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US-Historikerin über Donald Trump: »Wir kommen in eine sehr gefährliche Phase«

January 10
10:55 2021
Das US-Kapitol in Washington wird nach den Ausschreitungen schwer bewacht Icon: vergrößern

Das US-Kapitol in Washington wird nach den Ausschreitungen schwer bewacht

Foto: STEPHANIE KEITH / REUTERS

Ruth Ben-Ghiat ist Professorin für Geschichte und Italienstudien an der New York University. Sie hat mehrere Bücher über Autokraten, Faschismus und Propaganda veröffentlicht. Zuletzt erschien von ihr das Buch »Strongmen«, das sich unter anderem mit dem Aufstieg von Benito Mussolini beschäftigt.

SPIEGEL: Professorin Ben-Ghiat, ein wütender Mob stürmt das Kapitol der Vereinigten Staaten, Donald Trump weigert sich lange, seine Niederlage einzugestehen; er versucht, Staatsbeamte in Georgia einzuschüchtern. Wie viel Schaden fügt Trump der amerikanischen Demokratie zu?

Ruth Ben-Ghiat: Donald Trumps Agenda war von Anfang an, die amerikanische Demokratie zu Fall zu bringen. Deshalb hat er sich mit so vielen Leuten umgeben, die langjährige Erfahrung mit antidemokratischen Aktionen haben, von Paul Manafort und Roger Stone bis hin zu Stephen Bannon, der ein rechtsextremer Propagandist und Verfechter der Zerstörung des »Verwaltungsstaates« ist. Der schockierende Anblick des Angriffs auf das Kapitol-Gebäude und die Tatsache, dass den Aufständischen erlaubt wurde, hereinzukommen und dann zu gehen, als ob nichts passiert wäre, ist ein Beweis für die Zusammenarbeit von Trump mit den rechtsextremen, regierungsfeindlichen Kräften und einem Teil der Polizei. Er wird wahrscheinlich bald aus dem Amt scheiden, aber der Schaden, den er der politischen Kultur unserer Demokratie zugefügt hat, ist erst ansatzweise zu ermessen.

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