Robert Reich: »Wohlhabende kaufen Häuser, Angestellte verlieren ihre Wohnungen«
Icon: vergrößernRobert Reich, Buchautor und ehemaliger Politiker
Foto: Steve Russell / Toronto Star via Getty Images
SPIEGEL: Herr Reich, würden Sie sich eigentlich als Influencer bezeichnen?
Reich: Sollte ich?
SPIEGEL: Immerhin sind Sie in den vergangenen Jahren zu einer der meistbeachteten linksliberalen Stimmen in den sozialen Medien geworden, mit einer Millionengefolgschaft auf Twitter, Instagram und Facebook. Sie sind 74 Jahre alt. Wie kam es dazu?
Reich: Ich bin darüber wohl selbst am meisten erstaunt. Vor etwa zehn Jahren sagte einer meiner Söhne zu mir: Dad, ich mag die vielen Bücher, die du schreibst, aber die Leute lesen keine Bücher mehr. Wenn du meine Generation erreichen willst, musst du das über soziale Medien machen. Wenn du deine Gedanken zur politischen Ökonomie unter die Leute bringen willst, musst du twittern und Videos auf Facebook stellen. Ich hatte erst mal keine Ahnung, wovon der Junge sprach. Er hat mir dann gezeigt, wie das alles geht.
SPIEGEL: Neuerdings tanzen Sie sogar zu Popmusik in kurzen TikTok-Clips herum und erzählen dabei »Die Wahrheit über Jeff Bezos« oder verbreiten andere linke Botschaften. Warum?

