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Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj lässt die Grenze zu Belarus absichern

July 01
06:36 2023

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat im Kampf gegen die russische Invasion die Stärke der eigenen Streitkräfte hervorgehoben. »Die Ukraine und die Ukrainer sind viel stärker als irgendjemand das von uns erwartet, manchmal stärker als wir das von uns selbst gedacht haben«, sagte Selenskyj am Freitag in seiner allabendlichen Videobotschaft. Das Land habe im Kampf gegen die russischen Invasoren der ganzen Welt die Stärke der Ukraine gezeigt.

Selenskyj erinnerte in der Rede an die Wiedereroberung der Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor einem Jahr. »Das war einer unserer wichtigsten Siege.« Damit sei nicht nur die Kontrolle über die Insel, sondern über einen bedeutenden Teil des Schwarzen Meeres zurückerlangt worden. »Die russischen Terroristen brauchten die Schlangeninsel, um den ganzen Süden des Landes zu zerstören, unser schönes Odessa und andere Städte.« Das sei ihnen nicht geglückt.

Einmal mehr würdigte Selenskyj die verschiedenen Einheiten der ukrainischen Streitkräfte und nannte eine Vielzahl an Kämpfern namentlich, die ihr Leben gegeben hätten für den Sieg der Ukraine. Selenskyj sagte erneut, dass die Ukraine mit ihrer Gegenoffensive vorankomme. »Wir haben Fortschritte gemacht in allen Richtungen mit unseren aktiven Aktionen.«

Die Stärkung der Artillerie im Süden und Osten habe »offensichtlich Priorität«, sagte Selenskyj. Er dankte außerdem in seiner Rede Dänemark für ein neues Verteidigungspaket, darunter Artillerie, Flugabwehrraketen und Ausrüstung zur Minenräumung.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als 16 Monaten gegen die russische Invasion mit westlicher Hilfe.

Selenskyj ordnet Verstärkung der Grenze zu Belarus an

Als Reaktion auf ein mögliches Exil der russischen Söldnergruppe Wagner in Belarus lässt der ukrainische Präsident die Grenze zum Nachbarland verstärken. Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj und der zuständige General Sergej Najew seien beauftragt worden, die Sicherheitsvorkehrungen an der Nordgrenze zu verstärken, um »den Frieden sicherzustellen«, erklärte Selenskyj am Freitag im Onlinedienst Telegram. Er verwies auf Informationen von seinen Geheimdiensten und den Grenzwachen zur Lage in Belarus.

Nach dem kurzzeitigen Aufstand seiner Kämpfer am vergangenen Wochenende hatte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin auf Vermittlung des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko eingewilligt, ins Exil nach Belarus zu gehen. Seine Söldner wurden vor die Wahl gestellt, entweder den russischen Streitkräften beizutreten oder ebenfalls ins Exil nach Belarus zu gehen.

Lukaschenko sagte, seine eigene Armee könnte von den Kampferfahrungen der Wagner-Truppe profitieren. Gleichzeitig aber fügte er hinzu, dass deren militärischer Spielraum in seinem Land begrenzt sei.

Dass von den Wagner-Söldnern, die sich nach Belarus abgesetzt haben, nicht nur unmittelbar für die Ukraine eine Gefahr ausgeht, befürchtet die Regierung Polens. Nach bisherigen Schätzungen sind es wohl einige tausend Mann, die das Angebot der belarussischen Regierung annehmen werden. Sie könnten, so die Sorge in Warschau, Mittel- und Osteuropa destabilisieren oder Migranten in Afrika benutzen, um eine Flüchtlingskrise auszulösen. Das berichtet die »Financial Times« unter Berufung auf Jacek Siewiera , den Leiter des Büros für nationale Sicherheit in Polen. Er schätzt die Fähigkeiten der Söldner derzeit so ein: »Sie sind eher mit einer Terrormiliz vergleichbar als mit einer regulären Armee. Sie haben einige in vielen Kämpfen erprobte Leute, die Taktiken anwenden, wie sie man sie von Sondereinheiten kennt.«

Die Wagner-Truppe war oder ist in einer Vielzahl von Ländern aktiv. Dazu gehören nachgewiesenermaßen Libyen, Mali und die Zentralafrikanische Republik.

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