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Tauchboot »Titan« verschollen: Rettungsteams weiten Suchgebiet drastisch aus

June 22
06:15 2023

Die Rettungsteams, die nach dem verschollenen Tauchboot »Titan« suchen, haben das Suchgebiet drastisch erweitert. Das zeigt eine Karte, die die US-Küstenwache veröffentlicht hat . Demnach hat sich das Suchgebiet wohl mehr als verdoppelt.

Dem Koordinator bei der US-Küstenwache Jamie Frederick zufolge wurde das Gebiet »exponentiell« erweitert. Es habe nun in etwa eine Fläche, die doppelt so groß ist wie der US-Bundesstaat Connecticut. Gesucht werde bis in eine Tiefe von etwa vier Kilometern.

Mittlerweile sind noch mehr Schiffe und Boote auf dem Weg, um bei der Rettungsaktion zu helfen. So sei etwa noch ein Boot der kanadischen Küstenwache eingetroffen, das ebenfalls mit Sonargeräten ausgerüstet ist, teilt die US-Küstenwache mit.

Das Tauchboot wird seit Sonntagvormittag vermisst. Die »Titan« war mit fünf Menschen an Bord auf dem Weg zum Wrack des berühmten Luxusdampfers »Titanic«. Das Wrack liegt in rund 3800 Metern Tiefe. Etwa eine Stunde und 45 Minuten nach Beginn des Tauchgangs riss der Kontakt zum Mutterschiff »Polar Prince« ab.

Geräusche gehört

Die Rettungskräfte haben zuletzt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Geräusche vernommen, die einen Hinweis darauf geben könnten, wo sich das Mini-U-Boot befinden könnte. Die Unterwassergeräusche sind nach Angaben der US-Küstenwache allerdings noch unklaren Ursprungs. »Wir wissen nicht, was das ist«, sagte Jamie Frederick von der US-Küstenwache bei einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag in Boston.

Frederick sprach außerdem über ein mögliches Scheitern der Rettungsaktion. Die »Titan« war mit Sauerstoff für etwa 96 Stunden gestartet. Die Zeit wird knapp. »Manchmal finden wir nicht, wonach wir suchen«, sagte Frederick. Dann komme es manchmal vor, »dass man eine schwierige Entscheidung treffen muss. Wir sind aber noch nicht an diesem Punkt«. Falls dieser Fall eintrete, würden die Familien der Vermissten lange vor der Öffentlichkeit unterrichtet.

Sicherheitsbedenken

Schon weit vor dem Verschwinden der »Titan« im Atlantik hatten Experten Sicherheitsbedenken bezüglich des Tauchboots. Das berichten die »New York Times« sowie CNN . Führungskräfte der Tauchbootindustrie hätten schon vor Jahren Sorgen bezüglich der Sicherheit der »Titan« geäußert. »Wir befürchten, dass der aktuelle experimentelle Ansatz von OceanGate zu negativen Ergebnissen führen könnte (von geringfügig bis katastrophal)«, schrieben sie demnach in einem auf 2018 datierten Brief .

Bedenken habe es aber auch innerhalb des Unternehmens gegeben. David Lochridge, Direktor für den Schiffsbetrieb bei OceanGate, habe etwa in einem Bericht kritisiert, dass das Boot mehr Tests benötige. Er betonte den Berichten zufolge die potenziellen Gefahren für die Passagiere, wenn das Tauchboot extreme Tiefen erreiche. Das geht demnach aus Gerichtsdokumenten hervor.

Auch der Privatier Arthur Loibl, 2021 selbst als Tourist an Bord der »Titan«, berichtete dem SPIEGEL von technischen Schwierigkeiten. Es habe Probleme mit den Batterien gegeben. Und beim Ablassen vom Mutterschiff hätten sich die Ausgleichsgewichte gelöst. »Im Rückblick war das schon ein Himmelfahrtskommando«, sagte Loibl im Interview.

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