Oscar-Verleihung 2023: »Nawalny« gewinnt Preis für den besten Dokumentarfilm
»Bleibe stark, mein Liebster«: Julija Nawalnaja grüßt nach dem Oscar für die Dokumentation »Nawalny« ihren inhaftieren Mann Alexej. Sie träume davon, dass er freikomme und Russland wieder ein freies Land werde.
Die ersten Preise der 95. Oscar-Verleihung sind vergeben. Die erste Auszeichnung im Dolby Theatre im Stadtteil Hollywood hat »Guillermo del Toros Pinocchio« als »Bester Animationsfilm« gewonnen.
Den Oscar als »Bester Nebendarsteller« darf Ke Huy Quan für seine Rolle in »Everything Everywhere All at Once« mit nach Hause nehmen. Gleich danach gab es die nächste Auszeichnung für die Science-Fiction-Actionkomödie: Jamie Lee Curtis wurde »Beste Nebendarstellerin«.
Die 64-Jährige war erstmals nominiert und wurde am Sonntagabend für ihre Darstellung einer peniblen Steuerbeamtin ausgezeichnet. Es flossen Tränen bei Curtis, die ihren Durchbruch einst mit 19 Jahren als Laurie Strode im kultigen Horrorfilm »Halloween« hatte.
Den Preis für den »Besten Dokumentarfilm – lang« heimste »Nawalny« ein, die Dokumentation über den russischen Oppositionellen Alexej Nawalny. Nawalnys Ehefrau Julija Nawalnaja richtete emotionale Worte an das Millionenpublikum vor den Bildschirmen. »Bleibe stark, mein Liebster«, sagte sie an ihren Mann gerichtet. Sie träume davon, dass ihr Mann eines Tages wieder freikomme und Russland wieder ein freies Land werde.
»Im Westen nichts Neues« ist mit dem Oscar für die »Beste Kamera« ausgezeichnet worden. Der Preis ging an den britischen Kameramann James Friend. Bei der Kategorie »Bestes Make-up / Beste Frisuren« unterlag der deutsche BeitragAdrien Morot, Judy Chin und Annemarie Bradley, die den Preis für »The Whale« entgegennahmen. Die Auszeichnung für den besten Kurzfilm gewann »An Irish Goodbye«.
Der Oscar für das »Beste Kostümdesign« ging an Ruth Carter für ihre Arbeit »Black Panther: Wakanda Forever"!. Sie bedankte sich in ihrer Rede bei ihrer Mutter, die erst vor wenigen Tagen im Alter von 101 Jahren verstorben sei. Schon für »Black Panther« hatte Carter einen Oscar gewonnen.
Zum Auftakt der Show hat sich Moderator Jimmy Kimmel über den Ablauf der Gala im vergangenen Jahr lustig gemacht. Wer diesmal gewalttätig werde, bekomme auf jeden Fall den Oscar als bester Hauptdarsteller, sagte Kimmel.
Im vergangenen Jahr war die Gala von dem Angriff von Schauspielstar Will Smith auf den Komiker Chris Rock überschattet worden. Smith hatte Rock mitten auf der Bühne eine harte Ohrfeige verpasst, nachdem der Komiker einen Witz über Smiths unter Haarausfall leidende Ehefrau Jada Pinkett Smith gemacht hatte. Er wurde dennoch später mit einem der wichtigsten Preise ausgezeichnet, dem Hauptrollenpreis für seine Darstellung im Drama »King Richard«.

