Trump sagt Pressekonferenz mit versprochenen Enthüllungen ab
Erst die angebliche Attacke, nun der eher kleinlaute Rückzug. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat seine für nächste Woche geplante Pressekonferenz zur Veröffentlichung eines Berichts über die Wahlen in Georgia im Jahr 2020 abgesagt.
Stattdessen würden es seine Anwälte es vorziehen, diese, wie er glaube, unwiderlegbaren und überwältigenden Beweise für Wahlbetrug und Unregelmäßigkeiten in formellen rechtlichen Unterlagen zu veröffentlichen, schrieb Trump auf seiner Social-Media Plattform Truth Social.
Am Montag wollte Trump eigentlich nach eigenen Worten eine Pressekonferenz geben und den angeblichen Wahlbetrug mit einem »großen, komplexen, detaillierten, aber unwiderlegbaren Bericht« belegen – um sich selbst zu entlasten. Doch daraus wird nichts.
Wie der Sender ABC unter Berufung auf Quellen im Umfeld des Ex-Präsidenten berichtet, rieten einige von Trumps Anwälten zuvor dringend von dem Auftritt ab. Hintergrund soll demnach sein, dass die Pressekonferenz mit weiteren fadenscheinigen Betrugsvorwürfen Trumps juristische Probleme noch weiter verschärfen könnte. Der interne Gegenwind soll laut ABC so groß gewesen sein, dass er letztlich zur Absage führte.
Das von Atlantas Bezirksstaatsanwältin Fani Willis angestoßene Verfahren ist nicht nur für Trump heikel. Neben dem Ex-Präsidenten werden 18 weitere Personen, darunter sein Vertrauter Rudy Giuliani und sein früherer Stabschef Mark Meadows, beschuldigt, Teil einer kriminellen Verschwörung gewesen zu sein.
Mit seinen seit jeher unbelegten Behauptungen über Unregelmäßigkeiten bei den Präsidentschaftswahlen 2020 gerät Trump zunehmend auch innerhalb seiner republikanischen Partei in die Kritik. Auf Trumps Ankündigung zur Pressekonferenz hatte am Mittwoch bereits Georgias Gouverneur Brian Kemp mit eindringlichem Widerspruch reagiert. »Die Wahl 2020 in Georgia wurde nicht gestohlen«, schrieb Kemp auf X, vormals Twitter.
Trump-Team will Verfahren weit nach der Wahl
Ebenfalls am Donnerstag (Ortszeit) hatten Trumps Anwälte darum gebeten, den Prozesstermin im Verfahren wegen versuchter Wahlmanipulation für April 2026 in Washington anzusetzen. »Die Öffentlichkeit will Gerechtigkeit und einen fairen Prozess, kein überstürztes Urteil«, so Trumps Anwälte in ihrer Begründung.
Sonderermittler Jack Smith hatte hingegen vorgeschlagen, den Prozess am 2. Januar 2024 zu beginnen. Die zuständige Richterin will darüber voraussichtlich bei einer Anhörung Ende August befinden.
Neben den Verfahren in Washington DC (auf Bundesebene) und Georgia, beide wegen Wahlbeeinflussung, laufen noch Verfahren in New York (wegen Schweigegeld an Pornodarstellerin Stormy Daniels) und Florida (Affäre um die Aufbewahrung geheimer Regierungsunterlagen).

