Ursula von der Leyen will zweite Amtszeit als EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen strebt eine zweite Amtszeit als Präsidentin der EU-Kommission an. Das hat die CDU-Politikerin in einer Sitzung der Parteispitze in Berlin erklärt, wie die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters übereinstimmend aus dem CDU-Bundesvorstand erfuhren. Sie sei daraufhin einstimmig vom CDU-Vorstand nominiert worden. Von der Leyen habe gesagt, sie freue sich auf den gemeinsamen Wahlkampf, hieß es.
Der Posten des EU-Kommissionspräsidenten muss nach den Europawahlen im Juni neu besetzt werden. Ernannt wird in der Regel ein Kandidat der europäischen Parteienfamilie, die bei der Europawahl am besten abschneidet. In Umfragen liegt die EVP bislang klar vorn. Die Chancen sind deswegen groß, dass von der Leyen Präsidentin bleiben kann.
Als Präsidentin der EU-Kommission ist von der Leyen seit dem 1. Dezember 2019 Chefin von rund 32.000 Mitarbeitern, die unter anderem Vorschläge für neue EU-Gesetze machen und die Wahrung der Europäischen Verträge überwachen. Zudem sitzt die 65-Jährige bei fast allen großen internationalen Gipfeltreffen wie G7 oder G20 als EU-Repräsentantin mit am Tisch. Das US-Magazin »Forbes« kürte von der Leyen erst jüngst wieder zur »mächtigsten Frau der Welt«.
Für den Job an der Kommissionsspitze galt sie zumindest auf dem Papier bereits 2019 als Idealbesetzung. Von der Leyen wurde 1958 in Brüssel geboren, in dem Jahr, als Walter Hallstein als erster und bis zu von der Leyen letzter Deutscher Chef der Kommission wurde. Für diese Kommission arbeitete von der Leyens Vater, der spätere niedersächsische Ministerpräsident Ernst Albrecht. Die Tochter ging auf die Europaschule, auch deshalb spricht sie gut Französisch und Englisch.
Die bisherige Amtszeit von der Leyens wurde vor allem von der Coronakrise und dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geprägt.
Vor ihrem Wechsel nach Brüssel war von der Leyen unter anderem Verteidigungsministerin unter der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Mutter von sieben Kindern ist promovierte Medizinerin und war auch schon Bundesfamilienministerin, Arbeitsministerin und Sozialministerin in Niedersachsen.

