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Strukturwandel in der Lausitz: Wo Deutschland an der Kante steht

July 06
14:26 2020
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Maurice Weiss/ DER SPIEGEL

Am Ende ist die Bewegung der Erdplatten an allem schuld. Als sich im Süden die Alpen hochschoben, entstand hier, nördlich von Dresden, ein bewachsenes Senkungsgebiet. Immer wieder wurde die Gegend mit Nordseesand überdeckt, bis aus den Wäldern faulende, von Bakterien bearbeitete Moore wurden, von Sand luftdicht gedeckelt.

Und Michael Nadebohr konnte das Durcheinander später wieder aufräumen und schön sortieren, in Sand und Braunkohle.

Nadebohr steht in 80 Meter Höhe auf seinem alten Arbeitsplatz und sieht aus, als wäre er schon mit dem Schutzhelm auf die Welt gekommen. "192 Meter freitragend", sagt er und meint die F60, eine Förderbrücke in den Ausmaßen eines flach gelegten Eiffelturms. "Die größte je gebaute bewegliche Maschine", erklärt Nadebohr, der hier mal Führer war in der Kabine.

Ein gewaltiges Konstrukt; wie ein Saurierkopf taucht der Ausleger über dem Lausitz-Ort Lichterfeld auf. Der Stolz deutsch-demokratischer Ingenieurskunst, und wenn es je ein Wahrzeichen des Anthropozäns geben sollte – dann wäre es die F60.

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