Nicolas Sarkozy wegen Korruption verurteilt: Ohne Schuldbewusstsein
Icon: vergrößernIst nun verurteilt: Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy
Foto: Kiran Ridley / Getty Images
Es ist eine Premiere für die französische Demokratie: Der ehemalige Präsident Nicolas Sarkozy (2007-2012) wurde an diesem Montag in Paris zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, zwei davon sind zur Bewährung ausgesetzt. Das verbleibende Jahr könnte in einen Hausarrest mit elektronischer Fußfessel umgewandelt werden.
Nur ein einziger ehemaliger Präsident, der inzwischen verstorbene Jacques Chirac, war bislang verurteilt worden, allerdings nicht zu einer Gefängnisstrafe, sondern zu zwei Jahren auf Bewährung. Damals, 2011 war das, ging es um schwarze Kassen und den Missbrauch öffentlicher Gelder.
Diesmal geht es um Korruption und um versuchte Einflussnahme zum Vorteil des Ex-Präsidenten. Der Tatbestand eines gemeinsamen »Pakts zur Korruption« sei gegeben, erklärte am Montagmittag die Vorsitzende Richterin zur Überraschung der drei Angeklagten, die den Gerichtssaal eher siegessicher betreten hatten.
Es sind Sätze wie diese, die zu dem Urteil führten, Sätze wie aus einem eher schlechten Mafiafilm. Sie stammen aus dem Februar 2014: »Hallo, wie geht's, mein Thierry?«, fragte da Sarkozy seinen Anwalt Thierry Herzog. Der hatte gute Nachrichten für den Präsidenten. Er habe mit seinem Freund, dem Generalanwalt vom Kassationsgericht gesprochen: »Er hat mir gesagt, du kannst dem Präsidenten mitteilen, er sei optimistisch« in der besprochenen Angelegenheit.

