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Verdacht auf Amtsmissbrauch: Epstein-Skandal: Polizei nimmt Andrew Mountbatten-Windsor fest

February 19
15:36 2026

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Verdacht auf AmtsmissbrauchEpstein-Skandal: Polizei nimmt Andrew Mountbatten-Windsor fest

19.02.2026, 11:08 Uhr Artikel anhören(01:37 min)00:00 / 01:37

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Kein Prinz mehr, dafür jetzt in Polizeigewahrsam: Andrew Mountbatten-Windsor. (Foto: REUTERS)

Es ist eine weitere Wendung in den Ermittlungen um den Epstein-Skandal: Die Polizei nimmt den früheren britischen Prinzen Andrew fest. Ihm wird Amtsmissbrauch vorgeworfen. Auch mehrere frühere Wohnsitze werden demnach durchsucht.

Die britische Polizei hat im Rahmen der Ermittlungen zum Epstein-Skandal Andrew Mountbatten-Windsor wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen. Das berichten übereinstimmend britische Medien. Die BBC zitiert auch die offizielle Mitteilung der Polizei: "Im Rahmen der Ermittlungen haben wir heute einen Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch festgenommen und führen Durchsuchungen an Adressen in Berkshire und Norfolk durch."

Der Mann befinde sich derzeit in Polizeigewahrsam, heißt es demnach weiter – es handelt sich dabei um den früheren Prinzen Andrew. "Gemäß den nationalen Richtlinien werden wir den Namen des festgenommenen Mannes nicht bekannt geben", teilte die Polizei mit.

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Der stellvertretende Polizeichef Oliver Wright sagte laut BBC: "Nach einer gründlichen Prüfung haben wir nun eine Untersuchung zu diesem Vorwurf des Amtsmissbrauchs eingeleitet. Es ist wichtig, dass wir die Integrität und Objektivität unserer Ermittlungen wahren, während wir gemeinsam mit unseren Partnern diesen mutmaßlichen Straftatbestand untersuchen." Man sei sich "des großen öffentlichen Interesses an diesem Fall bewusst" und werde "zu gegebener Zeit weitere Informationen bereitstellen."

Festnahme am 66. Geburtstag

Die Festnahme des Ex-Prinzen, dem sein Bruder, König Charles III., alle relevanten Titel aberkannt hat, erfolgte just an Andrews 66. Geburtstag. Auf Fotos sind mehrere zivile Fahrzeuge nach ihrer Ankunft bei dem Anwesen Sandringham in Norfolk zu sehen, auf das Andrew vor Kurzem gezogen ist. Britischen Medienberichten zufolge soll es sich um die Einsatzwagen handeln, mit denen die Polizei am Morgen angerückt ist.

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Die Ermittler fuhren mit zivilen Autos vor. (Foto: Peter Nicholls / Getty Image)

Noch am Morgen vor der Festnahme hatte sich der britische Premierminister Keir Starmer in einem BBC-Interview zum Epstein-Skandal geäußert und gefordert: "Jeder, der Informationen hat, sollte aussagen. Ob Andrew oder jemand anderes – jeder, der relevante Informationen besitzt, sollte sich an die zuständige Stelle wenden."

Starmer fügte hinzu: "Meiner Ansicht nach hat jeder, der Informationen zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen hat, die Pflicht, sich zu melden, wer auch immer er oder sie ist." Der Premierminister betonte zugleich, dass bei der Strafverfolgung keine Unterschiede gemacht werden dürften: "Eines der Grundprinzipien unseres Rechtssystems ist die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz. Niemand steht über dem Gesetz, und es ist von entscheidender Bedeutung, dass dies konsequent umgesetzt wird." Nur wenig später rückten die Ermittler bei Andrew an.

Bis zu 96 Stunden in Gewahrsam

Wie die BBC berichtet, könne Andrew nun laut britischem Recht maximal 96 Stunden in Gewahrsam gehalten werden. Dies erfordere jedoch mehrere Verlängerungen durch leitende Polizeibeamte und ein Amtsgericht. Üblich sei es, Verdächtige zunächst 12 oder 24 Stunden festzuhalten. Dann würden sie entweder angeklagt oder freigelassen, während weiter ermittelt werde.

Polizeireporter Danny Shaw sagte dem Sender, Andrew werde auf einer Polizeiwache in einer Zelle untergebracht, die lediglich mit einem Bett und einer Toilette ausgestattet sei. Dort müsse er auf seine polizeiliche Vernehmung warten.

Gab Andrew Dokumente an Epstein weiter?

Bei den Ermittlungen gegen den ehemaligen Prinzen geht es um Hinweise, dass Andrew in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter möglicherweise vertrauliche Berichte an den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergab. In einer in den Epstein-Akten enthaltenen E-Mail vom November 2010 hatte Andrew den US-Investor offenbar nach einer dienstlichen Asien-Reise Berichte über mehrere von ihm besuchte Länder übermittelt.

Laut einem BBC-Bericht gab Andrew dem US-Finanzinvestor zudem Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten, die er auf seiner Reise gesammelt hatte. Britische Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über Informationen verpflichtet, die sie im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangt haben.

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Charles III. hatte seinem Bruder Ende vergangenen Jahres alle Titel und Ehren entzogen, nachdem posthum die Memoiren des Epstein-Opfers Virginia Giuffre erschienen waren. Giuffre hatte darin detailliert ihren Vorwurf erneuert, der damalige Prinz Andrew habe Sex mit ihr gehabt, als sie erst 17 Jahre alt war.

Epstein stand unter Verdacht, mehr als tausend Minderjährige und junge Frauen sexuell missbraucht und teils an Prominente vermittelt zu haben. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Wegen eines umstrittenen Deals mit der Staatsanwaltschaft erhielt er damals aber nur eine 18-monatige Haftstrafe.

Einen Monat nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid.

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