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“Werden Entscheidung treffen”: Trump will das iranische Uran, doch die Mission wäre mörderisch

April 01
22:46 2026

Politik

"Werden Entscheidung treffen"Trump will das iranische Uran, doch die Mission wäre mörderisch

01.04.2026, 17:28 Uhr MarkusVon Markus LippoldArtikel anhören(08:25 min)00:00 / 08:25

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Das Satellitenbild zeigt Eingänge in die iranische Atomanlage in Isfahan. Laut IAEA befindet sich dort ein Teil des angereicherten Urans. (Foto: via REUTERS, Vantor)

In wenigen Wochen will US-Präsident Trump den Iran-Krieg beenden. Dabei stellt sich die Frage nach seinen Kriegszielen. Oft wird das Ende des iranischen Atomprogramms genannt. Zum Beispiel, indem die USA das angereicherte Uran aus dem Land holen. Es wäre eine Mission mit hohem Risiko.

"Vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tage länger." Das ist die Prognose von US-Präsident Donald Trump, wie lange der Iran-Krieg noch dauern soll. Wie verlässlich diese Angabe ist: unklar. Genau wie die Kriegsziele, die die USA im Iran verfolgen.

Seit Beginn der Angriffe durch die USA und Israel am 28. Februar wurden der Oberste Anführer Ali Chamenei und weitere Führungspersonen des Regimes getötet. Zahlreiche Kommandeure der iranischen Sicherheitskräfte wurden getötet, viele ihrer Einrichtungen und Abschussanlagen zerstört. Doch weder stehen die herrschenden Mullahs vor dem Sturz, noch konnten die iranischen Angriffe auf Israel, US-Militärbasen und die Golfstaaten beendet werden. Die USA und Israel haben etliche taktische Erfolge erzielt, doch strategisch – und damit langfristig – wenig erreicht.

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Nun rückt ein strategisches Ziel in den Mittelpunkt, das Trump schon in seiner ersten Amtszeit umtrieb: das Ende des iranischen Atomprogramms. Nach dem Zwölftagekrieg im Juni 2025 behauptete Trump zwar, die Atomanlagen seien "komplett zerstört" worden. Doch das erwies sich als falsch. Über den derzeitigen Zustand der Anlagen ist wenig bekannt. Israels Premier Benjamin Netanjahu sagte jedoch Mitte März, der Iran könne kein Uran mehr anreichern.

In seinen jüngsten Äußerungen lässt Trump aufhorchen: Es müsse für ein Ende des US-Militäreinsatzes keinen Deal mit dem Iran geben, sagte er. Das sei "irrelevant", da man dafür sorge, dass die Machthaber der Islamischen Republik keine Atomwaffen bauen könnten. "Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt sind und sie nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir gehen", sagte er.

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Berichte über einen Militäreinsatz

Also: Kein Kriegsende, ohne dem Iran sein Uran abgenommen zu haben? Erst kürzlich berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Beamte, die USA würden erwägen, sich der 400 Kilogramm Uran durch einen Militäreinsatz zu bemächtigen. Es handle sich um eine komplexe und riskante Mission, bei der amerikanische Streitkräfte wahrscheinlich mehrere Tage oder länger im Land bleiben müssten, hieß es weiter. Eine Entscheidung über einen solchen Einsatz ist demnach noch nicht gefallen, doch der Präsident stehe der Idee grundsätzlich offen gegenüber.

Weiter heißt es, Trump habe seine Berater "dazu ermutigt", den Iran zu drängen, der Übergabe des Materials als Bedingung für ein Kriegsende zuzustimmen. Das Weiße Haus bestätigte nur, dass es Aufgabe des Pentagons sei, Vorbereitungen zu treffen, um Trump ein Maximum an Handlungsspielraum zu verschaffen. Dies bedeute jedoch nicht, dass der Präsident eine Entscheidung getroffen habe.

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Bereits zuvor hatte das Portal Axios unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, das US-Militär suche nach Möglichkeiten für einen "final blow", einen entscheidenden Schlag, gegen den Iran. Möglich wären demnach der Einsatz von Bodentruppen oder eine massive Bombardierung. Einerseits ging es dabei um Angriffe auf Inseln im Persischen Golf und der Straße von Hormus, um den iranischen Öl-Export zu blockieren. Andererseits berichtete "Axios" von Plänen einer Bodenoffensive zur Sicherstellung des angereicherten Urans – oder die massive Bombardierung dieser Anlagen.

Wo lagert das Uran

Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verfügte der Iran im Frühjahr 2025 über mindestens 408,6 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent. Später war von 440 Kilogramm die Rede. Dieser Bericht war ein Grund, warum Israel und die USA den Iran im vergangenen Juni angriffen. Denn mit dieser Menge ließen sich neun beziehungsweise zehn Atomwaffen herstellen, sollte das Uran noch höher angereichert werden. Laut Experten ist eine Anreicherung auf 90 Prozent eine Sache weniger Wochen – das Uran wäre dann waffenfähig.

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Doch wo befindet sich das Material derzeit? Die IAEA geht davon aus, dass die Hälfte des Urans in einer unterirdischen Anlage in Isfahan lagert. Bei den Angriffen im Juni 2025 sei dieser Komplex nicht schwer beschädigt worden, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi im März. Der Nahost-Experte Ilan Goldenberg schreibt unter Berufung auf öffentliche Berichte, dass das Uran in gasförmiger Form in Behältern gelagert werde. Weiteres Material wird laut IAEA in der Urananreicherungsanlage in Natans vermutet – die Mitte März angegriffen wurde.

Ein leichtes Unterfangen wäre eine Sicherung des Urans keinesfalls. Laut dem Experten Goldenberg gehören die Tunnel in Isfahan "wahrscheinlich zu den am stärksten verteidigten Anlagen des Landes". Iranische Streitkräfte würden in das Gebiet vorrücken und "die Vereinigten Staaten zwingen, tief im feindlichen Gebiet, umgeben von Hunderttausenden iranischer Soldaten, einen Landkorridor zu errichten und zu halten", schreibt Goldenberg im US-Magazin "Foreign Affairs".

Ein Weg raus aus diesem Krieg?

Das ist nicht alles: Fraglich ist, ob und wie die Lagerungstunnel überhaupt zugänglich sind und wie das Uran herausgeholt werden könnte. Laut Goldenberg müsste es nicht nur sicher transportiert werden, sondern aufgrund der Beschaffenheit des Materials mit größter Sorgfalt bewegt werden. Dazu wären Tausende Soldaten nötig. Für Aufsehen sorgte zuletzt die Verlegung von 2500 US-Marines in den Nahen Osten. Hinzu kommen Teile der 82. Luftlandedivision. Die "New York Times" meldete, das Pentagon erwäge den Einsatz der "Schnellen Eingreiftruppe" der Division mit etwa 3000 Soldaten.

Für Trump hätte ein solcher Einsatz Vor- und Nachteile. Einerseits wäre er mit enormen Risiken verbunden. Ein Scheitern, eventuell mit hohen Verlusten, wäre verheerend, nicht nur für das Militär, sondern auch für das Ansehen des Präsidenten, sechs Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen. Entsprechend vorsichtig äußert sich Trump zu dem Thema: Im US-Sender CBS News sagte er zu der Frage, ob es möglich wäre, einen Sieg zu verkünden, ohne Irans hochangereichertes Uran zu bergen: "Ich denke nicht einmal darüber nach." Er wisse nur, "dass das so tief vergraben ist, dass es für jeden sehr schwer sein wird". Es sei ziemlich sicher. "Aber, wissen Sie, wir werden eine Entscheidung treffen", so Trump.

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Andererseits wäre die erfolgreiche Sicherstellung des iranischen Urans ein enormer Erfolg für den US-Präsidenten – und ein sehr schwerer Schlag für das Regime. Zudem würde eine solche Mission Trump einen Weg aus dem Krieg weisen. "Dies würde es den Vereinigten Staaten zumindest ermöglichen, einen klaren strategischen Erfolg für sich zu verbuchen: dem Iran wesentliche nukleare Komponenten zu entziehen und dem Atomprogramm, das seit Langem ein zentraler Schwerpunkt der US-Politik, wenn nicht sogar der Schwerpunkt dieses Krieges ist, einen schweren Schlag zu versetzen", schrieb dazu Experte Goldenberg.

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