{"id":1129,"date":"2020-07-15T03:17:21","date_gmt":"2020-07-15T00:17:21","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/weltbevolkerung-in-45-jahren-schrumpft-die-menschheit\/"},"modified":"2020-07-15T03:17:21","modified_gmt":"2020-07-15T00:17:21","slug":"weltbevolkerung-in-45-jahren-schrumpft-die-menschheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/weltbevolkerung-in-45-jahren-schrumpft-die-menschheit\/","title":{"rendered":"Weltbev\u00f6lkerung: In 45 Jahren schrumpft die Menschheit"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/592c422f-beb3-44f5-a5f5-395d5bb53d74_w948_r1.77_fpx20_fpy46.jpg\" title=\"In 183 von 195 L\u00e4ndern wird die Geburtenrate niedriger ausfallen, glauben Forscher\" alt=\"In 183 von 195 L\u00e4ndern wird die Geburtenrate niedriger ausfallen, glauben Forscher\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">In 183 von 195 L\u00e4ndern wird die Geburtenrate niedriger ausfallen, glauben Forscher<\/p>\n<p>  Foto: gulfu photography\/ Getty Images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf der Welt wird es immer enger, weil die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst und w\u00e4chst und w\u00e4chst &#8211; so lautet ein weit verbreiteter Irrtum. Zumindest langfristig wird die Bev\u00f6lkerungszahl sinken, sagen Forscher. In einer neuen Prognose werden sie konkreter und k\u00fcndigen f\u00fcr die Zukunft massive Umw\u00e4lzungen an.<\/p>\n<p>Demnach erreicht die Erdbev\u00f6lkerung um das Jahr 2064 mit 9,7 Milliarden Menschen ihren H\u00f6chststand. Danach wird sie deutlich schrumpfen. Am Ende des Jahrhunderts leben rund 8,8 Milliarden Menschen auf dem Planeten. Das sind etwa zwei Milliarden weniger als voriges Jahr von den Vereinten Nationen vorhergesagt. Die Zahlen stammen vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) der University of Washington in Seattle und wurden im Fachblatt &quot;The Lancet&quot; ver\u00f6ffentlicht. Derzeit leben etwa 7,8 Milliarden Menschen auf der Erde.<\/p>\n<p>Laut der Hochrechnung sinkt die Geburtenrate zum Ende des Jahrhunderts in 183 von 195 L\u00e4ndern so stark, dass ihre Bev\u00f6lkerungszahl nur durch Einwanderung stabil bleibt. In 23 L\u00e4ndern &#8211; insbesondere in Europa und Asien &#8211; werden die Populationen im Vergleich zur Gegenwart um mehr als die H\u00e4lfte schrumpfen. Zu diesen L\u00e4ndern z\u00e4hlen der Prognose zufolge Polen, die Ukraine, Italien, Spanien, Portugal, Japan und Thailand. Selbst die Bev\u00f6lkerung Chinas wird den Berechnungen zufolge \u00e4hnlich stark zur\u00fcckgehen &#8211; von 1,4 Milliarden im Jahr 2017 auf 732 Millionen im Jahr 2100.<\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde f\u00fcr diese weltweite Entwicklung nennen die Forscher um IHME-Direktor Christopher Murray besseren Zugang zu Verh\u00fctungsmitteln und vor allem bessere Bildung f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen. Als Grundlage der Prognose verwendet das Team die Daten des Berichts &quot;Global Burden of Disease&quot; von 2017, der grundlegende Trends unter anderem zu Sterblichkeit und Gesundheit aufzeigt. Daraus leiten die Forscher Prognosen zu Sterblichkeit, Geburtenraten und Migration f\u00fcr das laufende Jahrhundert ab.<\/p>\n<p>Die globale Geburtenrate von etwa 2,37 Kindern pro Frau im Jahr 2017 wird demnach bis 2100 auf einen Wert von 1,66 sinken &#8211; und damit deutlich unter die f\u00fcr eine stabile Bev\u00f6lkerung erforderliche Marke von 2,1. Selbst in Afrika s\u00fcdlich der Sahara, wo der Wert derzeit bei 4,6 liegt, wird er dann bei 1,7 liegen.<\/p>\n<p>Diese Trends ver\u00e4ndern die demografische Struktur massiv: Auf der Erde des Jahres 2100 werden demnach 2,37 Milliarden Menschen im Alter \u00fcber 65 Jahren leben &#8211; im Vergleich zu nur 1,7 Milliarden unter 20. &quot;Ein dauerhafter globaler Bev\u00f6lkerungsanstieg ist nicht mehr l\u00e4nger die wahrscheinlichste Entwicklung der Weltpopulation&quot;, wird Murray in einer Mitteilung zitiert. &quot;Diese Studie bietet Regierungen aller L\u00e4nder eine Gelegenheit, ihre jeweilige Politik in Bezug auf Einwanderung, Arbeitskr\u00e4fte und wirtschaftliche Entwicklung zu \u00fcberdenken, um die Herausforderungen durch den demografischen Wandel anzugehen.&quot;<\/p>\n<p>Die demografischen Umw\u00e4lzungen werden der Prognose zufolge an der globalen Wirtschaftsordnung r\u00fctteln: China wird die USA im Jahr 2035 als Land mit dem gr\u00f6\u00dften Bruttoinlandsprodukt (GDP) abl\u00f6sen, dann allerdings unter seinem Bev\u00f6lkerungsr\u00fcckgang leiden. Die USA, die Ende des Jahrhunderts mit 336 Millionen mehr Einwohner haben als zurzeit (325 Millionen), k\u00f6nnten der Prognose zufolge jedoch 2098 wieder das weltweit gr\u00f6\u00dfte GDP erreichen. Auch die indische Bev\u00f6lkerung d\u00fcrfte erst anwachsen, bis 2100 aber schrumpfen &#8211; von derzeit knapp 1,4 Milliarden \u00fcber 1,6 Milliarden im Jahr 2048 auf knapp 1,1 Milliarden am Ende des Jahrhunderts.<\/p>\n<p><strong>85 Millionen Menschen in Deutschland <\/strong><\/p>\n<p>Deutschland, Frankreich und Gro\u00dfbritannien k\u00f6nnten den Kalkulationen zufolge ihre f\u00fchrenden Rollen unter den Top 10 der Wirtschaftsnationen beibehalten, w\u00e4hrend Italien und Spanien deutlich abfallen. In Deutschland erreicht die Bev\u00f6lkerung im Jahr 2035 mit 85 Millionen ihren H\u00f6chststand und sinkt bis zum Jahr 2100 auf etwa 66,4 Millionen ab. Die Geburtenrate wird bis dahin im Vergleich zur Gegenwart (1,39) nur leicht auf 1,35 sinken.<\/p>\n<p>&quot;F\u00fcr L\u00e4nder mit hohem Einkommen und niedrigen Geburtenraten sind die besten L\u00f6sungen, um die derzeitige Population, Wirtschaftswachstum und geopolitische Sicherheit zu erhalten, offene Einwanderungsregelungen und eine Sozialpolitik, die Familien darin unterst\u00fctzt, ihre gew\u00fcnschte Kinderzahl zu haben&quot;, erl\u00e4utert Murray. Zudem sollten Frauenrechte auf der Agenda jeder Regierung oberste Priorit\u00e4t haben.<\/p>\n<p>Nur zwei Erdregionen haben den Forschern zufolge im Jahr 2100 eine gr\u00f6\u00dfere Bev\u00f6lkerung als derzeit. In Afrika s\u00fcdlich der Sahara leben dann mit gut drei Milliarden fast dreimal mehr Menschen als heute. Und in der Region Nordafrika und Vorderasien gibt es demnach statt heute 600 Millionen dann 978 Millionen Menschen.<\/p>\n<p>Die Forscher r\u00e4umen ein, dass ihre Prognosen unter anderem von der Qualit\u00e4t der ausgewerteten Daten abh\u00e4ngen. Die derzeitige Covid-19-Pandemie wird die Bev\u00f6lkerungsentwicklung demnach nicht direkt ver\u00e4ndern, k\u00f6nnte sich aber sehr wohl auf nationale Gesundheitssysteme weltweit auswirken.<\/p>\n<p>&quot;Falls die Vorhersagen von Murray und Kollegen nur halbwegs zutreffen, wird Zuwanderung f\u00fcr alle Nationen nicht nur eine Option werden, sondern eine Notwendigkeit&quot;, schreibt Ibrahim Abubakar vom University College London in einem &quot;Lancet&quot;-Kommentar.<\/p>\n<p>Wolfgang Lutz, Direktor des Wiener Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital, h\u00e4lt die Vorhersagen der Forscher zur Bev\u00f6lkerungsentwicklung f\u00fcr belastbar. &quot;Bev\u00f6lkerungsprognosen sind tendenziell l\u00e4ngerfristig valide als etwa Wirtschaftsprognosen&quot;, sagt der Demograf. &quot;Geburtenraten und der Anstieg der Lebenserwartung sind langsame Prozesse \u00fcber Jahrzehnte, die keine pl\u00f6tzlichen Spr\u00fcnge machen.&quot; Migration allerdings unterliege auch kurzfristigen politischen Einfl\u00fcssen, wie etwa die Entwicklung in Syrien gezeigt habe.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern In 183 von 195 L\u00e4ndern wird die Geburtenrate niedriger ausfallen, glauben Forscher Foto: gulfu photography\/ Getty Images Auf der Welt wird es immer enger, weil die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1129\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}