Ukraine-Russland-News am Mittwoch: Russischer Geheimdienst nimmt wegen Explosion auf Krim-Brücke Verdächtige fest
Russland wirft acht Personen einen Terroranschlag auf die Krim-Brücke vor. Hauptverantwortlich soll der ukrainische Geheimdienst sein. Und: Litauen spricht sich für den Nato-Beitritt der Ukraine aus.
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Importe aus Russland überwiegend direkt nach Deutschland geliefert
09.00 Uhr: Russland hat zu Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine noch erhebliche Warenmengen nach Deutschland exportiert. Von den 44,7 Millionen Tonnen in der ersten Jahreshälfte wurden 79,5 Prozent direkt nach Deutschland eingeführt, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Es handelte sich vor allem um Erdgas und Erdöl sowie Kohle. 20,5 Prozent der Waren erreichten den deutschen Markt auf Umwegen, die in den allermeisten Fällen über die niederländischen Seehäfen führten. Hier waren Kohle und Erze die wichtigsten Güter.
Russland: Festnahmen wegen Explosion auf Krim-Brücke
08.30 Uhr: Nach der Explosion auf der Krim-Brücke wirft der russische Geheimdienst FSB acht Personen einen Terroranschlag vor. Fünf Russen sowie drei Ukrainer und Armenier seien festgenommen worden, berichten die russischen Agenturen Interfax und Tass . Den Berichten zufolge soll der Leiter des Militärgeheimdienstes der Ukraine, Kirill Budanow, den »Terroranschlag« organisiert haben. Der Sprengstoff sei aus Odessa über Bulgarien, Georgien und Armenien geliefert und dann mit einem Laster über die Brücke gefahren worden.
Am vergangenen Samstagmorgen hatte eine Explosion die 19 Kilometer lange Brücke erschüttert, die Russland und die 2014 von Moskau annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim über die Straße von Kertsch hinweg verbindet. Dabei wurde das strategisch und symbolisch wichtige Herzensprojekt Putins schwer beschädigt. Offenbar kam es zu einer Explosion eines Lastwagens, woraufhin sieben mit Kraftstoff gefüllte Tanks eines auf der Eisenbahntrasse fahrenden Zuges in Flammen aufgingen. Die Ukraine hatte sich nicht zu einem vermeintlichen Anschlag bekannt und von einer »Spur nach Russland« gesprochen.
Medienberichte: Explosionen in russisch besetzter Stadt Cherson
07.25 Uhr: In der von russischen Truppen besetzten Stadt Cherson im Süden der Ukraine sind nach russischen Medienberichten am Morgen fünf Explosionen zu hören gewesen. Nach inoffiziellen Informationen seien Luftverteidigungssysteme gestartet worden, berichtet unter anderem die Agentur Tass . Cherson ist der Verwaltungssitz der gleichnamigen Region. Zudem berichtet Iwan Fedorow, der im Exil lebende Bürgermeister der ebenfalls russische besetzten Stadt Melitopol in der Region Saporischschja auf Telegram , dass es in seiner Stadt eine gewaltige Explosion gegeben habe.
Litauen spricht sich für Nato-Beitritt der Ukraine aus
06.01 Uhr: Unmittelbar vor einem Treffen der Nato-Verteidigungsminister hat sich Litauen für einen Beitritt der Ukraine zu dem Bündnis ausgesprochen. »In den vergangenen sieben Monaten hat die Ukraine gezeigt, dass sie sich effektiv gegen Russland selbst verteidigen und Moskaus Expansionismus und Revisionismus Einhalt gebieten kann«, sagte Vize-Verteidigungsminister Margiris Abukevicius der »Welt« .
Ukrainischer Verteidigungsminister dankt für Rüstungslieferungen
03.40 Uhr: Nach den jüngsten schweren Angriffen Russlands auf sein Nachbarland hat sich der ukrainische Verteidigungsminister Olexij Resnikow für Rüstungslieferungen aus den USA und Deutschland bedankt. »Eine neue Ära der Luftverteidigung« habe in der Ukraine begonnen, schrieb Resnikow in der Nacht bei Twitter. Das Luftabwehrsystem Iris-T aus Deutschland sei bereits angekommen. Raketenwerfersysteme des Typs Nasams aus den USA seien unterwegs. »Das ist erst der Anfang. Und wir brauchen mehr. Zweifellos ist Russland ein Terror-Staat«, schrieb der Minister weiter. Es gebe einen »moralischen Imperativ«, den Himmel über der Ukraine zu schützen, um die Menschen zu retten.

