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Ukraine-Russland-News: Das geschah in der Nacht zum Samstag (19. August)

August 19
10:16 2023

Kriegsgeschehen

Im Ukrainekrieg könnten fast eine halbe Million Soldaten auf beiden Seiten getötet oder verwundet worden sein. Die Zahl nähere sich 500.000, berichtet die »New York Times« unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Zugleich gab dieser aber zu bedenken, dass die Verluste schwer zu schätzen seien, da Kiew keine Zahlen veröffentliche und vermutet werde, dass Moskau zu geringe Toten- und Verletztenzahlen nennt.

Dem Bericht zufolge gehen die nicht namentlich genannten US-Beamten auf russischer Seite von 120.000 getöteten und 170.000 bis 180.000 verwundeten Soldaten aus. Für die Ukraine sprachen sie demnach von etwa 70.000 getöteten und 100.000 bis 120.000 verletzten Soldaten. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Zahlen nicht.

Im November hatte US-Generalstabschef Mark Milley die Zahl der getöteten oder verwundeten Soldaten auf beiden Seiten auf jeweils mehr als 100.000 beziffert. Der »New York Times« zufolge stiegen die Zahlen im Winter und Frühjahr stark an, wobei der Bericht insbesondere auf die monatelangen heftigen Kämpfe um Bachmut in der Ostukraine verwies. Zudem seien Tausende ukrainische Truppen während der aktuellen Gegenoffensive getötet oder verwundet worden, zitierte die Zeitung die US-Beamten.

Russland berichtete zudem einen ukrainischen Raketenangriff auf die Krim. Das meldete russische Nachrichtenagenturen am Samstagmorgen unter Berufung auf das Ministerium. Das Geschoss sei in der Nacht von der russischen Flugabwehr abgefangen worden. Demnach habe es weder Verletzte noch Schäden gegeben. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Russland erklärt nach mutmaßlichen ukrainischen Angriffen auf die Krim regelmäßig, sämtliche Flugkörper abgefangen zu haben. Von ukrainischer Seite gibt es üblicherweise keine Bestätigung, die Krim attackiert zu haben.

Putin besucht offenbar Militärhauptquartier

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich offenbar mit hochrangigen Militärkommandeuren im Hauptquartier der russischen Operation in der Stadt Rostow am Don getroffen. Das melden russische Nachrichtenagenturen in der Nacht zum Samstag unter Bezugnahme auf eine Erklärung des Kreml. In der Stadt habe sich Putin Berichte von Oberbefehlshaber Waleri Gerassimow angehört. Weitere Einzelheiten zum Treffen wurden nicht bekannt gegeben, und es war auch unklar, wann das Treffen stattfand. Von der staatlichen Nachrichtenagentur RIA veröffentlichte Videos zeigten nach Reuters-Angaben, wie Gerassimow Putin in einer scheinbar nächtlichen Umgebung begrüßte und ihn nach einem kurzen Händedruck in ein Gebäude führte.

Das sagt Kiew

Die ukrainische Führung sieht nach eigenen Angaben Fortschritte in ihrem Streben nach westlichen Sicherheitsgarantien vor einer künftigen Aggression Russlands. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in seiner am Freitagabend verbreiteten Videobotschaft von einem »diplomatischen Erfolg«. Inzwischen hätten sich 18 Staaten der Erklärung der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) zu solchen Sicherheitsgarantien angeschlossen. Details nannte er nicht.

Der Leiter des Präsidentenamtes in Kiew, Andrij Jermak, teilte wiederum im Nachrichtenkanal Telegram mit, dass mit den USA und Großbritannien Verhandlungen für Sicherheitsgarantien liefen. Beginnen sollten demnach bald auch Gespräche mit anderen G-7-Staaten. Bis Jahresende sollten die ersten bilateralen Vereinbarungen unterzeichnet sein, hieß es weiter. Es gehe darum, nach Ende der russischen Invasion keinen neuen Krieg und keine Wiederholung der Aggression Moskaus zuzulassen.

Selenskyj und Jermak betonten, dass nicht zuletzt die Arbeit an der »Friedensformel« weitergehe. Ein Kernziel ist der Abzug der russischen Truppen vor dem Beginn möglicher Verhandlungen. Russland weist das als realitätsfern zurück. Nach Darstellung Selenskyjs arbeiten inzwischen 63 diplomatische Missionen an seiner »Friedensformel«. Jermak teilte mit, er erwarte, dass es innerhalb eines Monats zu einem neuen Treffen der Sicherheitsberater der Staaten komme, um einen Friedensgipfel vorzubereiten. Bei einem zweiten Gipfel solle dann auch Russland hinzugezogen werden. Das Präsidentenamt in Kiew hofft nach eigenen Angaben darauf, dass Russland bis dahin bereits kapituliert haben wird.

Militärhilfe

Die USA haben für die Entsendung von F-16-Kampfjets aus Dänemark und den Niederlanden grünes Licht gegeben, sobald die Piloten des Landes dafür ausgebildet seien. Ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte, Dänemark und die Niederlande hätten diesbezüglich »formelle Zusicherungen« erhalten. Auf diese Weise könne die Ukraine »ihre neuen Fähigkeiten voll ausschöpfen, sobald die erste Gruppe von Piloten ihre Ausbildung abgeschlossen« habe. Die F-16 würden zu den Verteidigungs- und Abschreckungsfähigkeiten der Ukraine beitragen, fügte der Sprecher hinzu.

Die Niederlande und Dänemark sind federführend bei Plänen, ukrainische Piloten an den Kampfjets auszubilden. Wann die ukrainischen Piloten ihre Ausbildung abschließen oder die F-16 geliefert werden, ist derzeit noch unklar.

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