Umgang mit Quengelkindern: “Lügen gehört dazu”, sagt Psychotherapeutin
Icon: vergrößernWütendes Mädchen beim Homeschooling: "Monate der Isolation"
Ute Grabowsky/photothek.net
SPIEGEL: Frau Perry, während des Lockdowns haben zahlreiche Eltern so viel Zeit mit ihren Kindern verbracht wie nie. Inwieweit hat dieses Vierteljahr Familien verändert?
Perry: Der übliche tägliche Kontakt mit Lehrern, Freunden, Sporttrainern oder Arbeitskollegen ist in vielerlei Hinsicht ein Korrektiv. Er beeinflusst unsere Stimmung und unser Verhalten, er beugt Einsamkeit vor und wirkt wie ein sozialer Puffer. Fällt er weg, werden unser Stress, unsere Schwierigkeiten und Schwachstellen sehr ungehemmt im Alltag mit unserem Partner und unseren Kindern sichtbar.
SPIEGEL: Mit welchen Folgen?
Perry: Das lässt sich schwer verallgemeinern. Man kann davon ausgehen, dass sich Verhaltensweisen, die unser Zusammenleben vorher schon beschwerten, verschärfen. Die ohnehin vorhandenen Probleme drängen sich in den Vordergrund. Eher ungeduldige Mütter und Väter werden ihre Kinder in den vergangenen Wochen tendenziell noch ungeduldiger behandelt haben.
SPIEGEL: Welches Verhalten haben Sie bei den Kindern beobachtet?

