Wirecard: Chatprotokolle von Jan Marsalek
Icon: vergrößernJan Marsalek: Grüße aus der Abendsonne!
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Wirecard
Jan Marsalek ist die Schlüsselfigur im Drama um Wirecard. Das Unternehmen hat einen Insolvenzantrag gestellt, als bekannt wurde, dass 1,9 Milliarden Euro fehlen. Das Geld soll irgendwo in Asien versickert sein – dort, wo Marsalek die Expansion besonders forciert hat.
Wirecard-CEO Markus Braun kommt in Untersuchungshaft und gegen Millionenkaution frei. Marsalek indes kann sich absetzen. Die Ermittlungen im Fall Wirecard laufen noch, alle Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe.
Der flüchtige Marsalek bleibt mit einem seiner Berater, der dem SPIEGEL bekannt ist und aus Diskretionsgründen "Xxx" genannt wird, via Whatsapp in Kontakt. Die Protokolle dieser Konversation liegen vor, der SPIEGEL hält sie für authentisch.
Im Folgenden geben wir orthografisch unverändert Auszüge wieder, die wir leicht redaktionell angepasst haben: durch kleinere Auslassungen und indem wir einzelne Nachrichten zusammengezogen haben.
Die Konversation beginnt am 23. Juni, am Vortag hat Wirecard seinen langjährigen Vorstand Marsalek gefeuert, das Unternehmen taumelt der Insolvenz entgegen. Marsalek, der Mann, der Wirecards dubiose Asiengeschäfte einfädelte, hat sich abgesetzt. Er wird in Manila vermutet, später freilich stellt sich heraus, dass er dort nie eingereist ist.

