Verbindungen zu Al-Kaida: Islamisten nehmen strategisch wichtige Stadt in Mali ein
Politik

Straßenszene in Malis Hauptstadt Bamako – das offenbar in die Hände von Islamisten gefallene Farabougou liegt 400 Kilometer nördlich
Islamisten in Mali können offenbar einen wichtigen Erfolg verbuchen: Nach Angaben örtlicher Vertreter fällt die strategisch wichtige Stadt Farabougou in ihre Hände. Die Armee musste sich bereits zuvor aus einem ihrer größten Stützpunkte in der Region zurückziehen.
In Mali haben Islamisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida die strategisch wichtige Stadt Farabougou im Zentrum des Landes eingenommen. Wie aus der Region geflohenen örtlichen Vertretern berichteten, steht Farabougou nun unter der Kontrolle der sogenannten Gruppe für die Unterstützung des Islams und der Muslime (JNIM).
Das etwa 400 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bamako gelegene Farabougou ist aufgrund seiner zentralen Lage in der Region Segou von strategischer Bedeutung. Angesichts der erneut aufgeflammten Gewalt dschihadistischer Gruppen gilt die Einnahme der Stadt als symbolisch schwerwiegend: Eine der ersten Maßnahmen der Militärs, die 2020 unter der Führung von Oberst Assimi Goita den damaligen Staatschef Ibrahim Boubacar gestürzt hatten, war die Beendigung einer dschihadistischen Blockade der Kleinstadt.
Vergangene Woche musste sich die Armee nach einem Angriff von Dschihadisten aus einem ihrer größten Stützpunkte in der Region zurückziehen. Seitdem hat das Militär vor Ort nicht mehr eingegriffen – und die Behörden haben keine Angaben zu den Opfern des Angriffs gemacht.

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Zwei Militärputsche seit 2020
Mali wird seit mehr als einem Jahrzehnt von massiver Gewalt geplagt. Islamisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida und zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat verüben immer wieder Anschläge und Angriffe auf Regierungstruppen, außerdem sind kriminelle Banden aktiv.
Seit 2020 fanden in dem Land zwei Militärputsche statt. Im vergangenen Juli setzte Junta-Chef Assimi Goita ein Gesetz ihn Kraft, das ihm ein fünfjähriges Präsidentenmandat gewährt – ein Mandat, das ohne Wahlen "so oft wie nötig" verlängert werden kann. Die Militärs in Mali hatten sich von der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich abgewendet und Russland angenähert.
Quelle: ntv.de, kst/AFP