US-Wahl – Stand der Auszählungen: Joe Biden holt in mehreren Staaten auf
Icon: vergrößernEine Wahlhelferin sichtet in Atlanta Stimmzettel
Foto: Brynn Anderson / AP
Zwei Tage, nachdem die Bürger in den USA ihre Stimmen für den zukünftigen Präsidenten abgegeben haben, dauert das Zählen an. Herausforderer Joe Biden und US-Präsident Donald Trump liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Während Demokrat Biden laut aktuellen Prognosen bereits 253 Wahlleute für sich sichern konnte, liegt Republikaner Trump aktuell bei 214.
Für eine Mehrheit sind 270 Wahlleute notwendig – Biden fehlen also noch die Stimmen von 17 Wahlleuten, Trump von 56. Die beiden Kandidaten liegen in mehreren der noch nicht entschiedenen Staaten so nah beieinander, dass am Ende einige tausend Wählerstimmen über den Sieg entscheiden könnten. Der Überblick:
Pennsylvania (20 Wahlleute): In Pennsylvania können die Kandidaten die meisten der noch nicht vergebenen Stimmen gewinnen. Für Biden würden sie ausreichen, um die Wahl für sich zu entscheiden.
Bislang führt Trump die Auszählungen zwar an, allerdings schrumpft sein Vorsprung immer weiter zusammen. Nach Auswertung von 92 Prozent der Stimmen verkleinerte sich Trumps Vorsprung von rund zehn Prozentpunkten auf weniger als zwei Prozentpunkte. Konkret verfügt Trump aktuell über 50,3 Prozent der Stimmen, bei Biden sind es 48,5 Prozent. Dies entspricht immer noch einem Unterschied von mehr als hunderttausend Wählern.
Die für die Durchführung der Wahl zuständige Staatssekretärin Kathy Boockvar machte bei CNN Hoffnung, dass Pennsylvanias Ergebnis noch am Donnerstag (Ortszeit) feststehen könnte. Damit würde es in der deutschen Nacht verkündet werden. Pennsylvania liegt im Vergleich zu Deutschland sechs Stunden zurück.
Georgia (16 Wahlleute): Auch in Georgia holt Biden immer weiter auf. Dort sind mittlerweile 99 Prozent der Stimmen ausgezählt, das Rennen aber ist denkbar knapp. Auf Trump entfallen derzeit 49,5 Prozent der Stimmen, auf Biden 49,3 Prozent. Zuletzt standen noch rund 60.000 Stimmen zur Zählung aus. "Ich denke, wir sind uns alle einig, dass eine genaue und faire Zählung viel wichtiger ist als eine schnelle Zählung", sagte Gabriel Sterling, ein leitender Mitarbeiter des Wahlamtes. Er wollte sich nicht darauf festlegen, wann das Endergebnis vorliegen wird.
Nevada (6 Wahlleute): In Nevada besitzt Joe Biden einen knappen Vorsprung, den er zuletzt ausbauen konnte. Nach langem Stillstand bei der Meldung des Auszählungsstandes kamen am Donnerstag mehrere tausend Stimmen hinzu. Damit liegt der Demokrat nun knapp 12.000 Stimmen vor US-Präsident Donald Trump, das entspricht einem Prozentpunkt. Es wurden etwa 87 Prozent der Stimmen ausgezählt. Laut Bidens Wahlkampfmanagerin wird es bei der Auszählung in dem US-Bundesstaat frühestens am Freitag Klarheit geben.
Arizona (11 Wahlleute): Die bei Ergebnissen eigentlich sehr zurückhaltende Nachrichtenagentur AP hatte Arizona in der Wahlnacht bereits Biden zugerechnet. Die Republikaner hoffen dennoch weiter darauf, das Ergebnis noch zu kippen. Nach der Auszählung von 88 Prozent der Stimmen führt Biden mit 50,5 Prozent vor Trump mit 48,1 Prozent.
North Carolina (15 Wahlleute): Auch in dem Ostküsten-Staat gibt es noch keine Entscheidung. Bei einem Auszählungsstand von schätzungsweise 94 Prozent lag Trump mit 50,1 Prozent vor Biden (48,7 Prozent). Trump erklärte bereits seinen Sieg in North Carolina, da er zu diesem Zeitpunkt mit 77.000 Stimmen vor Biden lag. Allerdings waren auch noch mehr als hunderttausend Briefwahlstimmen nicht ausgezählt. Gerade in dieser Gruppe schneidet Biden überproportional gut ab. In North Carolina fließen noch Briefwahlstimmen in das Ergebnis ein, die bis zum 12. November ankommen. Voraussetzung ist jedoch, dass sie bis zum dritten November abgestempelt wurden.
Alaska (3 Wahlleute): Alaska ist zwar kein großer Schlüsselstaat, aber auch hier liegt noch kein verlässliches Ergebnis für die Präsidentschaftswahl vor. Nach Auszählung der Hälfte der Stimmen führt Trump jedoch deutlich vor Biden mit 62,1 zu 33,5 Prozent der Wählerstimmen (mehr zur Auszählung in Alaska lesen Sie hier).
Icon: Der Spiegel

