News zum Russland-Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zu Montag (31. Juli)
Das geschah in den vergangenen Stunden
Die ukrainische Regierung meldet schwere Kämpfe im Nordosten des Landes. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem »guten und kraftvollen Tag«. Vor allem um die Stadt Bachmut hätten die Truppen seines Landes Boden gut gemacht. Bachmut war nach monatelangen Kämpfen im Mai von russischen Einheiten eingenommen worden. Die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar erklärte, die Russen hätten versucht, im Nordosten »erhöhte Gefechtsstellunen zu erobern«. Dabei habe der Feind schwere Verluste erlitten. Berichte aus dem Kampfgebiet lassen sich nicht unabhängig verifizieren.
Das sagt Kiew
Die Ukraine will nach Angaben der Präsidialverwaltung in Kiew in dieser Woche mit den USA Gespräche über Sicherheitsgarantien vor einem geplanten Nato-Beitritt des Landes beginnen. Es gehe um konkrete und langfristige Verpflichtungen der USA, um der Ukraine jetzt zu einem Sieg gegen den russischen Angriffskrieg zu verhelfen und danach künftige Aggressionen Moskaus zu verhindern, teilte der Leiter des Präsidialamtes in Kiew, Andrij Jermak, am Sonntag mit. Die G7-Gruppe der sieben führenden Industrienationen hatte beim Nato-Gipfel in Vilnius (Litauen) Sicherheitsgarantien angekündigt.
Die Gespräche mit den USA über verlässliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine während einer Übergangsphase bis zu einem Nato-Beitritt des Landes seien der Anfang, teilte Jermak im Nachrichtendienst Telegram mit. Es gehe um Unterstützung bei der Verteidigung und Finanzierung sowie um Sanktionen gegen den russischen Aggressor. Die Ukraine arbeite an bilateralen Vereinbarungen auch mit ihren jeweiligen anderen Verbündeten, hieß es.
Jermak sagte bei einem Treffen der Regionalführungen am Sonntag in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk, dass nach einem Treffen mit den Botschaftern der verbündeten Staaten im Juni in Kopenhagen nun das Treffen der nationalen Sicherheitsberater geplant sei, um die Friedensformel der Ukraine in die Tat umzusetzen. Die Ukraine sei beiden Monarchien – Dänemark und Saudi-Arabien – dankbar für die Unterstützung der Initiative.
Die dritte Phase sei dann ein Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Staaten, der bis Ende des Jahres angesetzt werden könne, sagte Jermak. Ziel sei es, dafür so viele Staaten wie möglich heranzuziehen, die das internationale Recht und die Grundordnung der Vereinten Nationen anerkennen. Russland führt seit 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
Das sagt Moskau
Russland hat nach eigenen Angaben mehrere ukrainische Drohnenangriffe abgewehrt, unter anderem in der Hauptstadt Moskau. Wie das russische Verteidigungsministerium mitteilte, wurden am Sonntag 25 Drohnen auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim und drei weitere in Moskau unschädlich gemacht. Dabei wurden in Moskau zwei Bürogebäude beschädigt. Der ukrainische Präsident Selenskyj sprach in diesem Zusammenhang von einer »Rückkehr des Krieges nach Russland«. Offiziell bekannte sich Kiew aber nicht zu den Attacken.
Auf der Krim seien 16 Drohnen durch die »Luftabwehr zerstört« und die restlichen neun durch »elektronische Kampfführung neutralisiert« worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Es habe keine Opfer gegeben. Die Krim, die 2014 von Russland annektiert wurde, ist in den vergangenen Wochen Ziel zunehmender Angriffe geworden. Kiew hatte wiederholt erklärt, dass es die Rückeroberung der Halbinsel anstrebe.
Zuvor hatten die russischen Behörden bereits den Abschuss von drei ukrainischen Drohnen in der Hauptstadt Moskau gemeldet. Eine der Drohnen sei am Stadtrand abgeschossen, zwei weitere »durch elektronische Kampfführung ausgeschaltet« worden und in einen Bürokomplex eingeschlagen. Das Verteidigungsministerium sprach von einem »versuchten Terrorangriff«. Es habe keine Verletzten gegeben.
Der internationale Flughafen Wnukowo im Großraum Moskau musste kurzzeitig geschlossen werden. Sämtliche Flüge seien auf andere Flughäfen umgeleitet worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Kurz darauf sei der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen worden.
Moskau liegt rund 500 Kilometer von der Grenze Russlands zur Ukraine entfernt. Das Stadtgebiet und das Umland der russischen Hauptstadt waren seit dem Beginn des Ukrainekriegs zunächst nur selten ins Visier geraten. Zuletzt aber gab es mehrere Drohnenangriffe auf Moskau, für die russische Behörden die Ukraine verantwortlich machten.
Internationale Reaktionen
Vertreter mehrerer Länder bereiten nach ukrainischen Angaben ein Treffen in Saudi-Arabien vor. Dabei soll es um den Friedensplan von Präsident Selenskyj gehen, der den Abzug aller russischer Truppen aus der Ukraine vorsieht, teilte Präsidialamtsleiter Jermak mit. Der Plan werde in drei Phasen diskutiert, die in ein Treffen der Staats- und Regierungschefs münden sollen. Die Zeitung »Wall Street Journal« berichtete am Samstag erstmals über das Treffen in Saudi-Arabien, das am 5. und 6. August in Dschidda stattfinden soll. Wann das nächste Treffen stattfinden soll, ließ Jermak offen.

