USA: »QAnon-Schamane« Jake Angeli und weitere Kapitol-Randalierer festgenommen
Icon: vergrößernGehörnter Trump-Anhänger Jacob Anthony Chansley aka Jake Angeli
Foto: Manuel Balce Ceneta / AP
Sein Bild ging nach dem Sturm des US-Kapitols um die Welt: Mit einem Kopfschmuck aus Fell und Hörnern, angemaltem Gesicht, nacktem Oberkörper und einem Speer mit US-Flagge in der Hand posierte Jake Angeli am wichtigsten Ort der US-Demokratie.
Nun hat der Einbruch für den Anhänger der Verschwörungsbewegung »QAnon« juristische Konsequenzen. Angeli, der eigentlich Jacob Anthony Chansley heißt, wurde in Arizona festgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Washington mit. Ihm wird illegales Eindringen in ein besonders gesichertes Gebäude sowie gewaltsames Eindringen und ungebührliches Verhalten auf dem Gelände des Kapitols zur Last gelegt.
Auch ein anderer durch die Fotos bekannt gewordener Eindringling befindet sich inzwischen in Gewahrsam. Der Mann, der völlig sorglos und lächelnd das Rednerpult der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi davontrug wurde identifiziert und festgenommen: Es handelt sich um Adam Christian Johnson aus dem US-Bundesstaat Florida.
Zusätzlich zur Verhaftung des 36-Jährigen wurden im Zusammenhang mit dem Aufstand mindestens 13 Personen vor dem US-Bezirksgericht strafrechtlich verfolgt, und mindestens weitere 40 Personen wurden vor dem Obersten Gerichtshof des Bezirks Columbia angeklagt.
Eindringling in Pelosis Büro festgenommen und angeklagt
Der Mann der sich beim Sturm auf das Kapitol stolz im Sessel der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, der Demokratin Pelosi, fotografieren ließ, wurde Justizangaben zufolge ebenfalls festgenommen. Richard Barnett werden Eindringen in ein besonders gesichertes Gebäude, Hausfriedensbruch, Vandalismus und Diebstahl vorgeworfen, wie ein leitender Vertreter des Justizministeriums mitteilte. Barnett sei in Little Rock im Bundesstaat Arkansas festgenommen worden.
»Die schockierenden Bilder von Herrn Barnett mit seinen Stiefeln auf dem Schreibtisch der Sprecherin des Repräsentantenhauses am Mittwoch waren abstoßend«, sagte der geschäftsführende US-Justizminister Jeffrey Rosen in einer Erklärung am Freitag. »Diejenigen, die nachweislich während des Sturms des Kapitols kriminelle Handlungen begangen haben, werden vor Gericht gestellt.«
Er kündigte ebenfalls an, dass das FBI mit der Polizei von Washington zusammenarbeiten werde, um gemeinsam den Tod des Polizeibeamten Brian Sicknick zu untersuchen. Der Polizist war bei dem Sturm auf das Kapitol ums Leben gekommen.
Der stellvertretende Chef des FBI-Büros in Washington, Steven D'Antuono, erklärte, die Ermittlungen würden mit Hunderten Mitarbeitern »rund um die Uhr« fortgesetzt. Nur weil sie Washington verlassen hätten, könnten sie immer noch mit einem Klopfen an der Tür rechnen, wenn man herausfinde, dass sie Teil der kriminellen Aktivitäten im Kapitol gewesen seien, sagte er.
FBI sucht Bombenleger
Das FBI hat zudem eine Belohnung ausgeschrieben, um Hinweise auf die Verantwortlichen für zwei Rohrbomben zu bekommen. 50.000 Dollar Belohnung gebe es für Informationen, die zum Standort der Täter, zu ihrer Verhaftung und der Verurteilung führten, erklärte die US-Behörde.
Die Behörden hatten am Mittwoch (Ortszeit) Meldungen über zwei verdächtige Vorrichtungen erhalten, eine am Hauptsitz der republikanischen Partei und eine am Sitz der Demokraten. Wie der Sender ABC News berichtete, machten Experten die Rohrbomben unschädlich.
Icon: Der Spiegel

