{"id":1128,"date":"2020-07-15T02:16:26","date_gmt":"2020-07-14T23:16:26","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/methan-ausstos-von-starkem-klimagas-erreicht-neuen-hochststand\/"},"modified":"2020-07-15T02:16:26","modified_gmt":"2020-07-14T23:16:26","slug":"methan-ausstos-von-starkem-klimagas-erreicht-neuen-hochststand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/methan-ausstos-von-starkem-klimagas-erreicht-neuen-hochststand\/","title":{"rendered":"Methan: Aussto\u00df von starkem Klimagas erreicht neuen H\u00f6chststand"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/fd8aa23b-211f-4417-8b22-d4e00f5cfb03_w948_r1.77_fpx29.79_fpy49.99.jpg\" title=\"\u00d6lf\u00f6rderung im Permbecken bei Midland (US-Bundesstaat Texas)\" alt=\"\u00d6lf\u00f6rderung im Permbecken bei Midland (US-Bundesstaat Texas)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">\u00d6lf\u00f6rderung im Permbecken bei Midland (US-Bundesstaat Texas)<\/p>\n<p>  Foto: LARRY W SMITH\/EPA-EFE\/Shutterstock  <\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber die vergangenen 100 Jahren hat das Permbecken einige Menschen sehr reich gemacht. In der geologischen Formation tief im Untergrund der US-Bundesstaaten Texas und New Mexico sind nach Sch\u00e4tzungen immer noch rund f\u00fcnf Milliarden f\u00f6rderbare Barrel \u00d6l und 540 Billionen Kubikmeter Gas verborgen. In den vergangenen Jahren haben die Firmen auf einer Fl\u00e4che mehr als halb so gro\u00df wie Deutschland vor allem mit sogenannten unkonventionellen F\u00f6rdermethoden wie Fracking ihre Produktion gesteigert. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in den Untergrund gepumpt, um das Gestein aufzusprengen.<\/p>\n<p>\u00d6l und Gas setzen nicht nur bei der Verbrennung Kohlendioxid frei, wodurch sich die Atmosph\u00e4re immer mehr aufheizt. Auch schon die F\u00f6rderung ist problematisch f\u00fcr das Klima, weil dabei  Methan entsteht. Unter anderem mit Daten des europ\u00e4ischen Satelliten &quot;Sentinel-5P&quot;, der unter anderem auch Stickoxide, Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid und Aerosole messen kann, l\u00e4sst sich das Ph\u00e4nomen auch aus dem All nachweisen.<\/p>\n<p>Erst k\u00fcrzlich berichtete ein internationales Team dar\u00fcber, dass trotz der Corona-Pandemie und einem weltweiten Erlahmen der Wirtschaft in diesem Jahr die Methanemissionen aus dem Permbecken sogar noch gestiegen sind. &quot;Eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr diesen Anstieg k\u00f6nnte sein, dass das Gas, aufgrund der geringeren Nachfrage in Zeiten von Covid-19, verbrannt und entl\u00fcftet wird &#8211; was zu h\u00f6heren Methan-Emissionen \u00fcber diesem Gebiet f\u00fchrt&quot;, so Esa-Missionsmanager Claus Zehner.<\/p>\n<p>Eine neue, globale Analyse \u2013 sie basiert allerdings auf den Daten des Jahres 2017 &#8211; zeigt nun: Der j\u00e4hrliche Aussto\u00df von Methan hat auch jenseits des Permbeckens einen neuen H\u00f6chststand erreicht. Pro Jahr gelangen demnach rund 600 Millionen Tonnen des Gases in die Erdatmosph\u00e4re, mehr als die H\u00e4lfte davon durch Aktivit\u00e4ten des Menschen.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber dem j\u00e4hrlichen Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2006 habe sich der j\u00e4hrliche Aussto\u00df um neun Prozent erh\u00f6ht, berichtet eine Gruppe von Forschenden des Global Carbon Project um Rob Jackson von der Stanford University (US-Bundesstaat Kalifornien) in den Fachzeitschriften &quot;Earth System Science Data&quot; und &quot;Environmental Research Letters&quot;.<\/p>\n<p>\u00dcber einen Zeitraum von 100 Jahren hat Methan eine 28 Mal st\u00e4rkere Treibhauswirkung als Kohlendioxid (CO2), \u00fcber 20 Jahre berechnet ist die Wirkung sogar 86 Mal st\u00e4rker. Das ist auch die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, warum es selbst bei einer geringen Konzentration \u2013 rund 1870 Molek\u00fcle kommen auf eine Milliarde Luftteilchen \u2013 so kr\u00e4ftig ist. &quot;Methan ist jetzt f\u00fcr 23 Prozent der globalen Erw\u00e4rmung aufgrund von Treibhausgasen verantwortlich&quot;, so Co-Autor Pep Canadell vom Forschungsinstitut CSIRO Oceans and Atmosphere im australischen Canberra.<\/p>\n<p>Das Team berichtet, dass die Methanemissionen aus nat\u00fcrlichen Quellen wie Feuchtgebieten und Vulkanen im untersuchten Zeitraum nahezu gleich geblieben seien. Allerdings hatte eine andere Gruppe zuvor Hinweise darauf gefunden, dass auch die nat\u00fcrlichen Methanemissionen im Zuge des Klimawandels steigen k\u00f6nnten, weil sich die Gemeinschaften von Mikroorganismen \u00e4ndern, die den Aussto\u00df des Gases regulieren.<\/p>\n<h3>Vorerst kein Anstieg in der Arktis registriert<\/h3>\n<p>Hauptursache f\u00fcr gestiegene Methanemissionen sind menschliche Aktivit\u00e4ten. Die Studienautoren nennen hier vor allem die F\u00f6rderung von fossilen Brennstoffen, Deponien und die Landwirtschaft, besonders die Viehzucht, als Quellen. &quot;Die Leute scherzen \u00fcber das Aufsto\u00dfen von K\u00fchen, ohne zu wissen, wie gro\u00df die Quelle wirklich ist&quot;, so Jackson. Die Emissionen von Rindern und anderen Wiederk\u00e4uern seien bei Methan fast so hoch wie die der fossilen Brennstoffindustrie.<\/p>\n<p>L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten, so die Forscher, gebe es unter anderem in Form von Futterzus\u00e4tzen aus Algen, durch die Rinder weniger Methan produzieren. Auch beim Reisanbau lie\u00dfen sich die Emissionen durch bessere Bew\u00e4sserungstechniken senken.<\/p>\n<p>Drei Weltregionen verzeichneten einen besonders starken Anstieg beim Methanaussto\u00df:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Afrika\/Naher Osten,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>China\/S\u00fcdasien sowie<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Ozeanien (dazu geh\u00f6rt auch Australien).<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Mit j\u00e4hrlich 4,5 Millionen Tonnen mehr pro Jahr haben auch die USA ihren Anteil an der Emissionssteigerung, vor allem durch die F\u00f6rderung und Verteilung von Erdgas. Zur Einordnung: In Deutschland liegen die j\u00e4hrlichen Gesamtemissionen an Methan bei etwa 2,1 Millionen Tonnen. Europa ist die einzige Weltregion, deren Methanaussto\u00df 2017 gegen\u00fcber dem Vergleichszeitraum von 2000 bis 2006 leicht gesunken ist. Verantwortlich daf\u00fcr seien unter anderem strengere Regeln bei M\u00fclldeponien und im Umgang mit G\u00fclle. Die Europ\u00e4er w\u00fcrden mittlerweile auch weniger Rindfleisch und mehr Gefl\u00fcgel und Fisch essen, so die Wissenschaftler.<\/p>\n<p>Einen Anstieg der Methanemissionen durch das Auftauen von Permafrostb\u00f6den in k\u00e4lteren Regionen der Erde konnten die Forscher zumindest bis 2017 nicht beobachten. Dort sind gro\u00dfe Mengen des Gases gespeichert, die im Zuge der Erderhitzung freiwerden und eine Art Teufelskreis in Gang setzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Weil Methan in der Atmosph\u00e4re sehr viel schneller abgebaut wird als CO2, k\u00f6nnte eine Verringerung des menschengemachten Methanaussto\u00dfes aber auch vergleichsweise schnell Wirkung zeigen. Umgekehrt gilt aber auch: Ohne Ma\u00dfnahmen, um den Methanaussto\u00df in den Griff zu bekommen, k\u00f6nnte dieser bis zum Jahr 2050 noch einmal um 30 Prozent steigen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern \u00d6lf\u00f6rderung im Permbecken bei Midland (US-Bundesstaat Texas) Foto: LARRY W SMITH\/EPA-EFE\/Shutterstock \u00dcber die vergangenen 100 Jahren hat das Permbecken einige Menschen sehr reich gemacht. 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