{"id":1139,"date":"2020-07-15T14:26:24","date_gmt":"2020-07-15T11:26:24","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/usa-tech-chefs-als-spitzenverdiener-die-neue-geldordnung\/"},"modified":"2020-07-15T14:26:24","modified_gmt":"2020-07-15T11:26:24","slug":"usa-tech-chefs-als-spitzenverdiener-die-neue-geldordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/usa-tech-chefs-als-spitzenverdiener-die-neue-geldordnung\/","title":{"rendered":"USA: Tech-Chefs als Spitzenverdiener &#8211; die neue Geldordnung"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/208bf44f-a604-45b1-bc97-4705092b7b13_w948_r1.77_fpx49_fpy60.jpg\" title=\"Tesla-Chef Elon Musk\" alt=\"Tesla-Chef Elon Musk\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Tesla-Chef Elon Musk<\/p>\n<p>  Foto: <\/p>\n<p>Brendan Smialowski\/ AFP<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der neue Chef der Walt Disney Company musste gleich zum Amtsantritt eine bittere Pille schlucken: Weil die Coronakrise dem Unterhaltungskonzern das Gesch\u00e4ft gr\u00fcndlich verdorben hat, erkl\u00e4rte CEO Bob Chapek den Verzicht auf die H\u00e4lfte seines Gehalts von 2,5 Millionen Dollar. Sein Vorg\u00e4nger Bob Iger, der im Disney-Reich faktisch weiter das Sagen hat, ging noch weiter: Er strich das eigene Jahresgehalt von drei Millionen Dollar auf null zusammen.<\/p>\n<p>In Armutsgefahr geraten die Disney-Chefs trotzdem nicht. Die Geste, mit der Disney eine fl\u00e4chendeckende Sparrunde im Konzern einleitete, beschr\u00e4nkt sich auf das reine Basisgehalt. Chapek kann deshalb immer noch mit einem Einkommen von voraussichtlich mehr als 20 Millionen Dollar rechnen. Iger kam einschlie\u00dflich Boni und Aktienpakete im vergangenen Jahr auf Bez\u00fcge von 47 Millionen Dollar. 2018 waren es sogar 66 Millionen Dollar.<\/p>\n<p>In die Rangliste der zehn bestbezahlten amerikanischen Manager schaffen es beide damit allerdings nicht.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Ganz oben auf dem j\u00fcngsten Bloomberg Pay Index steht einer, dessen Dienste dem Unternehmen im vergangenen Jahr 593,3 Millionen Dollar wert waren: <strong>Elon Musk<\/strong>. Der Tesla-Chef hat auf ein regul\u00e4res Gehalt vollst\u00e4ndig verzichtet und l\u00e4sst sich stattdessen mit Aktienoptionen bezahlen, die an die Gesch\u00e4ftsentwicklung und den Aktienkurs gekoppelt sind. Die Wette des exzentrischen Entrepreneurs ist aufgegangen: An der B\u00f6rse ist der kalifornische E-Autobauer inzwischen mehr wert als die Weltkonzerne Toyota oder VW.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Auf dem zweiten Platz der Einkommensmillion\u00e4re folgt mit einigem Abstand Apple-CEO <strong>Tim Cook<\/strong>. Er kommt Bloomberg zufolge unter Einberechnung aller geldwerten Leistungen 2019 auf eine Verg\u00fctung von 133,7 Millionen Dollar.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Auch <strong>Sundar Pichai<\/strong> von Alphabet, <strong>Satya Nadella<\/strong> von Microsoft und <strong>Robert Swan<\/strong> von Intel tummeln sich unter den Top 10.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Dagegen machen sich die Banker, die in der \u00d6ffentlichkeit sp\u00e4testens seit der Finanzkrise als \u00fcberbezahlte Abzocker gelten, inzwischen rar: Ein einziger, <strong>Jonathan Gray<\/strong>, COO der globalen Investmentgesellschaft Blackstone, hat es in die Liste geschafft.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p>Auch f\u00fcr die Chefs klangvoller Traditionsunternehmen wie Walmart, AT&amp;T oder ExxonMobil gilt spitzenverdienstm\u00e4\u00dfig: Fehlanzeige. Was nicht hei\u00dft, dass sie mit kleinem Geld nach Haus gehen. 2019 lag die Verg\u00fctung der S&amp;P-500-Firmenchefs im Median bei rund 14 Millionen Dollar. Nach Berechnung des linksgerichteten Economic Policy Institute (EPI) haben die Topmanager ihr Einkommen in den vergangenen 40 Jahren um 900 Prozent erh\u00f6ht. Der typische Arbeiter hat derweil 12 Prozent mehr auf dem Lohnzettel.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dass der amerikanische Aufstiegstraum inzwischen vor allem bei den Managern im Silicon Valley einzahlt, spiegelt die Weltsicht der Investoren. Sie gehen davon aus, dass es die Internetkonzerne sind, die k\u00fcnftig Amerikas Wohlstand &#8211; und ihren eigenen &#8211; mehren werden. Und Unternehmenschefs werden immer \u00f6fter nach Leistung bezahlt &#8211; einer, die sich trotz aller Kritik am Shareholder Value oft an der Steigerung des Aktienkurses bemisst.<\/p>\n<p>Ed Yardeni, der Gr\u00fcnder der gleichnamigen Investmentberatung, hat die \u00dcbermacht der Techs an den Finanzm\u00e4rkten anhand einiger Kennzahlen herausgearbeitet:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Das Auf und Ab des S&amp;P-Index der 500 gr\u00f6\u00dften US-Unternehmen h\u00e4ngt zunehmend von einer Handvoll Werte ab. Anfang Juli erreichten die sogenannten FAANGM &#8211; also Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google (Alphabet), Microsoft &#8211; einen Rekordb\u00f6rsenwert von zusammen 6,5 Billionen Dollar. Die sechs Schwergewichte kommen damit auf 25 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung aller im Index vertretenen Unternehmen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Im Teilindex f\u00fcr den Kommunikationssektor ist das Gewicht von Alphabet, Facebook und Netflix mit 66 Prozent noch deutlich h\u00f6her.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Amazon r\u00e4umt im Konsumwerteindex mehr als 50 Prozent der Marktkapitalisierung ab.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Die Umsatzerwartungen der FAANGM sind seit 2015 um 115 Prozent gestiegen, w\u00e4hrend der Rest des S&amp;P 500 nur einen Anstieg um 2,5 Prozent verzeichnete. Diese Wachstumsstory hat f\u00fcr die B\u00f6rsianer hohen Sex-Appeal.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Folgerichtig sind es vor allem die FAANGM, die den amerikanischen Bullenmarkt am Laufen halten. Seit 2012 ist ihre Marktkapitalisierung um 467 Prozent gestiegen, w\u00e4hrend der Rest des Felds nur 70 Prozent zulegte. Und die Erholung der FAANGM-Kurse nach dem Corona-bedingten Einbruch der B\u00f6rsen Mitte M\u00e4rz fiel wesentlich dynamischer aus.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>In einer Kategorie allerdings schneiden die Technologieunternehmen eher m\u00e4\u00dfig ab: Bei den sogenannten Value-Aktien, wo es auf harte gegenw\u00e4rtige Fundamentaldaten ankommt, liegt die Old Economy vorn: Konzerne wie Walmart und Johnson &amp; Johnson.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Doch die Anleger investieren in das Morgen, und &quot;die derzeitige Rezession hat einige sehr sichtbare Gewinner&quot;, urteilt Yardeni. Das Gesch\u00e4ftsmodell aller sechs FAANGM-Unternehmen beruhe auf dem Internet.<\/p>\n<p>Sie w\u00fcrden davon profitieren, wenn auch nach der Covid-19-Pandemie mehr Menschen zu Hause arbeiten, lernen und Filme gucken.<\/p>\n<p>Allerdings st\u00f6\u00dft die wachsende Marktmacht der Techkonzerne auch auf wachsenden Widerstand. Am 27. Juli m\u00fcssen die Chefs von Amazon, Apple, Google und Facebook vor einem Kartellausschuss des US-Repr\u00e4sentantenhauses aussagen. Virtuell, versteht sich.<\/p>\n<p>Die Geh\u00e4lter der Techmanager allerdings stehen nicht auf der Agenda der Parlamentarier. W\u00e4hrend die Wall Street zuverl\u00e4ssig Pr\u00fcgel f\u00fcr Gehaltsexzesse abbekommt, scheint es, als sei den neuen Spitzenverdienern ihr finanzieller Erfolg geg\u00f6nnt. Sektoren &quot;wie die Techindustrie kommen damit durch&quot;, kritisiert die Expertin Sarah Anderson vom Institute for Policy Studies.<\/p>\n<p>Auf Platz f\u00fcnf der Bloomberg-Liste der bestbezahlten Unternehmenschefs jedenfalls steht einer, dessen Namen die meisten Amerikaner wohl nicht einmal kennen: <strong>Sumit Singh<\/strong>, CEO von Chewy, einem Onlineh\u00e4ndler f\u00fcr Tiernahrung und andere notwendige Utensilien f\u00fcr den vierbeinigen Liebling. Sein Jahresgehalt 2019: mehr als 108 Millionen Dollar.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Tesla-Chef Elon Musk Foto: Brendan Smialowski\/ AFP Der neue Chef der Walt Disney Company musste gleich zum Amtsantritt eine bittere Pille schlucken: Weil die Coronakrise dem Unterhaltungskonzern das<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1139","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1139","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1139"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1139\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1139"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1139"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1139"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}