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Trier: Angriff vor Disco – Polizei relativiert Angaben

February 19
08:56 2023

Bei einem Angriff vor einer Disco in Trier wurden fünf Polizisten verletzt, zum Teil allerdings von ihren Kollegen. Das hat die Polizei eingeräumt – und auf Spekulationen zum Hintergrund der Verdächtigen reagiert.

Nach heftigen Attacken auf Einsatzkräfte in Trier hat die Polizei neue Details bekannt gegeben.

In einer ersten Mitteilung hatte es geheißen, die Beamten seien auch mit Eisenstangen attackiert worden. Nun teilte ein Sprecher auf SPIEGEL-Anfrage mit, das könne man nicht mehr sicher sagen. Zuvor hatte der »Trierische Volksfreund « berichtet.

In der Nacht zum Freitag soll eine Gruppe von bis zu 40 Personen auf Polizisten losgegangen sein. Selbst Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte den Vorfall kommentiert: »Den massiven Gewaltausbruch verurteile ich scharf. Sich zusammenzurotten und mit Eisenstangen und Flaschen auf Einsatzkräfte loszugehen, muss mit aller Härte verfolgt und geahndet werden.«

Fünf Beamte wurden bei dem Angriff verletzt. Der Polizeisprecher räumte nun ein, dass zwei davon versehentlich von Pfefferspray getroffen worden seien, das die eigenen Kollegen eingesetzt hätten. Die übrigen drei seien von Dritten attackiert worden. Wie schwer deren Verletzungen sind und wie sie zugefügt wurden, sagte der Sprecher nicht.

Er erklärte, man habe inzwischen »einige« Verdächtige identifiziert, wollte aber keine Zahl nennen. Man werte zudem Videos und andere Hinweise aus, die zu weiteren mutmaßlichen Tätern führen könnten.

Die Polizei teilte zudem mit , dass die bisher identifizierten Verdächtigen keinen Migrationshintergrund hätten. Damit reagierte sie auf die »in sozialen Medien aufkommenden Gerüchte und Spekulationen«, hieß es. Man bitte darum, von derartigen Mutmaßungen abzusehen.

»Lebensgefährliche Situation«

Die Polizei war am frühen Freitagmorgen nach einem Hinweis auf eine Körperverletzung zu der Großraumdisco westlich der Mosel gerufen worden. Aufgrund der aufgeheizten Stimmung und der großen Zahl alkoholisierter Menschen hätten sich mehrere Streifenwagen auf den Weg gemacht. Bei den Ermittlungen vor Ort hätten einige Umstehende angefangen, die Beamten anzugreifen. Diese hätten den Angriff »mit massiver Kraftanstrengung« unter Einsatz von Pfefferspray abwehren können, so die Polizei.

Etwa zur gleichen Zeit hätten sich bis zu 40 Menschen versammelt, um die Einsatzkräfte zu attackieren. Ein Mann habe sogar einen Einkaufswagen in Richtung der Beamten geschleudert. »Für die Einsatzkräfte, die zahlenmäßig unterlegen waren, entstand so eine lebensgefährliche Situation«, hieß es. Erst als ein Beamter zwei Warnschüsse in die Luft abgegeben habe, habe sich die Lage beruhigt und die Polizisten hätten die verletzten Kollegen in Sicherheit bringen können.

Zwei Männer im Alter von 42 und 21 Jahren wurden zeitweise in Gewahrsam genommen. Ermittelt wird wegen des Verdachts auf Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, schweren Landfriedensbruchs und versuchter Gefangenenbefreiung.

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