Pille gegen Corona? Pharmaforscher testen neue Medikamente
Icon: vergrößernVirologin Dittmann:Experimente im New Yorker Sicherheitslabor
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Celeste Sloman / DER SPIEGEL
Wirksam in 70, in 90, ja sogar in 95 Prozent der Fälle – die jüngsten Erfolgsmeldungen der Unternehmen AstraZeneca, Biontech und Moderna, abgeleitet aus den bisherigen klinischen Studien, lassen auf baldige Zulassung der ersten Corona-Impfstoffe hoffen.
Doch es gibt noch einen weiteren Pharmawettlauf, der für den Kampf gegen Sars-CoV-2 und ähnliche Viren genauso wichtig sein wird. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt suchen Forscher auf der ganzen Welt nach einer Pille für Menschen, die sich schon angesteckt haben. Sie könnten künftig einen Hemmstoff einnehmen, der an ein wichtiges Enzym des Virus bindet und es lahmlegt. Die Vermehrung des Erregers, so die Hoffnung, wäre damit gestoppt.
Die deutsche Virologin Meike Dittmann von der New York University School of Medicine hat in ihrem Labor in Manhattan bereits eine Substanz von Pfizer getestet. In der Kulturschale dämmte diese die Vermehrung von Sars-CoV-2 deutlich ein. Dittmann: »Ich schätze den Hemmstoff mittelfristig als sehr vielversprechend ein.«

