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Ukraine-News: Jewgenij Prigoschin veröffentlicht Droh-Botschaften – russischer Geheimdienst FSB eröffnet Strafverfahren

June 24
01:58 2023

Der russische Geheimdienst FSB ermittelt gegen Söldnerchef Jewgeni Prigoschin wegen der Organisation eines bewaffneten Aufstands. Das berichten staatliche russischen Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft. »Seine Handlungen werden einer angemessenen rechtlichen Bewertung unterzogen. Dieses Verbrechen wird mit einer Freiheitsstrafe von 12 bis 20 Jahren geahndet«, heißt es auf der russischen Nachrichtenplattform RBC. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, Präsident Wladimir Putin sei über den Fall informiert.

Zuvor hatte der Chef der russischen Söldnergruppe Wagner der russischen Militärführung vorgeworfen, seine Truppen bombardiert zu haben. Durch die Angriffe sei eine »große« Anzahl an Wagner-Söldnern getötet worden, sagte Prigoschin in einer von mehreren durch seinen Pressedienst veröffentlichten Sprachbotschaften. Eine genaue Zahl der angeblich bei dem Schlag getöteten Söldner nannte er nicht.

Prigoschin zufolge hat der russische Verteidigungsminister die Angriffe auf Lager seiner Kämpfer angeordnet. Sergej Schoigu sei sogar extra an die nahe der ukrainischen Grenze gelegene Millionenstadt Rostow-am-Don gekommen, um die Operation gegen Wagner zu leiten. »Um 21 Uhr ist er geflohen.« Das Dementi aus Moskau kam umgehend: Alle Anschuldigungen seien falsch und eine »Provokation«, hieß es in einer am Abend verbreiteten Erklärung des Ministeriums.

Russen sollen sich Wagner-Truppen anschließen

»Wir waren bereit, Zugeständnisse an das Verteidigungsministerium zu machen, unsere Waffen abzugeben«, sagte Prigoschin weiter. Dennoch hätten »sie Raketenangriffe auf unsere hinteren Feldlager ausgeführt«. Der Wagner-Chef kündigte an, auf die Angriffe zu »antworten« und »das Böse« die russische Militärführung zu »stoppen«. Er rief die Russen auf, sich seinen »25.000« Kämpfern anzuschließen, um »dem Chaos ein Ende zu bereiten«. Es handele sich nicht um einen Putsch, sondern um einen »Marsch für die Gerechtigkeit«.

Damit verschärfte Prigoschin den seit Monaten schwelenden Konflikt mit der Militärführung erneut. Der machtbewusste Geschäftsmann tritt seit Russlands Invasion verstärkt öffentlich in Erscheinung, vermehrt durch Attacken gegen die Militärführung, die er immer wieder wegen Fehlern und Niederlagen im Kriegsgebiet beschimpft, wüst beleidigt und konterkariert. Nur wenige Stunden vor diesen Botschaften hatte er der Propagandaerzählung des Kreml über den Kriegsgrund widersprochen.

FSB fordert Prigoschins Festnahme

Der stellvertretende Befehlshaber der russischen Armee im Ukrainekrieg, General Sergej Surowikin, forderte die Wagner-Kämpfer auf, ihren Widerstand gegen die Militärführung aufzugeben und in ihre Stützpunkte zurückzukehren. »Ich fordere euch auf, aufzuhören«, sagte er in einer auf Telegram veröffentlichten Videobotschaft. »Der Feind wartet nur darauf, dass sich die innenpolitische Situation in unserem Land verschlechtert.«

Der FSB forderte die Wagner-Kämpfer laut RBC auf, keine kriminellen Befehle auszuführen und Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Chef Prigoschin festzunehmen.

Die russische Agentur Tass sowie die unabhängige Onlinezeitung »Meduza« berichten, in Moskau würden Sicherheitsvorkehrungen getroffen. »Alle wichtigen Einrichtungen, staatlichen Behörden und Verkehrsinfrastruktureinrichtungen stehen unter erhöhter Bewachung«, schreibt Tass.

Der Wagner-Gruppe werden Gräueltaten vorgeworfen, für Schrecken sorgte aber auch ein Video von der Exekution eines geflohenen Söldners. Die USA haben die Miliz als transnationale kriminelle Vereinigung eingestuft.

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