Sicherheitskraft wird verletzt: Angriff auf Synagoge: FBI prüft Verdacht eines “gezielten Gewaltakts”
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Sicherheitskraft wird verletztAngriff auf Synagoge: FBI prüft Verdacht eines "gezielten Gewaltakts"
13.03.2026, 01:25 Uhr Artikel anhören(04:20 min)00:00 / 04:20
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Ein Lastwagen fährt im US-Bundesstaat Michigan in eine der größten Synagogen der USA. Der bewaffnete Fahrer stirbt und weist schwere Brandverletzungen auf. Der frühere US-Botschafter in Israel schließt einen Zusammenhang mit dem Nahost-Krieg nicht aus.
Nach einem Angriff auf eine Synagoge in einem Vorort von Detroit im US-Bundesstaat Michigan hat die US-Bundespolizei FBI Ermittlungen wegen eines "gezielten Gewaltaktes gegen die jüdische Gemeinde" eingeleitet. Das sagte die leitende Sonderermittlerin der FBI-Dienststelle in Detroit, Jennifer Runyan. Der bewaffnete Angreifer war mit einem Lastwagen in eine Synagoge gerast und bei einem anschließenden Schusswechsel mit Sicherheitskräften zu Tode gekommen. Nach Polizeiangaben wurde eine Sicherheitskraft verletzt. US-Präsident Donald Trump nannte den Vorfall "schrecklich".
Der Polizeichef des Verwaltungsbezirks Oakland, Michael Bouchard, sagte, in der Synagoge hätten sich während des Angriffs Kinder und Mitarbeiter aufgehalten, sie seien aber unverletzt. 30 Polizeibeamte seien jedoch mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Nach Bouchards Worten durchbrach der Lastwagen das Tor des Gebäudes und blieb im Eingangsbereich stehen.
"Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, was ihn getötet hat, aber die Sicherheitskräfte haben den Verdächtigen mit Schüssen bekämpft", sagte der Polizeichef über den Angreifer. Zur Identität des Täters und seinem möglichen Motiv konnte dieser vorerst keine Angaben machen. Ob es sich um einen Einzeltäter handelte, war ebenfalls nicht klar.
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Der Sheriff sagte, der Angreifer scheine alleine in dem Fahrzeug gewesen zu sein. Spürhunde durchsuchten den Lastwagen nach möglichem Sprengstoff. "Es ist kompliziert, weil es ein Feuer gibt", sagte Bouchard. Dem Sender Fox News zufolge geriet der Lastwagen bei dem Angriff in Brand. Die Leiche des Angreifers wies demnach schwere Brandverletzungen auf. Fernsehbilder zeigten ein massives Polizeiaufgebot und Dutzende Wagen mit Blaulicht in der Umgebung der Synagoge in dem Vorort West Bloomfield nördlich von Detroit. Über dem Gebäudekomplex stieg Rauch auf.
Trump: "Unglaublich, dass solche Dinge passieren"
Nach Angaben des Weißen Hauses wurde Trump umgehend über den Vorfall informiert. Er sprach von einer "schrecklichen Sache" und nannte es "absolut unglaublich, dass solche Dinge passieren". Die Gouverneurin von Michigan, Gretchen Whitmer, verurteilte den Angriff auf die Synagoge namens Temple Israel scharf. "Die jüdische Gemeinde von Michigan sollte in Frieden leben und ihren Glauben ausüben können", sagte sie.
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Der israelische Außenminister Gideon Saar äußerte sich "schockiert über den Angriff". Die israelische Regierung stehe in Kontakt mit der jüdischen Gemeinde und den örtlichen Behörden. "Antisemitismus darf niemals wieder sein hässliches Haupt erheben", sagte Saar. Die Reformsynagoge Temple Israel ist eine der größten der USA und zählt nach Angaben von US-Medien rund 12.000 Mitglieder. Sie umfasst unter anderem eine Vorschule und eine Religionsschule.
In Nordamerika hatte es zuletzt zahlreiche Angriffe auf jüdische Gotteshäuser gegeben. Alleine in der kanadischen Wirtschaftsmetropole Toronto gab es in den vergangenen Wochen drei Schusswaffenvorfälle. Der frühere US-Botschafter in Israel, Tom Nides, sagte Fox News: "Antisemitismus und Hass wachsen an." Er verwies dabei auf den Iran-Krieg. Zwar sei das Motiv des Angreifers in Michigan nicht bekannt. "Aber wir wissen, dass wir uns gerade deshalb in dieser veränderten Situation befinden, weil im Iran ein Krieg stattfindet und die Vereinigten Staaten und Israel auf einer Seite stehen", betonte Nides, der von 2021 bis 2023 Botschafter in den USA war.

