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Von Klimaaktivisten besetzter Braunkohleort: Räumung in Lützerath geht weiter

January 12
06:16 2023

Während der Räumung harren Aktivisten in Lützerath weiter aus. Etwa 200 von ihnen sollen das Gelände freiwillig verlassen haben. Derweil zeigt sich Habeck angesichts der Kritik aus der Klimabewegung an den Grünen betroffen.

Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Räumungsarbeiten in Lützerath am Braunkohletagebau Garzweiler weitergegangen. Aktivisten harrten am Abend bei windigem Wetter weiter aus.

Bei der Räumung sind nach Angaben des Aachener Polizeipräsidenten Dirk Weinspach zwei Polizisten leicht verletzt worden. Die Beamten seien aber dienstfähig. Etwa 200 Klimaaktivisten sollen nach seiner Auskunft das Gebiet am ersten Räumungstag freiwillig verlassen haben.

Unterdessen zeigte sich Bundeswirtschaftsminister Habeck angesichts von Kritik aus der Klimabewegung an seiner Partei wegen der Räumung betroffen. »Das fasst mich auch an oder treibt mich um, so wie alle in meiner Partei«, sagte er am Abend im ZDF-»heute-journal«. »Aber trotzdem müssen wir das erklären, was richtig ist. Und richtig war – leider –, die Gasmangellage, eine Energienotlage in Deutschland abzuwehren, auch mit zusätzlicher Verstromung von Braunkohle – und hinten raus den Kohleausstieg vorzuziehen.«

»Meiner Ansicht nach der Ort das falsche Symbol«

Lützerath sei nicht »das Weiter-So der Energiepolitik der Vergangenheit: Verstromung von Braunkohle«, so Habeck. »Es ist nicht, wie behauptet wird, das ewige Weiter-So, es ist der Schlussstrich darunter.« Leider habe man das Dorf Lützerath nicht mehr retten können – »aber es ist das Ende der Braunkohleverstromung in NRW«. »Insofern – mit großem Respekt vor der Klimabewegung – ist meiner Ansicht nach der Ort das falsche Symbol.«

Unter überwiegend friedlichem Protest hatte die Polizei am Mittwoch begonnen, den von Aktivisten besetzten Braunkohleort im Rheinischen Revier zu räumen. Bis zum Nachmittag zeigte sich ein Sprecher »sehr zufrieden« mit dem Verlauf: »Für die Polizei läuft bislang alles nach Plan.« Im Vorfeld war mit massivem Widerstand gerechnet worden. Früh am Morgen war es zum Auftakt der Räumung im zu Erkelenz zählenden Ortsteil zu Rangeleien gekommen. Laut Polizei wurden ein Molotowcocktail, Steine und Pyrotechnik in Richtung der Beamten geworfen.

Die Arbeiten würden über Nacht fortgesetzt, wenn auch »im verminderten Umfang«. Die eigentliche Herausforderung liege noch vor der Polizei, sagte Polizeipräsident Weinspach und bezog sich dabei auf die Räumung der sieben Gebäude auf dem Gelände. Bislang sei die taktische Planung aufgegangen, sagte er.

Der Energiekonzern RWE will das rheinische Lützerath im Westen von Nordrhein-Westfalen abreißen, um die darunter gelegene Kohle abzubauen. Boden und Häuser des von Ackerbau geprägten Ortes gehören mittlerweile RWE. In den verbliebenen Räumlichkeiten, deren einstige Bewohner weggezogen sind, wohnen Aktivisten. Sie sehen für das Abbaggern und Verbrennen der Kohle keine Notwendigkeit.

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