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Ukraine-News am Freitag: Stromprobleme in Ukraine werden wohl ganzen Winter bleiben

December 09
20:18 2022

Die durch Raketen aus Moskau verursachten Ausfälle bei Strom-, Wärme- und Wasserversorgung können Behörden zufolge nur teilweise kompensiert werden. Und: Medien haben 10.002 tote russische Soldaten bestätigt. Die News.

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Russland will wohl mehr Waffen vom Iran kaufen – für Militärhilfe

17.57 Uhr: Russland will nach Informationen Großbritanniens weitere Waffen von Iran im Gegenzug für militärische Hilfe kaufen. »Russland versucht nun, mehr Waffen zu beschaffen, darunter Hunderte ballistische Raketen. Im Gegenzug bietet Russland Iran ein beispielloses Maß an militärischer und technischer Unterstützung an«, sagte die britische Uno-Botschafterin Barbara Woodward in New York.

Großbritannien befürchte, dass Russland Iran fortschrittlichere militärische Ausrüstung zur Verfügung zu stellen könnte, die die Schlagkraft der Regionalmacht erhöhen könnte. »Die Verbreitung von Waffen durch Iran stellt weit über die Region hinaus eine reale und erhebliche Bedrohung für die gesamte internationale Gemeinschaft dar.« Informationen, nach denen Russland zuletzt vermutlich wieder mithilfe iranischer Drohnen Ziele in der Ukraine angegriffen hat, könnten darauf hindeuten, dass bereits Nachschub in Russland eingetroffen sei.

Angesichts von Nachschubproblemen unter anderem bei der Munition hat London anscheinend auch Hinweise darauf, dass Russland sich unter anderem an Nordkorea gewandt hat: »Wir sind uns fast sicher, dass Russland versucht, Waffen aus Nordkorea und anderen stark sanktionierten Staaten zu beziehen, da ihre eigenen Bestände spürbar schwinden«, sagte Woodward.

Ukrenerho: Stromprobleme in Ukraine werden ganzen Winter bleiben

16.46 Uhr: Die durch russische Raketenangriffe verursachten Probleme bei der ukrainischen Stromversorgung werden nach Behördenangaben den ganzen Winter andauern. »Es kann zum Teil mit bestimmten Maßnahmen wie dem Stromimport kompensiert werden, aber nicht vollständig«, sagte Wolodymyr Kudryzkyj, der Chef des staatlichen Stromnetzbetreibers Ukrenerho, auf einer Pressekonferenz in Kiew. Weil der Frost sich derzeit abschwäche, bessere sich die Situation gerade etwas. Die Leistung der Kraftwerke werde erhöht und schrittweise würde mehr Elektrizität zur Verfügung stehen.

»Ich denke, dass wir in einigen Tagen eine Schwelle erreichen werden, an der wir klare Zeitpläne für Stromabschaltungen in den Gebieten einhalten können«, hob der 36-Jährige hervor. Aktuell kommt es in vielen Gebieten zu außerplanmäßigen stundenlangen Stromausfällen. Besonders betroffen ist neben der Ostukraine und dem Gebiet um die Hauptstadt Kiew momentan das südukrainische Gebiet Odessa.

Russland ist Ende Februar in die Ukraine einmarschiert. Nach militärischen Rückschlägen ging die russische Armee im Oktober zu gezielten Angriffen auf die ukrainische Energieversorgung über. Infolge des fehlenden Stroms kommt es auch zu Problemen bei der Fernwärme und der Wasserversorgung.

Papst Franziskus weint bei Gebet für die Ukraine

16.19 Uhr: Anlässlich eines Feiertags betete Papst Franziskus am Donnerstag öffentlich in Rom. Als er die Ukraine in die Fürbitte einschließen will, beginnt er zu weinen und kann lange nicht weitersprechen:

Wohl 10.002 tote russische Soldaten bestätigt

16.00 Uhr: Der russische Service der BBC sowie das kremlkritische Internetportal Mediazona haben auf Grundlage öffentlich zugänglicher Quellen 10.002 gefallene russische Soldaten bestätigen können.

Seit dem ersten Kriegstag führt der BBC Russian Service demnach zusammen mit Mediazona und einem Team von Freiwilligen eine Liste der Opfer russischer Soldaten in der Ukraine. Bis zum 9. Dezember konnten so Informationen über 10.002 tote Soldaten und Offiziere bestätigt werden. Unter den Toten sind bereits 430 eingezogene Reservisten.

Man habe sich ausschließlich auf bestätigte Todesberichte gestützt, daher würden die Daten nicht die tatsächliche Zahl der Opfer widerspiegeln. BBC und Mediazona gehen davon aus, dass die Liste 40 bis 60 Prozent unter der Zahl der Toten liegt, die tatsächlich in Russland begraben sind. »Zu diesem Schluss kamen wir, nachdem wir Militärdenkmäler, Gedenktafeln und Friedhöfe in mehr als 60 Siedlungen in Russland untersucht haben«, heißt es weiter.

Deutschland liefert weitere Flugabwehrsysteme an Ukraine – aber erst 2024

15.42 Uhr: Deutschland liefert laut einem Bericht des »Handelsblatt« zwei weitere Flugverteidigungssysteme an die Ukraine. Dabei handele es sich um den Typen Skynex von Rheinmetall, hieß es unter Berufung auf Informationen aus informierten Kreisen in Berlin. Die Systeme sollen demnach aber erst Anfang 2024 ausgeliefert werden.

Rheinmetall bestätigte den Eingang einer Bestellung, nannte allerdings kein Empfängerland. Skynex ist demnach für die Luftverteidigung im Nahbereich vorgesehen. Wie der bereits von Deutschland an die Ukraine geliefert Flugabwehrpanzer Gepard kann das System angreifende Drohnen oder Marschflugkörper mit 35-mm-Munition abschießen.

Den Preis für die beiden Systeme gab Rheinmetall demnach mit 182 Millionen Euro an. Die Kosten werde die Bundesregierung übernehmen, hieß es. Es werde noch geprüft, über welchen Haushaltsposten die Maßnahme abgerechnet werden könne, mit der die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg unterstützt werden soll.

Putin fühlt sich von Deutschland und Frankreich betrogen

15.28 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin schließt Vereinbarungen zur Ukraine für die Zukunft nicht aus. Allerdings sei er von Deutschland und Frankreich betrogen worden. Die beiden Länder hatten 2014 und 2015 in den Verhandlungen zum Minsker Waffenstillstandsabkommen zwischen der Ukraine und den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine vermittelt. Jetzt lieferten sie aber Waffen in die Ukraine. Von den Äußerungen der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel sei er »enttäuscht«. Merkel hatte der »Zeit« vom Mittwoch gesagt, das Minsker Abkommen sei ein Versuch gewesen, der Ukraine mehr Zeit zum Aufbau ihrer Verteidigung zu geben.

Nobelpreisträgerin: Russland darf nicht ungestraft davonkommen

15.00 Uhr: Eine der diesjährigen Friedensnobelpreisträgerinnen ruft dazu auf, Kremlchef Wladimir Putin, den belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko und andere wegen Kriegsverbrechen vor ein internationales Tribunal zu stellen. »All diese Gräueltaten, denen wir jetzt in unserem Land gegenüberstehen, sind das Ergebnis der direkten Straffreiheit, die Russland jahrzehntelang genossen hat«, monierte die Vorsitzende des ukrainischen Zentrums für bürgerliche Freiheiten, Oleksandra Matwyj­tschuk, auf einer Pressekonferenz der diesjährigen Friedensnobelpreisträger in Oslo.

Jahrzehntelang habe das russische Militär Kriegsverbrechen in vielen Ländern verübt und sei dafür nie bestraft worden, sagte Matwyj­tschuk: »Wir müssen diesen Kreislauf der Straffreiheit jetzt durchbrechen.«

Die Nobelpreise werden am Samstag verliehen, der Friedensnobelpreis dabei als einziger in Oslo und nicht in Stockholm. Das Zentrum für bürgerliche Freiheiten (Center for Civil Liberties) erhält den Preis gemeinsam mit der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und dem inhaftierten Menschenrechtsanwalt Ales Bjaljazki aus Belarus, dessen Preis seine Frau Natalja Pintschuk in Empfang nehmen wird.

Russischer Oppositioneller Jaschin zu langer Haftstrafe verurteilt

13.28 Uhr: Der russische Oppositionspolitiker Ilja Jaschin ist von einem Gericht in Moskau zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt worden. Der 39-Jährige sei der Verbreitung von »falschen Informationen« über die Streitkräfte für schuldig befunden worden, berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Jaschin ist Kommunalpolitiker der »Bewegung Solidarnost« und fordert den Abgang von Präsident Wladimir Putin. Den Angriffskrieg gegen die Ukraine hat er wiederholt kritisiert.

Lesen Sie hier unsere ausführliche Geschichte dazu:

Anmerkung: In einer ersten Fassung dieser Meldung hatten wir nur über den Schuldspruch berichtet, das Strafmaß stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht fest. Mittlerweile ist es verkündet worden. Wir haben die Meldung aktualisiert.

Erdoğan kündigt Gespräche mit Putin und Selenskyj über Getreideabkommen an

12.20 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan kündigt neue Gespräche mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. Er wolle am Sonntag mit Putin über eine Stärkung des Abkommens für den Export von Getreide aus ukrainischen Schwarzmeerhäfen sprechen. Auch mit Selenskyj wolle er darüber sprechen. Erdoğan kündigt dies in einer Rede auf einer Konferenz in Istanbul an, zu der auch Selenskyj per Videolink zugeschaltet war. Das Getreideabkommen ist von der Türkei und den Vereinten Nationen (Uno) vermittelt worden.

Kiew meldet gefälschte Anwerbebriefe für ukrainische Armee in Deutschland

11.08 Uhr: In Deutschland sind nach Angaben aus Kiew gefälschte Rekrutierungsbriefe für die aus Ausländern bestehende Internationale Legion in der Ukraine im Umlauf. »Das ukrainische Konsulat hat keine derartigen Schreiben verschickt«, versicherte der Sprecher des Außenministeriums in Kiew, Oleh Nikolenko. Vielmehr seien die Briefe Teil einer Desinformationskampagne gegen die Ukraine. In Deutschland ist das Anwerben von Bürgern für den Dienst in einer ausländischen Armee strafbar und wird mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet. Die Polizei sei über die Vorfälle informiert worden.

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