Spanien: Konservative gewinnen Parlamentswahl – aber ohne absolute Mehrheit
Die Konservativen haben die Parlamentswahl in Spanien gewonnen, eine absolute Mehrheit aber verfehlt. Sie kamen nach Auszählung von mehr als 95 Prozent der Stimmen auf fast 33 Prozent und 136 Sitze. Die Sozialisten von Regierungschef Pedro Sánchez kamen ebenfalls auf fast 32 Prozent der Stimmen, aber nur auf 122 Sitze.
Auch mit der rechtsradikalen Partei Vox (33 Sitze), einem möglichen Koalitionspartner, würde es für die Konservativen nicht zu einer Mehrheit reichen. Diese liegt bei 176 Sitzen.
Sánchez schneidet besser ab als prognostiziert
Regierungschef Pedro Sánchez, der vor allem vor einer Koalition aus Konservativen und Rechtsradikalen gewarnt hatte, schnitt hingegen besser ab als von den letzten Umfragen prognostiziert. Er könnte versuchen, seine Minderheitsregierung fortzusetzen, hat aber ebenfalls keine klare Mehrheit. Bisher koalierte er mit einem linken Bündnis, das sich nun Sumar nennt (31 Sitze) und der Unterstützung von diversen Regionalparteien.
Dem Land stehen nun lange politische Verhandlungen zwischen den Parteien und möglicherweise sogar Neuwahlen hervor.
Im ersten Wahlgang braucht es bei der Wahl des spanischen Ministerpräsidenten im Parlament eine absolute Mehrheit. Im zweiten hingegen nur eine einfache. Pedro Sánchez käme mit Sumar und einigen Regionalparteien auf mehr Stimmen als der konservative Spitzenkandidat Alberto Núñez Feijóo.
Eine wichtige Rolle könnte auch der ehemalige katalanische Ministerpräsident Carles Puigdemont spielen. Seine Partei Junts kam auf sieben Sitze – und könnte nun Forderungen stellen, um einen der Kandidaten zu unterstützen. Puigdemont hatte eine Unterstützung von Sánchez allerdings ausgeschlossen, dass seine Leute für eine rechte Koalition stimmen könnten, gilt als undenkbar.

