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Waffen für die Ukraine: Bundeswehr gibt vier weitere Leopard-2-Panzer ab

February 24
19:48 2023

Seit Wochen müht sich Deutschland, genügend Leopard 2 zur Aufstellung eines Panzerbataillons für die Ukraine zu bekommen. Trotz einer Zusage Schwedens muss die Bundeswehr nun mehr Panzer liefern als geplant.

Pünktlich zum Jahrestag des Kriegsbeginns in der Ukraine konnte Verteidigungsminister Boris Pistorius am Freitagnachmittag endlich einmal gute Nachrichten verbreiten. Nach langem Ringen um die Panzer-Lieferungen für die Ukraine teilte sein Ministerium mit, sei man »nun in der Lage, ein gemischtes ukrainisches Bataillon bereitstellen zu können«.

Bereits Ende Januar hatte die Bundesregierung beschlossen, gemeinsam mit europäischen Partnern ein solches Bataillon mit Leopard-2-Panzer vom Typ 2A6 aufzustellen. Die Bundeswehr, so der eigentliche Plan, sollte für den Verband 14 Leopard-2-Panzer aus dem Bestand abgeben. Schon Ende März sollen die Panzer in die Ukraine gehen, die ukrainischen Mannschaften werden bereits auf dem Übungsplatz in Munster ausgebildet .

Zähe Verhandlungen

Gleichwohl lief die Zusammenstellung des Waffenhilfe-Pakets für die Ukraine nicht so wie geplant. Denn nach der Berliner Ankündigung Ende Januar meldete sich zunächst keiner der angedachten Partner mit Zusagen, ebenfalls Leopard 2A6-Modelle zu liefern. Folglich mussten und Bundeskanzler Scholz in den vergangenen Wochen viele Einzelgespräche führen und Partnern wie Portugal oder Schweden ins Gewissen reden.

Pistorius zeigte sich zwischenzeitlich ziemlich genervt von den zähen Verhandlungen. Erst am Montag sagte er bei einem Besuch des Trainings für die Ukrainer in Munster, er bemühe sich um weitere Zusagen, könne die restlichen Panzer für das Paket aber »nicht herbeizaubern« .

Statt zu zaubern, telefonierte Pistorius weiter mit den europäischen Partnern, die auch Leopard-2-Panzer in ihren Beständen haben. In den vergangenen Tagen dann zeichnete sich dann aber ein Kompromiss ab. In vertraulichen Gesprächen sagte Schweden zu, sich mit zehn Leopard-2-Panzern an dem Bataillon zu beteiligen, etwas früher noch hatte Portugal drei Systeme angekündigt.

Am Freitag dann entschied Pistorius mit seinen Militärberatern, dass Deutschland statt der zunächst geplanten 14 nun noch vier weitere Leopard-2-Panzer für das Bataillon bereitstellt. Die Modelle stammen aus einer Reserve von fünf Panzern, die die Bundeswehr eigentlich als Ersatz bei Ausfällen von Panzern in der Ukraine eingeplant hatte. Zusammen mit Schweden und Portugal kommt man nun auf die 31 Panzer für das Bataillon.

Statt eines Panzertyps gibt es nun einen gemischten Verband

Gleichwohl hat der verkündete Deal noch mindestens einen Haken. So sicherte Schweden nur zu, Leopard-Panzer vom Typ 2A5 zu liefern, einem Vorgängermodell des Typen 2A6, den die Bundeswehr an die Ukraine abgibt. Eigentlich hatten die Militärs der Bundeswehr geplant, ein möglichst homogenes Bataillon aufzustellen, damit die Wartung und Instandhaltung für die Ukrainer nicht zu kompliziert wird. Nun indes ist auch in der Pressemitteilung von einem gemischten Verband die Rede.

Im Ministerium hieß es dazu, am Ende habe es keine Alternative gegeben. Folglich habe man das deutsche Leopard-Paket zähneknirschend aufstocken müssen.

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