{"id":1118,"date":"2020-07-14T15:10:47","date_gmt":"2020-07-14T12:10:47","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/syrien-humanitare-hilfe-als-waffe\/"},"modified":"2020-07-14T15:10:47","modified_gmt":"2020-07-14T12:10:47","slug":"syrien-humanitare-hilfe-als-waffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/syrien-humanitare-hilfe-als-waffe\/","title":{"rendered":"Syrien: Humanit\u00e4re Hilfe als Waffe"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c878b53a-8a7d-4f40-aff7-e06b0bca0eee_w948_r1.77_fpx65_fpy46.jpg\" title=\"Gefl\u00fcchtete Kinder mit Hilfslieferungen in der Region Idlib, im Nordwesten Syriens\" alt=\"Gefl\u00fcchtete Kinder mit Hilfslieferungen in der Region Idlib, im Nordwesten Syriens\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Gefl\u00fcchtete Kinder mit Hilfslieferungen in der Region Idlib, im Nordwesten Syriens<\/p>\n<p>  Foto: Burak Kara\/ Getty Images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Trotz des Krieges k\u00f6nnte es vergleichsweise einfach sein, den Menschen in Syrien zu helfen. Die Voraussetzungen daf\u00fcr sind besser als bei vielen anderen Konflikten: Das Geld flie\u00dft gro\u00dfz\u00fcgiger, auch weil die Geber einen erneuten Fl\u00fcchtlingssommer wie 2015 vermeiden wollen.<\/p>\n<p>Und theoretisch w\u00e4re es auch leichter als in vielen anderen Krisenstaaten, Hilfe ins Land zu bringen und an Bed\u00fcrftige zu liefern: Syrien hat trotz allem funktionierende H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen, befahrbare Stra\u00dfen und mehrere halbwegs stabile Nachbarstaaten.<\/p>\n<p>Nur scheitert es dann doch am Krieg, genauer gesagt an der Politik des syrischen Regimes. Damaskus und das mit ihm verb\u00fcndete Russland setzen humanit\u00e4re Hilfe als Machtmittel ein. Essen und Medikamente sollen nur diejenigen bekommen, die sich zu Syriens Pr\u00e4sident Baschar al-Assad bekennen. Der Rest soll leiden. <\/p>\n<p>Gerade erst hat Moskau im Uno-Sicherheitsrat daf\u00fcr gesorgt, dass nur noch ein einziger Grenz\u00fcbergang, Bab al-Hawa, genutzt werden darf, um den Nordwesten Syriens zu beliefern. Dort sind nach Uno-Angaben mehr als acht Millionen Menschen auf humanit\u00e4re Hilfe angewiesen.<\/p>\n<p>Bis Anfang Januar waren insgesamt vier Grenz\u00fcberg\u00e4nge offen f\u00fcr Hilfslieferungen in Gebiete, die nicht vom syrischen Regime kontrolliert werden. Doch dann lie\u00df Russland im Januar den Grenz\u00fcbergang f\u00fcr den Nordosten schlie\u00dfen, von dem knapp zwei Millionen Menschen abh\u00e4ngen, sowie einen Grenz\u00fcbergang im S\u00fcden. Nun lie\u00df es einen weiteren im Nordwesten schlie\u00dfen.<\/p>\n<h3>&quot;Die Grenze der Belastbarkeit erreicht&quot;<\/h3>\n<p>Dabei hatte die Uno daf\u00fcr pl\u00e4diert, wieder mehr Grenz\u00fcberg\u00e4nge zu \u00f6ffnen. Denn der Bedarf in Syrien ist riesig: Die syrische W\u00e4hrung befindet sich im freien Fall, kaum einer kann sich noch ausreichend Lebensmittel leisten. 9,3 Millionen Syrer sind vom Hunger bedroht &#8211; so viele wie noch nie, und die Zahl steigt weiter.<\/p>\n<p>&quot;Im ganzen Land sagen uns Menschen, die sich w\u00e4hrend der vergangenen neun Jahre des Konflikts \u00fcber Wasser gehalten haben, dass sie jetzt die Grenze der Belastbarkeit erreicht haben&quot;, sagte Mark Lowcock, Uno-Untergeneralsekret\u00e4r f\u00fcr Humanit\u00e4re Angelegenheiten, dem Uno-Sicherheitsrat vor der Abstimmung. Zudem ist nun auch Corona in Syrien angekommen. Es wird bef\u00fcrchtet, dass das Virus dort, \u00e4hnlich wie im Jemen, schlimm w\u00fcten wird. Denn die Bev\u00f6lkerung ist geschw\u00e4cht, das Gesundheitssystem verw\u00fcstet. <\/p>\n<p>Doch die russische Regierung ist anderer Meinung: Die Lage in Syrien habe sich ver\u00e4ndert, man brauche die Hilfe \u00fcber die t\u00fcrkisch-syrische Grenze nicht mehr. Das ganze Land k\u00f6nne nun mithilfe der syrischen Regierung beliefert werden, so die Argumentation.<\/p>\n<h3>Keine medizinischen Hilfsg\u00fcter kommen mehr an<\/h3>\n<p>Teils stimmt, was Moskau sagt: Das syrische Regime kontrolliert wieder knapp zwei Drittel des Landes und etwa neun der 19 offiziellen Grenz\u00fcberg\u00e4nge. Als der Uno-Sicherheitsrat 2014 erstmals die Hilfskonvois in oppositionelle Gebiete erlaubte, kontrollierte das syrische Regime nur ein Drittel seines Staatsgebiets und etwa sechs Grenz\u00fcberg\u00e4nge.<\/p>\n<p>Doch das Wesentliche hat sich nicht ver\u00e4ndert: Das syrische Regime will Menschen nicht helfen, die &#8211; zuf\u00e4llig oder absichtlich &#8211; in Gebieten au\u00dferhalb seiner Kontrolle leben. Sonst br\u00e4uchte es \u00fcberhaupt keine Uno-Sicherheitsratsresolutionen. Man k\u00f6nnte von Damaskus aus die Hilfe im ganzen Land verteilen. Die Uno-Organisationen brauchen kein Mandat des Uno-Sicherheitsrats um zu helfen, solange das syrische Regime der Hilfe zustimmt.<\/p>\n<p>Bis 2014 hatte man versucht, auf diesem Wege ganz Syrien zu versorgen.Nur lie\u00df das syrische Regime fast keinen Hilfskonvoi weiterfahren. Stattdessen zweigte es Hilfsg\u00fcter ab und setzte durch, dass Regimevertreter gut bezahlte Uno-Jobs in Syrien bekamen.<\/p>\n<p>Nun sei die Lage anders, versichern die russische und syrische Regierung einhellig. Man w\u00fcrde die Hilfskonvois durchlassen.<\/p>\n<p>Die Uno kommt zu einem anderen Ergebnis: Seitdem Russland im Januar daf\u00fcr gesorgt hat, dass der Grenz\u00fcbergang im Nordosten geschlossen wurde, habe sich die Notlage dort versch\u00e4rft. Zwar ist es m\u00f6glich, von Damaskus aus Lkw dorthin zu schicken oder sogar Flugzeuge. Nur seien in den vergangenen f\u00fcnf Monaten in den meisten Kliniken und Krankenh\u00e4usern, die bis dahin \u00fcber den nun geschlossenen Grenz\u00fcbergang versorgt wurden, keine medizinischen G\u00fcter mehr angekommen. <\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Gefl\u00fcchtete Kinder mit Hilfslieferungen in der Region Idlib, im Nordwesten Syriens Foto: Burak Kara\/ Getty Images Trotz des Krieges k\u00f6nnte es vergleichsweise einfach sein, den Menschen in Syrien<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1118","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1118","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1118"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1118\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1118"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1118"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1118"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}