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Russland: Wladimir Putin stellt die Wagner-Söldner vor die Wahl: Tretet in die Armee ein – oder »geht nach Belarus«

June 27
03:16 2023

In seiner ersten Fernsehansprache nach dem Aufstand der Wagner-Söldner in Russland hat sich Präsident Wladimir Putin als Garant des inneren Friedens präsentiert. Er habe dafür gesorgt, dass es bei dem abgebrochenen Aufstand kein Blutvergießen gegeben habe, sagte Putin am Montagabend. Er warf der Ukraine und ihren westlichen Verbündeten vor, diese »wollten, dass sich russische Soldaten gegenseitig umbringen«. Den Wagner-Söldnern gewährte er Amnestie.

»Seit Beginn der Ereignisse wurden auf meine direkte Anweisung hin Maßnahmen ergriffen, um ein großes Blutvergießen zu vermeiden«, sagte Putin. Russlands »Feinde« hingegen wollten »genau einen solchen Brudermord: sowohl die Neonazis in Kiew als auch ihre westlichen Gönner und alle Arten von Landesverrätern«, sagte Putin.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Joe Biden jegliche Verwicklung des Westens in die Revolte der Söldnergruppe Wagner in Russland zurückgewiesen. Der Westen habe mit dem Aufstand »nichts zu tun« gehabt, sagte Biden im Weißen Haus. »Das war Teil eines Kampfes innerhalb des russischen Systems.«

Kremlchef Putin dankte den Russen für ihre »Ausdauer«, »Einheit« und ihren »Patriotismus« während der Ereignisse vom Wochenende. »Die Solidarität der Zivilbevölkerung hat gezeigt, dass jede Erpressung, jeder Versuch, einen internen Aufruhr zu organisieren, zum Scheitern verurteilt ist«, sagte Putin. Dies hätten am Ende auch die Umstürzler erkannt und aufgegeben.

Er fügte hinzu, die Wagner-Mitglieder könnten einen Vertrag mit der regulären russischen Armee unterzeichnen, »zu ihren Familien und Angehörigen zurückzukehren« oder »nach Belarus gehen«.

Putin dankt den »russischen Patrioten« unter den Wagner-Kämpfern

Ohne ihn namentlich zu nennen, beschuldigte Putin erneut Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin. Dieser habe »sein Land und sein Volk verraten« und gleichzeitig seine Männer »belogen«. »Die große Mehrheit der Kämpfer und Kommandanten der Wagner-Gruppe sind ebenfalls russische Patrioten, die ihrem Volk und dem Staat verpflichtet sind«, sagte Putin weiter. Sie hätten dies »durch ihren Mut auf dem Schlachtfeld bewiesen«.

Putin pries in diesem Zusammenhang den »Mut und die Selbstlosigkeit der heldenhaften Flieger, die im Kampf gefallen« seien. Offizielle Angaben über die wenigen Flugzeuge, die die Wagner-Gruppen nach eigenen Angaben auf ihrem Marsch nach Moskau abgeschossen haben, machte der Kreml jedoch nicht. Nach Angaben russischer Militärblogger schossen die Wagner-Truppen sechs russische Hubschrauber und ein Flugzeug ab.

Nach seiner Ansprache traf sich Putin nach Angaben des Kremls mit seinen wichtigsten Sicherheitsbeamten, darunter mit Verteidigungsminister Sergej Schoigu sowie dem Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, und dem Chef der Nationalgarde, Viktor Solotow.

Prigoschin: Rettung der Truppe war Ziel des Marschs auf Moskau

Prigoschin seinerseits versicherte am Montag, Ziel des Marschs seiner Männer in Richtung Moskau sei nicht die Übernahme der Macht, sondern die Rettung seiner Truppe gewesen. Ihm zufolge habe der Wagner-Gruppe die Zerschlagung durch seinen Rivalen Schojgu gedroht.

Am Freitagabend war der monatelange Machtkampf zwischen dem Chef der Söldnertruppe und der russischen Militärführung eskaliert. Wagner-Kämpfer marschierten von der Ukraine aus nach Russland ein und rückten in Richtung Moskau vor.

Nach rund 24 Stunden Aufstand vollzog Prigoschin am Samstagabend überraschend eine Wende und beorderte seine Söldner zurück in ihre Lager. Der mit Putin verbündete belarussische Staatschef Alexander Lukaschenko hatte eine Vermittlungslösung ermöglicht. Laut Kreml soll Prigoschin nach Belarus ins Exil gehen.

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