{"id":1115,"date":"2020-07-14T11:56:11","date_gmt":"2020-07-14T08:56:11","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ghislaine-maxwell-jeffrey-epsteins-ex-freundin-vor-gericht\/"},"modified":"2020-07-14T11:56:11","modified_gmt":"2020-07-14T08:56:11","slug":"ghislaine-maxwell-jeffrey-epsteins-ex-freundin-vor-gericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ghislaine-maxwell-jeffrey-epsteins-ex-freundin-vor-gericht\/","title":{"rendered":"Ghislaine Maxwell: Jeffrey Epsteins Ex-Freundin vor Gericht"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/4ebd0398-c358-4ca9-8270-68da8941247e_w948_r1.77_fpx1_fpy58_fd58.82.jpg\" title=\"Verh\u00e4ngnisvolle Aff\u00e4re: US-Staatsanw\u00e4ltin Audrey Strauss mit einem Foto von Maxwell und Epstein\" alt=\"Verh\u00e4ngnisvolle Aff\u00e4re: US-Staatsanw\u00e4ltin Audrey Strauss mit einem Foto von Maxwell und Epstein\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Verh\u00e4ngnisvolle Aff\u00e4re: US-Staatsanw\u00e4ltin Audrey Strauss mit einem Foto von Maxwell und Epstein<\/p>\n<p>  Foto: LUCAS JACKSON\/ REUTERS  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Insassin Nr. 02879-509 sitzt seit Montag voriger Woche im Metropolitan Detention Center (MDC), einem Gef\u00e4ngnis am Westufer von Brooklyn. In der Str\u00e4flingskartei ist sie als &quot;58, wei\u00df, weiblich&quot; registriert. Entlassungsdatum: &quot;unbekannt.&quot;<\/p>\n<p>Ghislaine Maxwell, die Ex-Freundin des Multimillion\u00e4rs und Sexualstraft\u00e4ters Jeffrey Epstein, d\u00fcrfte ihr Jetset-Leben vermissen. Anfang Juli war sie vom FBI in einer Luxusvilla in New Hampshire verhaftet worden. Im MDC muss sie sich nun mit einer Zehn-Quadratmeter-Zelle begn\u00fcgen.<\/p>\n<p>In der f\u00fcr horrende Zust\u00e4nde bekannten Haftanstalt ist Maxwell denselben Regeln unterworfen wie alle fast 1600 Insassen, darunter Donald Trumps fr\u00fcherer Anwalt Michael Cohen. Wecken um sechs, jeder muss sein Bett machen, Zahnb\u00fcrste, Seife und Waschlappen werden zugeteilt, den Rest gibt es im Gef\u00e4ngniskiosk zu kaufen. Damen-Deo kostet 2,45 Dollar.<\/p>\n<p>An diesem Dienstag soll Maxwell nun erstmals vor einem New Yorker Gericht erscheinen. Bei der Anh\u00f6rung, die wegen der Coronakrise virtuell stattfindet, geht es zun\u00e4chst nur darum, ob sie bis zum Prozess freikommt. Daf\u00fcr will Maxwell, auch unter Hinweis auf das Covid-19-Risiko hinter Gittern, eine Kaution von f\u00fcnf Millionen Dollar hinterlegen und bietet an, sich mit einer GPS-Fu\u00dffessel unter Hausarrest stellen zu lassen. Es ist unwahrscheinlich, dass ihr das zugebilligt wird.<\/p>\n<p>Der Gerichtstermin wird nicht das letzte Kapitel in diesem internationalen Krimi sein &#8211; ein Krimi, der mit Epsteins Tod im August 2019 keineswegs endete, wie manche gedacht hatten. Die US-Staatsanwaltschaft sucht weiter nach m\u00f6glichen Mitwissern und Mitt\u00e4tern Epsteins, der in feinsten Kreisen verkehrte und mit Donald Trump, Bill Clinton und Prinz Andrew befreundet war. Dabei gilt Maxwell als zentralste, mysteri\u00f6seste Figur &#8211; als Schaltstelle des immer noch nicht ausgeleuchteten Epstein-Netzwerks.<\/p>\n<p>Der Anklage zufolge soll Maxwell als mutma\u00dfliche Komplizin Epsteins mindestens drei minderj\u00e4hrige Opfer rekrutiert und sich selbst an ihnen vergangen haben. Daf\u00fcr drohen der Tochter des 1991 unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden verstorbenen britischen Medienmoguls, Millionenbetr\u00fcgers und mutma\u00dflichen Geheimagenten Robert Maxwell bis zu 35 Jahre Haft. Das wiederum k\u00f6nnte den US-Fahndern als Druckmittel dienen, um von ihr Informationen \u00fcber andere zu erfahren, f\u00fcr die sie sich interessieren.<\/p>\n<p>Keiner der prominenten Epstein-Freunde taucht in der Anklage gegen Maxwell namentlich auf. Doch einige d\u00fcrften die Verschwiegenheit der Frau, die alle Geheimnisse Epsteins kannte, sicher zu sch\u00e4tzen wissen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Prinz Andrew: <\/strong>Virginia Giuffre, nach eigenen Angaben ein Epstein-Opfer, hat Maxwell in einer separaten Klage beschuldigt, sie als 17-J\u00e4hrige mit dem Royal verkuppelt zu haben. Der Prinz, der mit Epstein und Maxwell befreundet war, bestreitet das kategorisch. Maxwell wurde zuletzt im Juni 2019 \u00f6ffentlich mit Prinz Andrew gesehen. Die federf\u00fchrende US-Staatsanw\u00e4ltin Audrey Strauss sagte bei der Verk\u00fcndung der Maxwell-Anklage, man habe bisher vergeblich um ein &quot;Gespr\u00e4ch&quot; mit Andrew ersucht. Nach Darstellung britischer Medien ist Andrew &quot;nerv\u00f6s&quot; und vermeidet zurzeit Auslandsreisen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Donald Trump:<\/strong> Auch Trump war mit Epstein und Maxwell befreundet, spielt das heute aber herunter. Ihre Villen in Palm Beach in Florida lagen nicht weit voneinander entfernt am Wasser. Vor den US-Wahlen 2016 wurde Trump unter Eid beschuldigt, 1994 in Epsteins New Yorker Stadthaus eine 13-J\u00e4hrige vergewaltigt zu haben. Eine entsprechende Klage wurde kurz darauf aber zur\u00fcckgezogen, weil die Betroffene bedroht worden sei. Nach seiner Wahl machte Trump den Ex-Staatsanwalt Alex Acosta, der 2008 in Florida einen Gerichtsdeal mit dem damals zum ersten Mal angeklagten Epstein eingef\u00e4delt hatte, zum Arbeitsminister. Acosta trat im Zuge des Skandals zur\u00fcck.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Bill Clinton: <\/strong>Der fr\u00fchere US-Pr\u00e4sident findet sich als VIP-Passagier in den Logb\u00fcchern von fast zwei Dutzend Fl\u00fcgen mit Epsteins Privatjet, den die Medien &quot;Lolita Express&quot; getauft hatten. Mit an Bord sollen oft auch junge Frauen und Maxwell gewesen sein. Laut Clinton waren die Fl\u00fcge rein dienstlich, er hat jedwedes Fehlverhalten abgestritten.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Nichts &quot;Unanst\u00e4ndiges&quot; bemerkt<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Alan Dershowitz:<\/strong> Giuffre beschuldigt auch den Staranwalt, sie mit Unterst\u00fctzung von Maxwell missbraucht zu haben. Dershowitz, der Epstein 2008 in Florida verteidigt hatte, bestreitet das kategorisch: Er habe fr\u00fcher zwar mit Maxwell \u00fcber seinen Freund Epstein gesellschaftlichen Kontakt gepflegt, doch nie etwas &quot;Unanst\u00e4ndiges&quot; bemerkt. Dershowitz hat sich als Zeuge im Maxwell-Prozess angeboten, auch um seinen eigenen Namen reinzuwaschen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Jean-Luc Brunel:<\/strong> Der Ex-Chef der Model-Agentur MC2 &#8211; deren Gr\u00fcndung Epstein mitfinanziert hatte &#8211; wehrt sich seit Langem gegen den Verdacht, Epstein ebenfalls mit M\u00e4dchen versorgt zu haben. Maxwell kannte Brunel schon \u00fcber ihren Vater, lange bevor sie Epstein traf. Viele M\u00e4dchen, die in New York f\u00fcr Brunel arbeiteten, lebten damals in einer Epstein-Wohnung unweit seiner dortigen Stadtvilla.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>William Barr: <\/strong>Auch der US-Justizminister hat Connections zu Epstein. Sein Vater hatte Epstein 1974 trotz mangelnder Qualifikation als Lehrer an einer Schule eingestellt, auf die mindestens eines seiner sp\u00e4teren mutma\u00dflichen Opfer ging. Barr selbst feuerte dann im Juni unter h\u00f6chst ungew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nden den Staatsanwalt, der unter anderem auch die Ermittlungen gegen Epstein und Maxwell betreut hatte. Dessen Vize Strauss \u00fcbernahm den Fall &#8211; und lie\u00df Maxwell zw\u00f6lf Tage sp\u00e4ter verhaften. &quot;Epsteins Leben in der Unterwelt der globalen Elite&quot;, schreibt die Journalistin Sarah Kendzior in ihrem Buch &quot;Hiding in Plain Sight&quot;, &quot;begann und endete mit William Barrs Familie.&quot;<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unter Berufung auf Maxwells &quot;internationale Verbindungen&quot; warnt die Staatsanwaltschaft denn auch vor &quot;extremer Fluchtgefahr&quot;. Als weitere Argumente gegen eine Freilassung nennt sie Maxwells Millionenverm\u00f6gen und ihre drei Reisep\u00e4sse (USA, Gro\u00dfbritannien, Frankreich). Einmal auf freiem Fu\u00df, habe sie &quot;absolut keinen Grund, in den USA zu bleiben&quot; &#8211; zumal Frankreich seine Staatsb\u00fcrger nicht ausliefere.<\/p>\n<p>Die Bef\u00fcrchtungen sind nicht unbegr\u00fcndet. Schon nach Epsteins Festnahme im letzten Juli tauchte Maxwell unter. Mal wurde sie in Massachusetts vermutet, in der Villa eines reichen Freundes, mal im Farmhaus eines Supermodels in Pennsylvania. Ger\u00fcchte w\u00e4hnten sie in Frankreich, unter FBI-Zeugenschutz oder sogar in Israel, mit dessen Geheimdienst Mossad ihr Vater verbunden gewesen sein soll. Das Londoner Boulevardblatt &quot;Sun&quot; setzte 10.000 Pfund Kopfgeld auf sie aus.<\/p>\n<p>Maxwell fachte die Spekulationen mit an. Zwei Tage nach Epsteins Tod lie\u00df sie sich in einem Fast-Food-Restaurant bei Los Angeles fotografieren, kokett l\u00e4chelnd, vor sich ein offenes Buch und einen Burger. Das offenbar inszenierte Tableau war das einzige Lebenszeichen bis zu ihrer Verhaftung.<\/p>\n<p>Am 3. Juli schnappte das FBI sie &#8211; in einer 400-Quadratmeter-Waldvilla in New Hampshire, die Maxwell im Dezember f\u00fcr 1,1 Millionen Dollar gekauft hatte. Die Maklerfirma beschrieb das Haus als &quot;fantastischen Zufluchtsort f\u00fcr den Naturfreund, der die totale Privatsph\u00e4re liebt&quot;. In einen Stein an der Einfahrt war das Wort &quot;Tuckedaway&quot; gemei\u00dfelt: &quot;Versteckt.&quot;<\/p>\n<p>Maxwell wurde in Jogginghose und T-Shirt von der FBI-Razzia \u00fcberrascht. Sie habe zun\u00e4chst zu fliehen versucht, berichtete die Staatsanwaltschaft am Montag. Auf einem Schreibtisch habe man ein in Alufolie gewickeltes Handy gefunden, was offenbar ihren Standort habe vertuschen sollen. Auch habe Maxwell britische Ex-Soldaten als Bodyguards angeheuert.<\/p>\n<h3>H\u00e4ftlingskleidung aus Papier<\/h3>\n<p>Zugleich f\u00fcrchten die Beh\u00f6rden, dass Maxwell auch im Gef\u00e4ngnis das gleiche Schicksal treffen k\u00f6nnte wie Epstein, der vor fast einem Jahr erh\u00e4ngt in seiner Zelle aufgefunden wurde. Die amtliche Todesursache &#8211; Suizid &#8211; wurde von manchen angezweifelt. Medienberichten zufolge wird Maxwell rund um die Uhr mit Kameras \u00fcberwacht, tr\u00e4gt H\u00e4ftlingskleidung aus Papier und muss ohne Laken schlafen, weil diese zu Schlingen gedreht werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&quot;Sie wollen sicherstellen&quot;, zitierte die &quot;New York Post&quot; einen Insider, &quot;dass ihr auch wirklich der Prozess gemacht wird.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Verh\u00e4ngnisvolle Aff\u00e4re: US-Staatsanw\u00e4ltin Audrey Strauss mit einem Foto von Maxwell und Epstein Foto: LUCAS JACKSON\/ REUTERS Insassin Nr. 02879-509 sitzt seit Montag voriger Woche im Metropolitan Detention Center<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1115","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1115","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1115"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1115\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1115"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1115"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1115"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}