»Titan«-Tragödie: US-Küstenwache meldet Fund menschlicher Überreste am Wrack
Das Bergungsschiff »Horizon Arctic« hat in Kanada offenbar nicht nur Trümmerteile des implodierten Tauchboots an die US-Küstenwache übergeben, sondern auch die mutmaßlichen Überreste der »Titan«-Crew. Das teilte die Coast Guard am Mittwochabend (Ortszeit) in einem Statement mit.
Das Beweismaterial werde nun mit einem Schiff der Küstenwache in die USA überführt, heißt es in dem Statement weiter. Dort würden Mediziner »eine formale Untersuchung der mutmaßlich menschlichen Überreste durchführen, die zwischen den Trümmern am Unglücksort sehr vorsichtig geborgen wurden«.
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Die Meldung der Küstenwächter können Sie hier im Original nachlesen: U.S. Coast Guard recovers evidence from TITAN submersible
Zuvor war die Bergung der Trümmerteile der »Titan« abgeschlossen worden. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die zerborstenen Teile an einem Anleger im ostkanadischen St. John's von der »Horizon Arctic« auf einen Tieflader verladen wurden.
»Ich bin dankbar für die koordinierte internationale und Behörden-übergreifende Unterstützung bei der Bergung dieser hochwichtigen Beweismaterials unter diesen schwierigen Bedingungen, weit vor der Küste und aus extremer Tiefen vor der Küste«, erklärte Kapitän Jason Neubauer, der die Untersuchungskommission (Marine Board of Investigation, MBI) zur Ermittlung der Unglücksursache leitet.
Es gebe nun viel zu tun, »um die Faktoren zu verstehen, die zu diesem katastrophalen Verlust der Titan« geführt hätten und dabei helfen sollten, »dass sich so eine Tragödie nicht noch einmal ereignet«.
Bergungsoperation mit ferngesteuertem Unterwasserfahrzeug
Die Such- und Bergungsaktion sei »extrem riskant« gewesen, sagte der Sprecher der New Yorker Firma Pelagic Research, der das ferngesteuerte Bergungsvehikel Odysseus gehört. »Es war extrem anstrengend und aufreibend für das Team, das rund um die Uhr gearbeitet hat, die ganze Zeit fast ohne Schlaf, zehn Tage lang«, sagte Jeff Mahoney der Nachrichtenagentur AFP.
Am Sonntag vergangener Woche hatten sich fünf Insassen mit dem Tauchboot der Firma OceanGate auf dem Weg zum Meeresgrund gemacht, um das berühmte Wrack der Titanic aus der Nähe zu besichtigen. Der 1912 gesunkene Passagierdampfer liegt in einer Tiefe von rund 3800 Metern. Doch nach nicht einmal zwei Stunden riss der Kontakt zu dem Tauchboot ab, es fehlte jede Spur. Die anschließende Suche war von großem Zeitdruck gezeichnet: Der Sauerstoff, so die Kalkulation, sollte für 96 Stunden unter Wasser reichen.
Am vergangenen Donnerstag wurden in der Nähe des Wracks gefundene Trümmerteile der »Titan« zugeordnet. Der Beleg dafür, dass die Insassen keine Überlebenschance mehr haben konnten. Offenbar war eine Implosion der Grund.
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Was eine solche Havarie in großer Tiefe bedeutet, lesen Sie hier: Was passiert bei einer Implosion?

