{"id":1030,"date":"2020-07-10T14:48:37","date_gmt":"2020-07-10T11:48:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/windkraft-alte-anlagen-sollen-deutsche-co2-bilanz-aufbessern\/"},"modified":"2020-07-10T14:48:37","modified_gmt":"2020-07-10T11:48:37","slug":"windkraft-alte-anlagen-sollen-deutsche-co2-bilanz-aufbessern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/windkraft-alte-anlagen-sollen-deutsche-co2-bilanz-aufbessern\/","title":{"rendered":"Windkraft: Alte Anlagen sollen deutsche CO2-Bilanz aufbessern"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/e31940f0-3679-41f9-b0cb-7bb2ae01e079_w948_r1.77_fpx28.49_fpy50.jpg\" title=\"Windpark Hasel bei L\u00f6rrach: &quot;Zu akzeptablen Preisen CO2-freien Strom produzieren&quot;\" alt=\"Windpark Hasel bei L\u00f6rrach: &quot;Zu akzeptablen Preisen CO2-freien Strom produzieren&quot;\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Windpark Hasel bei L\u00f6rrach: &quot;Zu akzeptablen Preisen CO2-freien Strom produzieren&quot;<\/p>\n<p>  Foto: PAUL LANGROCK  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Probleme bei der Windkraft gef\u00e4hrden die Klimaziele der Bundesregierung. Anfang 2021 d\u00fcrfte der Ausbau der Rotorent\u00fcrme bis zu 7,4 Gigawatt hinter den Zielen der Bundesregierung liegen. Das geht aus Berechnungen des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE) hervor, die dem SPIEGEL vorliegen.<\/p>\n<p>Hauptgr\u00fcnde sind strenge Fl\u00e4chenbegrenzungen, B\u00fcrgerproteste und b\u00fcrokratische H\u00fcrden. Probleme machen zudem viele B\u00fcrgerwindparks, die 2017 in staatlichen Ausschreibungen einen Zuschlag auf F\u00f6rderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz erhalten hatten. Manche haben nie eine Baugenehmigung bekommen. Andere wurden auf Eis gelegt, weil Firmen seinerzeit relativ niedrige F\u00f6rders\u00e4tze zugesagt wurden. Es ist teils lukrativer, Anlagen nicht zu bauen, eine Strafgeb\u00fchr zu zahlen &#8211; und sich in aktuellen Ausschreibungen erneut zu bewerben, mit der Aussicht auf einen h\u00f6heren F\u00f6rdersatz.<\/p>\n<p>Zum schleppenden Neubau kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Im n\u00e4chsten Jahr l\u00e4uft erstmals die F\u00f6rderung f\u00fcr etwa 4900\u2008Windr\u00e4der der ersten Generation aus. Betroffen sind Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 3,7 Gigawatt, die ihre gesetzliche F\u00f6rderdauer von 20 Jahren erreicht haben. Ein Weiterbetrieb ohne F\u00f6rderung rechnet sich derzeit meist nicht. Denn durch die Coronakrise sind die Strompreise deutlich gesunken.<\/p>\n<h3>L\u00e4ngere F\u00f6rderung als m\u00f6gliche \u00dcbergangsl\u00f6sung<\/h3>\n<p>Wegen der L\u00fccke bei der Windkraft werden laut BNE bis zu 14,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr nicht eingespart. Das entspricht bis zu 5,5 Prozent der CO2-Menge, die der Energiesektor laut Klimaschutzgesetz 2022 noch aussto\u00dfen darf. &quot;Trotz des milliardenteuren Kohleausstiegs droht sich die Klimabilanz der Bundesrepublik zu verschlechtern&quot;, warnt BNE-Chef Robert Busch.<\/p>\n<p>Der BNE schl\u00e4gt vor, alte Windr\u00e4der \u00fcbergangsweise weiter zu f\u00f6rdern. Die Regierung k\u00f6nnte demnach Sonderausschreibungen durchf\u00fchren, bei denen sich ausgef\u00f6rderte Anlagen um neue Pr\u00e4mien bewerben. Da die Investitionen f\u00fcr diese Anlagen l\u00e4ngst abgeschrieben seien, br\u00e4uchten sie nur noch geringe F\u00f6rders\u00e4tze, sagt Busch. Man k\u00f6nnte sogar explizit vorschreiben, dass der H\u00f6chstwert der Pr\u00e4mien von Bestandsanlagen unterhalb des H\u00f6chstwerts f\u00fcr Neuanlagen liegen m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die L\u00fccke bei der Windenergie lie\u00dfe sich laut BNE so schnell und kosteng\u00fcnstig verkleinern. W\u00fcrde man 75 Prozent der Altanlagen, die 2021 aus der F\u00f6rderung fallen, vorerst weiter eine Pr\u00e4mie zahlen, lie\u00dfen sich immerhin rund 1,8 Gigawatt fehlende Kapazit\u00e4t beim Neubau kurzfristig ausgleichen, schreibt der Verband. In der Rechnung ist schon ber\u00fccksichtigt, dass Anlagen der ersten Generation weniger leistungsf\u00e4hig sind als modernere Windr\u00e4der.<\/p>\n<h3>Ablehnung aus dem Wirtschaftsministerium<\/h3>\n<p>Das CDU-gef\u00fchrte Wirtschaftsministerium lehnt den BNE-Vorschlag ab. Betreibern alter Windr\u00e4der m\u00fcsse es gelingen, ihren Strom nach Auslaufen der F\u00f6rderung selbst zu vermarkten, teilt eine Sprecherin mit. Einige Direktvermarkter h\u00e4tten sich bereits darauf spezialisiert, ausgef\u00f6rderte Anlagen unter Vertrag zu nehmen. Man gehe davon aus, dass ein Markt jenseits des EEG entstehen werde.<\/p>\n<p>Auch beim Koalitionspartner SPD steht man einer Weiterf\u00f6rderung skeptisch gegen\u00fcber. &quot;Eine Weiterf\u00f6rderung ist nicht notwendig&quot;, sagt Energieexperte Johann Saathoff. Die Koalition solle vielmehr Fl\u00e4chenkonflikte bei der Windenergie beseitigen und es Unternehmen leichter machen, alte Anlagen durch neue, leistungsf\u00e4higere zu ersetzen.<\/p>\n<p>Der BNE-Chef stimmt Saathoff in diesem Punkt zu. Zur langfristigen Schlie\u00dfung der Windenergiel\u00fccke m\u00fcssten definitiv die Rahmenbedingungen f\u00fcr die Industrie verbessert werden, sagt Busch. Es gehe bei der F\u00f6rderverl\u00e4ngerung f\u00fcr alte Windr\u00e4der ja nur darum, eine schnelle und unkomplizierte \u00dcbergangsl\u00f6sung f\u00fcr die akute Windkraftl\u00fccke zu schaffen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnen unterst\u00fctzen den BNE-Vorschlag. &quot;Eine spezielle Ausschreibung f\u00fcr \u00dc-20-Windanlagen ergibt absolut Sinn&quot;, sagt Fraktionsvize Oliver Krischer. &quot;Denn dadurch k\u00f6nnen f\u00fcr wenig Geld Anlagen in Betrieb und vor allem Standorte f\u00fcr sp\u00e4teres Repowering gesichert werden. Es w\u00e4re absurd, Anlagen stillzulegen, die zu akzeptablen Preisen CO2-freien Strom produzieren k\u00f6nnen.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Windpark Hasel bei L\u00f6rrach: &quot;Zu akzeptablen Preisen CO2-freien Strom produzieren&quot; Foto: PAUL LANGROCK Probleme bei der Windkraft gef\u00e4hrden die Klimaziele der Bundesregierung. 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