{"id":1031,"date":"2020-07-10T15:57:02","date_gmt":"2020-07-10T12:57:02","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-wird-in-den-usa-einfach-nur-mehr-getestet\/"},"modified":"2020-07-10T15:57:02","modified_gmt":"2020-07-10T12:57:02","slug":"coronavirus-wird-in-den-usa-einfach-nur-mehr-getestet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/coronavirus-wird-in-den-usa-einfach-nur-mehr-getestet\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Wird in den USA einfach nur mehr getestet?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c4f1e723-151a-4b5f-9dba-b1e358378e78_w948_r1.77_fpx32.04_fpy52.97.png\" title=\"Ausbreitung von Corona in den USA: Roter Flickenteppich\" alt=\"Ausbreitung von Corona in den USA: Roter Flickenteppich\"\/><figcaption>\n<p class=\"caps\">Ausbreitung von Corona in den USA: Roter Flickenteppich<\/p>\n<p>Der Spiegel<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>In den USA erreicht die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen immer neue H\u00f6chstwerte. Zuletzt meldeten Beh\u00f6rden 65.000 positive Virustests in 24 Stunden. Der US-Immunologe und Trump-Berater Anthony Fauci sprach von einem &quot;Albtraum&quot;.<\/p>\n<p>Bereits Anfang Juli hatte er gewarnt, die damals vor allem im S\u00fcden und Westen des Landes voranschreitende Ausbreitung des Virus gef\u00e4hrde die ganzen USA. Inzwischen deuten zentrale Messgr\u00f6\u00dfen darauf hin, dass sich die Situation in insgesamt 30 US-Bundesstaaten bedenklich entwickelt.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Donald Trump will davon bislang nichts wissen. Statt auf verst\u00e4rkte Schutzma\u00dfnahmen zu pochen, drohte er, Schulen Gelder zu streichen, wenn sie im Herbst nicht wieder vollst\u00e4ndig \u00f6ffnen. Der Pr\u00e4sident und einige seiner Anh\u00e4nger f\u00fchren die rapide steigenden Infektionsraten bei \u00f6ffentlichen Auftritten auf eine wachsende Testzahl zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Nach dem Motto: W\u00fcrden die USA weniger testen, g\u00e4be es kein Problem mit Corona. Das Argument mag zun\u00e4chst schl\u00fcssig klingen, ist aber aus vielen Gr\u00fcnden unsinnig. Genauso gut k\u00f6nnte man verlangen, HIV-Tests abzuschaffen. Dann g\u00e4be es zwar offiziell keine neuen Infektionen, mit der Realit\u00e4t h\u00e4tte das aber nichts zu tun.<\/p>\n<h3>Zahl der Neuinfektionen steigt st\u00e4rker als Zahl der Tests<\/h3>\n<p>Im Kern trifft Trump aber einen Punkt: Wenn Tests knapp sind, kann ein Mehr an Diagnostik tats\u00e4chlich dazu f\u00fchren, dass auch mehr F\u00e4lle identifiziert werden, obwohl sich am Infektionsgeschehen m\u00f6glicherweise nichts ge\u00e4ndert hat. Fachleute wissen das und beobachten deshalb nicht nur die Anzahl der nachgewiesenen Neuinfektionen, sondern auch die Zahl der durchgef\u00fchrten Tests und das Verh\u00e4ltnis aus beiden.<\/p>\n<p>Steigen oder sinken sie in \u00e4hnlichem Ausma\u00df, so gilt die sogenannte Positivrate als Indikator f\u00fcr das Infektionsgeschehen. W\u00e4chst dabei die Zahl der Neuinfektionen pro durchgef\u00fchrtem Test, ist von einer weiteren Verbreitung der Pandemie auszugehen. Um ein realistisches Bild vom Infektionsgeschehen zu bekommen, m\u00fcsste, entgegen Trumps Aussage, in so einer Situation besser mehr anstatt weniger getestet werden.<\/p>\n<p>Ein kurzer Vergleich der Statistiken reicht allerdings aus, um zu erkennen, dass sich Test- und Infektionsrate in den USA gr\u00f6\u00dftenteils sehr unterschiedlich entwickelt haben (\u00fcber die Reiter oben k\u00f6nnen Sie zwischen beiden Kurven hin- und herschalten):<\/p>\n<p>Die USA haben ihre Testkapazit\u00e4ten in den vergangenen Monaten sukzessive ausgebaut: In der Zeit um den 20. M\u00e4rz herum wurden t\u00e4glich gerade mal etwa 20.000 Menschen auf das neue Virus getestet, inzwischen sind es um die 600.000. Gleichzeitig schwankte die Zahl der Neuinfektionen deutlich. Zwischen Ende April und Anfang Juni ging sie sogar zur\u00fcck, w\u00e4hrend die Testzahlen weiter gestiegen sind.<\/p>\n<h3>Mitte Juni kippte das Verh\u00e4ltnis<\/h3>\n<p>In der Folge ist die Positivrate, also der Anteil positiver Ergebnisse unter allen Tests, zwischenzeitlich unter f\u00fcnf Prozent gefallen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt diesen Wert als Schwelle, um das Ausbruchsgeschehen durch Tests verfolgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&quot;Die Positivrate ist ein wichtiger Indikator, da sie Aufschluss dar\u00fcber geben kann, ob eine Region gen\u00fcgend testet, um F\u00e4lle zu finden&quot;, schreibt sie. &quot;Wenn die Positivrate in einer Region hoch ist, ist das ein Hinweis, dass haupts\u00e4chlich die am st\u00e4rksten betroffenen Personen getestet und mildere oder asymptomatische F\u00e4lle \u00fcbersehen werden.&quot; Derzeit w\u00e4chst dieses Risiko in den USA wieder.<\/p>\n<p>Seit Mitte Juni steigt die Zahl der Neuinfektionen deutlich st\u00e4rker als die Zahl der Tests. Die Ma\u00dfnahmen waren zuvor in vielen Bundesstaaten schrittweise gelockert worden, \u00fcberwiegend zwischen Ende April und dem Memorial Day am 25. Mai.<\/p>\n<p>Insbesondere in den aktuell am schlimmsten betroffenen Staaten im S\u00fcden und Westen der USA hat die Zahl der best\u00e4tigten Neuinfektionen zuletzt deutlich st\u00e4rker zugenommen als die Zahl der Tests. In Florida und Arizona beispielsweise gelingt es offenbar immer weniger, auch leichte Verdachtsf\u00e4lle auf eine Infektion zu pr\u00fcfen:<\/p>\n<h3>Der Tod kommt mit Verz\u00f6gerung<\/h3>\n<p>Einen weiteren, von Unsicherheiten bei den Tests unbeeinflussten Blick auf das Pandemiegeschehen bietet die Zahl der Covid-19-Patienten in Krankenhausbehandlung. Auch sie war lange Zeit r\u00fcckl\u00e4ufig, steigt jetzt aber wieder an. In manchen Bundesstaaten liegt sie bereits nahe der Kapazit\u00e4tsgrenze.<\/p>\n<p>Nur in den Todesraten zeigt sich der starke Anstieg der Neuinfektionen bislang nicht. Experten nennen als Grund, dass sich zuletzt viele junge Menschen infiziert haben. Erst allm\u00e4hlich dringt der Ausbruch in \u00e4ltere Bev\u00f6lkerungsschichten vor, in denen es mehr Menschen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Lungenerkrankungen gibt.<\/p>\n<p>Zudem vergeht meist einige Zeit, bis die Patienten nach der Diagnose schwer erkranken. In der Regel versuchen \u00c4rzte dann zun\u00e4chst, sie zu beatmen, oft \u00fcber mehrere Wochen. Die derzeit hohe Zahl an Neuinfektionen d\u00fcrfte sich folglich mit einiger Verz\u00f6gerung in den Todesraten widerspiegeln.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausbreitung von Corona in den USA: Roter Flickenteppich Der Spiegel In den USA erreicht die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen immer neue H\u00f6chstwerte. 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