Tankstellen brechen Rekorde: Diesel kostet so viel wie nie
Wirtschaft
Tankstellen brechen RekordeDiesel kostet so viel wie nie
02.04.2026, 11:12 Uhr

Statt wie erhofft nach unten, geht der Spritpreis an den Tankstellen nach Einführung der neuen Maßnahmen der Bundesregierung steil nach oben. Der Diesel macht seitdem sogar derart große Sprünge, dass er gleich mehrere seiner eigenen Rekorde bricht.
Auch am zweiten Tag nach dem Maßnahmenpaket der Bundesregierung ist es am Mittag zu einem sprunghaften Anstieg der Kraftstoffpreise an den Tankstellen gekommen. Der Anstieg führte, wie bereits am Vortag, zu einem neuen Jahreshoch. Wie eine Auswertung von ntv.de auf Basis von aktuellen Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe zeigt, kletterte der bundesweite Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 von 2,10 Euro kurz vor 12 Uhr auf 2,20 Euro um 12.10 Uhr. Für Diesel mussten Autofahrer statt 2,30 Euro dann 2,42 Euro bezahlen.
Beim bundesweiten Tagesdurchschnitt brach der Diesel bereits am Vortag einen Rekord: So kostete ein Liter am Mittwoch im Tagesschnitt 2,329 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022, wie die ntv.de-Daten zeigen. Die Zahl ist nicht inflationsbereinigt. Auch Superbenzin E10 verteuerte sich am ersten Tag des Inkrafttretens der neuen Regeln weiter: Der bundesweite Durchschnittspreis lag demnach bei 2,129 Euro je Liter, ein neuer Jahreshöchststand.
Am Mittwoch waren die von der Berliner Koalition im Eilverfahren beschlossenen neuen Vorschriften in Kraft getreten: Nun dürfen die Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags erhöht werden. Preissenkungen sind jederzeit erlaubt. Vorbild der Regel ist Österreich. Die Spritpreise sind infolge des Iran-Kriegs in den vergangenen Wochen weltweit gestiegen.
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Der ADAC kritisierte die Preiserhöhungen des Mittwochs als unangemessen, da der Rohölpreis zwischen 31. März und dem 1. April gesunken sei. "Die Sorge des ADAC scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können", sagte ein Preisexperte des Autoclubs in München. Die Neuregelung reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht. "Nach Überzeugung des ADAC ist es nun Aufgabe des Bundeskartellamtes, Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen."

