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Russland-Ukraine-Krieg: Moskau meldet Drohnenangriff auf Geschäftsviertel “Moscow City”

July 30
09:37 2023

Was in den vergangenen Stunden geschah

Die russische Hauptstadt Moskau ist offenbar erneut zum Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Insgesamt seien drei Drohnen abgeschossen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Tass am Sonntagmorgen mit. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb bei Telegram: »Ukrainische Drohnen haben heute Nacht angegriffen.« An zwei Bürogebäuden im Geschäftsviertel »Moscow City« sei die Fassade beschädigt worden, darunter auch das 50-stöckige »IQ-Kwartal-Gebäude«, in dem die Büros von drei russischen Ministerien untergebracht sind. Der Telegram-Kanal »Beware of the News« veröffentlichte ein Video, das Dokumente des Ministeriums für digitale Entwicklung zeigt, die durch die Explosion zerstört wurden. Tass berichtete am Morgen unter Berufung auf Rettungsdienste von einem verletzten Wachmann. Sobjanin hatte zuvor noch bei Telegram geschrieben, es gebe weder Todesopfer noch Verletzte.

Der Flughafen Moskau-Wnukowo im Südwesten der russischen Hauptstadt wurde laut Tass vorübergehend für Abflüge und Ankünfte geschlossen. Flüge seien umgeleitet worden. An anderen Flughäfen in der Region lief der Betrieb demnach weiter.

Bei einem Raketenangriff auf die ukrainische Stadt Sumy wurden unterdessen nach Polizeiangaben mindestens ein Zivilist getötet und fünf weitere verletzt. Der öffentlich-rechtlichen ukrainischen Medienanstalt Suspilne zufolge wurde ein Gebäude einer Bildungseinrichtung zerstört. Anfang Juli waren bei einem russischen Drohnenangriff auf Sumy bereits drei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden.

Das sagt Kiew

Bei ihrer Gegenoffensive meldete die Ukraine ein Vorankommen. Die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar schrieb auf Telegram, die eigene Armee rücke im Süden »allmählich, aber sicher« in Richtung der Städte Melitopol und Berdjansk vor. Darüber hinaus teilte sie mit Blick auf die schweren Kämpfe an der Front im östlichen Gebiet Donezk mit: »Heute sind wir an der Südflanke um Bachmut weiter vorgerückt.«

Bereits am Samstagmorgen habe man die Tschonhar-Brücke, die die Krim mit dem auf dem Festland gelegenen Gebiet Cherson verbindet, attackiert und beschädigt, teilte die Abteilung für strategische Kommunikation der ukrainischen Armee am Abend mit. Der russische Besatzungschef von Cherson, Wladimir Saldo, hatte zuvor zwar ebenfalls von ukrainischen Raketenangriffen auf die Eisenbahnstrecke berichtet, allerdings behauptet, alle zwölf Geschosse seien abgewehrt worden. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben nicht.

Das sagt Moskau

Kremlchef Putin sprach den Ukrainern jeglichen militärischen Erfolg ab und bestritt ukrainische Vorstöße an der Front. »Nein, es gibt keine größeren Veränderungen«, sagte Putin vor Journalisten in Sankt Petersburg. »Natürlich wurde der Feind überall gestoppt und zurückgedrängt«, behauptete er. Die Ukrainer hingegen hatten etwa erst Ende der Woche die Befreiung des Dorfes Staromajorske im Süden des Donezker Gebiets vermeldet.

Putin spielte zudem sein geplantes Fernbleiben vom Gipfel der Brics-Staaten in Südafrika herunter. Er denke nicht, dass für ihn eine Anreise wichtiger sei als ein Verbleib in Russland, sagt Putin. Russland hatte eine Anreise Putins zu dem Treffen Ende August unter Führung von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (BRICS) abgesagt und seine Teilnahme per Videoschaltung angekündigt. Südafrika wäre gemäß internationalen Verträgen verpflichtet gewesen, Putin an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in den Niederlanden auszuliefern. Der ICC hat einen Haftbefehl gegen Putin wegen des Vorwurfs der Deportation ukrainischer Kinder ausgestellt.

Internationale Reaktionen

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki zeigte sich unterdessen besorgt über Truppenbewegungen russischer Wagner-Söldner im benachbarten Belarus. »Wir haben Informationen, dass mehr als hundert Söldner der Wagner-Gruppe in Richtung der Suwalki-Lücke vorgerückt sind, unweit von Grudno in Belarus«, sagte der nationalkonservative Politiker der Agentur PAP zufolge am Samstag.

Damit werde die Situation an der Grenze »noch bedrohlicher«, warnte Morawiecki beim Besuch einer Rüstungsfabrik im südpolnischen Gliwice. Grudno liegt im Westen von Belarus, rund 15 Kilometer von der Grenze mit dem Nato-Mitgliedstaat Polen entfernt. Bei der Suwalki-Lücke handelt es sich um einen Korridor auf polnischem und litauischem Gebiet zwischen Belarus und der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad. Im Ernstfall könnte Russland die Baltenstaaten durch dessen Einnahme vom restlichen Nato-Gebiet abschneiden.

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