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Putin-Verbündeter Prigoschin brüstet sich mit Gründung von Trollfabrik

February 15
08:19 2023

Mit Falschnachrichten mischte sich die russische Internet Research Agency in den US-Wahlkampf ein. Nun räumt der Chef der berüchtigten Wagner-Söldnertruppe auf SPIEGEL-Anfrage ein, für die Trollarmee verantwortlich zu sein.

Der Chef der russischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat eingeräumt, hinter einer berüchtigten Trollfabrik in Sankt Petersburg zu stehen. Er habe die Einrichtung, die auch unter dem Namen Internet Research Agency (IRA) bekannt ist, nicht nur finanziert, teilte Prigoschin im Internet mit. »Ich hatte die Idee, ich habe sie geschaffen, und ich habe sie lange betrieben.«

Prigoschin reagiert damit auf eine Anfrage des SPIEGEL, der Investigativredaktion »Forbidden Stories« und weiterer internationaler Medien, die gemeinsam zum Thema Desinformation recherchieren. Die Ergebnisse werden unter dem Stichwort »Storykillers« veröffentlicht.

Der Geschäftsmann Prigoschin ist ein langjähriger Vertrauter von Russlands Präsident Wladimir Putin. Aktuell steht er als Chef der Privatarmee Wagner im Fokus, die eine wichtige Rolle im Krieg in der Ukraine spielt. Auch in Afrika ist Prigoschins Söldnertruppe aktiv.

Die Trolle, die Trump unterstützten

Die Trollfabrik IRA wird für groß angelegte Desinformationskampagnen im Westen verantwortlich gemacht. Mehrere hundert Angestellte sollen in einem Bürogebäude in Sankt Petersburg Falschnachrichten verbreitet haben. US-amerikanische Ermittler gehen davon aus, dass die IRA sich mit Fake-Accounts bei sozialen Netzwerken auch in die Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt hat. Ihr oberstes Ziel: Donald Trump zur Präsidentschaft zu verhelfen. Die US-Behörden haben für Informationen zu Prigoschin eine Belohnung von bis zu zehn Millionen Dollar ausgesetzt.

In seiner Stellungnahme hat Prigoschin auch erstmals zugegeben, eine zweite Trollfabrik zu unterstützen, die sich als »Cyber Front Z« bezeichnet. Sie tauchte kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs in den sozialen Medien auf und hat auf der Chat-App Telegram inzwischen über 100.000 Follower. Dort verbreiten die kremltreuen Aktivisten Lügen über russische Kriegsverbrechen und zelebrieren den Tod ukrainischer Soldaten.

Prigoschin bezeichnete »Cyber Front Z« nun als »Gruppe patriotischer Blogger«. Er habe ihnen eines seiner Büros »als Hauptsitz zur Verfügung« gestellt und zu Beginn des Angriffskriegs ein Treffen mit ihnen abgehalten. Erstmals hatte eine Investigativjournalistin des russischen Magazins »Fontanka« berichtet , dass sich »Cyber Front Z«-Mitglieder in einem Restaurant mit Verbindung zu Prigoschins Firmenimperium treffen sollen.

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