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“Ocean Viking”: Italien will Migranten offenbar auf Quarantäne-Schiff lassen

July 05
07:25 2020
Ein Psychiater und ein kultureller Vermittler an Bord der Ocean Viking Icon: vergrößern

Ein Psychiater und ein kultureller Vermittler an Bord der Ocean Viking

FLAVIO GASPERINI/SOS MEDITERRANEE/HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Italien erlaubt den rund 180 Migranten auf dem privaten Rettungsschiff "Ocean Viking" offenbar den Wechsel auf das italienische Quarantäneschiff "Moby Zaza". Die Übernahme der aus Seenot geretteten Menschen sei für Montag geplant, berichteten italienische Medien sowie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Quellen im Innenministerium in Rom.

Zuvor hatte sich die Lage auf dem Schiff der Organisation SOS Méditerranée, das sich in internationalen Gewässern vor Sizilien befindet, zugespitzt. Die Betreiber berichteten von einem Hungerstreik unter den Geflüchteten. Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée für Deutschland, hatte von mehreren Suizidversuchen gesprochen. Der Kapitän der "Ocean Viking" hatte zudem den Notstand an Bord ausgerufen. Bis dahin waren mehrere Bitten um Zuweisung eines sicheren Hafens in Malta und Italien erfolglos geblieben.

Die Crew sandte die dringende Anfrage an die Behörden beider Länder zur Aufnahme von rund 45 Menschen, die in schlechter Verfassung seien. Italien schickte daraufhin am Samstag einen Psychiater und einen kulturellen Mediator aus Pozzallo für mehrere Stunden an Bord, berichteten beide Seiten. Danach sei die Erlaubnis aus Rom zur Übernahme auf die "Moby Zaza" gekommen, hieß es in den Medienberichten.

Die Lage an Bord hat sich demnach etwas entspannt. Am Sonntag seien zunächst Corona-Abstriche bei den Migranten geplant. Wie SOS Méditerranée schrieb, nahm das Schiff in insgesamt vier Einsätzen am 25. und am 30. Juni rund 180 Menschen aus dem Mittelmeer an Bord.

Italien und Malta hatten sich in der Corona-Pandemie zu nicht sicheren Häfen erklärt. Trotzdem brechen Migranten von Libyen und Tunesien in Richtung Europa auf. Rom und Valletta nahmen zuletzt zwar wieder Menschen von privaten Schiffen auf, doch die Länder zögern mit der Zuweisung von Häfen oft lange. Sie fordern von anderen EU-Staaten regelmäßig Zusagen über die Weiterverteilung der Menschen.

Icon: Der Spiegel

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