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News zum Russland-Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zu Montag (19. Dezember)

December 19
07:07 2022

Die ukrainische Hauptstadt wird erneut angegriffen. Russische Soldaten sollen an einer Militärübung in Belarus teilnehmen. Und: Putin trifft heute Machthaber Lukaschenko in Minsk. Die jüngsten Entwicklungen.

Was in den vergangenen Stunden geschah

In der ukrainischen Hauptstadt waren am frühen Montagmorgen mehrere Explosionen zu hören. Das berichteten Augenzeugen aus Kiew. Details über mögliche Opfer oder Schäden sind noch nicht bekannt.

Der Gouverneur der Region Kiew, Oleksiy Kuleba, sprach von einem Drohnenangriff. Es war nicht sofort klar, ob es sich bei den Explosionen um Einschläge handelte – oder um Luftabwehrsysteme, die die Drohnen zerstörten.

Von der Militärverwaltung in Kiew hieß es via Telegram, im Luftraum über der Stadt seien in den frühen Morgenstunden neun Drohnen abgeschossen worden. »Der Luftalarm über Kiew dauert an.«

Das sagt Kiew

Die ukrainische Militärführung befürchtet neue russische Raketenangriffe zum Jahreswechsel. Wie Armeesprecher Juri Ignat am Sonntag erklärte, werde nicht ausgeschlossen, dass der Gegner zum Jahresende auf diese Art »gratuliere«. »Sie haben einen klaren Plan, in dem sie prioritäre Ziele festgeschrieben haben.« Dabei solle der Ukraine möglichst großer Schaden zugefügt werden.

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bedauert, dass der Fußball-Weltverband Fifa eine Bitte um eine Friedensbotschaft vor dem Finale der WM in Katar abgelehnt hat. »Dennoch: Obwohl die Fifa verhinderte, dass dieser Aufruf vor dem Endspiel in Katar im Stadion gezeigt wurde, vernahm die Welt unsere Botschaft«, sagte Selenskyj am Sonntagabend in seiner täglichen Videobotschaft. Der Weltverband hatte dementiert, eine Anfrage aus der Ukraine erhalten zu haben.

Selenskyj erklärte auch, dass die Ukraine auf alle denkbaren Szenarien an den Grenzen zu Russland und Belarus vorbereitet sei. Der Schutz der Grenzen sei vorrangig, sagte er. Derzeit wird über eine neue russische Offensive spekuliert, die möglicherweise von Belarus ausgehen könnte. Am Montag reist Russlands Präsident Wladimir Putin nach Belarus, um Machthaber Alexander Lukaschenko zu treffen.

Die ukrainischen Streitkräfte halten derweil die Stadt Bachmut im Osten des Landes: Auch das sagte Selenskyj während seiner Rede. In der Stadt im Donbass hatte es heftigste Gefechte gegeben.

In seiner nächtlichen Videoansprache verkündete Selenskyj, dass weitere drei Millionen Menschen in der Ukraine wieder Zugang zu Strom hätten. »Plus sechs Millionen gestern. Das heißt, nach den Terroranschlägen am Freitag haben wir bereits Ergebnisse für neun Millionen unserer Leute«, sagte Selenskyj.

Das russische Militär greift seit einigen Wochen gezielt das energetische Versorgungsnetz der Ukraine mit Raketen und Marschflugkörpern an. Als Folge bricht in der Ukraine die Versorgung mit Strom, Wasser und Fernwärme immer wieder zusammen. Damit soll vor allem die Zivilbevölkerung in diesem Winter unter Druck gesetzt werden. Zuletzt startete Russland am Freitag einen Großangriff mit über 70 Projektilen, die unter anderem für schwere Schäden in Kiew sorgten.

Das sagt Moskau

Im Oktober hatte Russland Tausende Soldaten nach Belarus verlegt. Diese sollen nun an taktischen Militärübungen teilnehmen: Das berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Montag unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau. »Die endgültige Bewertung der Kampffähigkeit und der Kampfbereitschaft der Einheiten wird vom Kommando in der letzten Phase der Koordinierung – nach Durchführung der taktischen Bataillonsübungen – vorgenommen.«

Noch ist unklar, wann und wo genau die Übungen stattfinden soll.

Das Verteidigungsministerium in Belarus hatte im Oktober mitgeteilt, dass 9000 russische Soldaten als Teil einer »regionalen Gruppe« von Streitkräften in das Land ziehen würden. Der Auftrag der Soldaten bestehe »ausschließlich darin, den Schutz und die Verteidigung der Grenze zu stärken«. Die Aussage hatte damals Befürchtungen ausgelöst, belarussische Soldaten könnten gemeinsam mit der russischen Armee im Osten der Ukraine eingesetzt werden.

Internationale Reaktionen

Großbritannien will der Ukraine auch im kommenden Jahr kontinuierlich Rüstungsgüter liefern. Man werde im Laufe des Jahres mehrere Hunderttausend Schuss Artilleriemunition im Wert von rund 250 Millionen Pfund (rund 286 Millionen Euro) liefern, kündigte die britische Regierung am Sonntagabend an. Damit solle eine kontinuierliche Versorgung der Ukraine sichergestellt werden.

Bislang hat Großbritannien nach eigenen Angaben der Ukraine seit Beginn des Krieges mehr als 100.000 Schuss Artilleriemunition sowie mehrere Raketensysteme und kürzlich 125 Flugabwehrgeschütze geliefert. Die Briten sehen sich damit als führend in Europa an.

Humanitäre Folgen

Der Kinderschutzbund warnt vor wachsender Kinderarmut im kommenden Jahr. Diese habe sich seit Jahren bereits verschärft und werde durch die ökonomischen Folgen des Krieges in der Ukraine noch einmal schlimmer, sagte der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten«.

»Die Inflation trifft Familien, die nur wenig Geld zur Verfügung haben, besonders hart. Die Kinderarmut wird im kommenden Jahr also noch einmal deutlich zunehmen.« Mehr dazu erfahren Sie hier.

Was heute passiert

  • Russlands Präsident Wladimir Putin wird heute in Belarus Machthaber Alexander Lukaschenko treffen. Unter anderem wollen die Langzeit-Staatschefs über die strategische Partnerschaft der beiden Länder sprechen, sowie über regionale und internationalen Fragen. Putin hatte Lukaschenko zuletzt 2019 in Minsk besucht. Heute wird der Kremlchef von mehreren Regierungsmitgliedern begleitet.

    International ist Russland seit dem Überfall auf die Ukraine weitgehend isoliert – eine Ausnahme macht hier Lukaschenko. Er ist von Putin politisch und wirtschaftlich abhängig. Zu Beginn der Invasion hat er der russischen Armee ermöglicht, über belarussisches Staatsgebiet auf die Ukraine vorzurücken. Der Diktator stellt auch Militärstützpunkte für Angriffe auf die Ukraine zur Verfügung, weist aber den Vorwurf zurück, Kriegspartei zu sein.

  • Die Energieminister der EU-Staaten treffen sich heute ab 9 Uhr, um einen europäischen Gaspreisdeckel zu verabschieden. Seit Monaten wird in Brüssel über einen solchen Mechanismus gestritten, um die wegen des Krieges stark schwankenden Gaspreise zu kontrollieren. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und seine Kollegen sollen nun liefern. Die Staats- und Regierungschefs hatten ihnen dafür beim EU-Gipfel vergangene Woche das Mandat erteilt .

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