergebnis. Mit anderen Worten: Sie gaukelten eine Immunit\u00e4t vor, die nicht gegeben war. Bei den meisten anderen lag dieser Wert bei etwa f\u00fcnf Prozent. Und von den drei bestbewerteten Tests lieferten zwei in einem Prozent der F\u00e4lle falsch-positive Befunde und nur einer \u00fcberhaupt keine Fehlergebnisse.<\/p>\n<p>&quot;Diese Zahlen sind einfach inakzeptabel&quot;, sagte Scott Hensley, Mikrobiologe von der Universit\u00e4t Pennsylvania, der &quot;New York Times&quot;. Allein der Anteil der Menschen in den Vereinigten Staaten, der dem Coronavirus ausgesetzt gewesen sei, betrage vermutlich f\u00fcnf Prozent oder weniger. &quot;Wenn Ihr Test-Kit einen falsch-positiven Anteil von drei Prozent aufweist, wie interpretieren Sie das? Das ist im Grunde unm\u00f6glich. Und wenn Ihr Kit zu 14 Prozent falsch-positive Ergebnisse liefert, ist es sogar nutzlos.&quot; Hensley selbst war nicht an der Studie beteiligt.<\/p>\n<p>F\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung der Antik\u00f6rpertests wurde jedes Produkt mit dem gleichen Satz Blutproben ausgewertet. Dazu z\u00e4hlten Proben von 80 Personen, die sich nachweislich zu verschiedenen Zeitpunkten mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hatten, sowie 108 Proben aus der Zeit vor der Pandemie und 52 Proben von Personen, die positiv auf andere Virusinfektionen, aber negativ auf Sars-CoV-2 getestet worden waren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie sollen Sicherheit dar\u00fcber geben, wer eine Corona-Infektion hinter sich hat und immun geworden ist. Jetzt warnen US-Forscher: Etliche Antik\u00f6rpertests k\u00f6nnen das nicht. 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