Rama X. in Bayern: Wie wird man einen König los?
Icon: vergrößernKönig Rama X. Anfang Dezember in Bangkok mit Königin Suthida (M.) und Tochter Bajrakitiyabha: »Welche Steuern muss er bezahlen? Arbeitet er von hier?«
Foto: Chaiwat Subprasom / ZUMA Wire / imago images
Die Welt verdankt diesem Monarchen manches. Darunter das einzigartige Foto, auf dem eine Prinzessin einen Marschall der Luftwaffe auf dem Arm trägt und sanft krault. Dass der Marschall auf den Namen Fufu hörte und als Zwergpudel geboren wurde, darf dabei nicht unerwähnt bleiben.
Nun liebt Thailands König Maha Vajiralongkorn nicht nur Pudel über alles, sondern ebenso eine Region, die knapp 9000 Kilometer von seinem angestammten Königreich entfernt liegt: Oberbayern. Dort, im Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch-Partenkirchen, verbringt der König einen beträchtlichen Teil des Jahres. In Tutzing besitzt er zudem eine Villa, das gemeine Volk kennt ihn als Rama X. – oder auch »den Thai-Kini«.
Mit Bayerns berühmtem »Kini« Ludwig II. mag Rama X. einige Charakterzüge teilen, so ein bisweilen kindisches Gemüt, von Verehrung kann dagegen keine Rede sein. »Muhackl«, so rufen sie den König hier, wenn auch hinter vorgehaltener Hand und erst nach zwei Weißbier.
»Der Muhackl, der geht schlecht mit seinen Leuten um und zahlt noch nicht mal Steuern. Der soll sich schleichen«, so kann man es hören, am Fuß von Zugspitze und Kochelberg. »Muhackl«, das ist bayerisch für einen ungehobelten, schrulligen Mann.

