Neubewertung nach dem Krieg: Rubio: Nato darf “keine Einbahnstraße sein”
Politik
Neubewertung nach dem KriegRubio: Nato darf "keine Einbahnstraße sein"
31.03.2026, 04:15 Uhr Artikel anhören(03:48 min)00:00 / 03:48
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Der US-Präsident ist enttäuscht über mangelnde Unterstützung der Nato-Partner im Krieg gegen den Iran. Jetzt übt auch Außenminister Rubio Kritik. Ein Land steht dabei besonders im Fokus.
US-Außenminister Marco Rubio hat Spanien und andere Nato-Partner für mangelnde Unterstützung im Krieg gegen den Iran kritisiert – und eine spätere Neubewertung der Allianz durch die USA nahegelegt. Die USA müssten in einer Zeit, in der man die Verbündeten brauche, feststellen, dass Nato-Mitglied Spanien, zu dessen Verteidigung man sich verpflichtet habe, den Vereinigten Staaten die Nutzung seines Luftraums verweigere und damit prahle, sagte Rubio dem Sender Al Jazeera laut einer Mitschrift seines Ministeriums. Er bemängelte zudem, dass die USA in Spanien und andernorts auf Widerstand bei der Nutzung von Stützpunkten gestoßen seien.
Die Nato sei nützlich für die USA, weil es dem Land ermögliche, Soldaten und militärische Ausrüstung an anderen Orten zu stationieren, räumte Rubio ein. Wenn es bei der Allianz aber nur darum gehe, dass die USA Europa im Falle eines Angriffs verteidigten, den Vereinigten Staaten aber die Nutzung von Stützpunkten verweigert werde, wenn sie es bräuchten, sei das keine gute Vereinbarung. Da falle es schwer, dabei zu bleiben und zu sagen, dass das gut für die USA sei, meinte Rubio weiter.
Nach dem Krieg müssten die USA all das neu bewerten, betonte er. Die Nato sei ein Bündnis und dürfe als solches "keine Einbahnstraße sein". Rubio fügte hinzu: "Hoffen wir, dass wir das in Ordnung bringen können."
Die spanische Regierung hatte jüngst ihren Luftraum für alle Flugzeuge gesperrt, die mit dem Krieg gegen den Iran in Verbindung stehen. Bereits kurz nach Kriegsbeginn vor gut einem Monat hatte sie den USA die Nutzung der Militärbasen Rota und Morón für die Einsätze gegen den Iran untersagt. Diese Stützpunkte in Andalusien im Süden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA betrieben.
Trump spricht von "großem Fehler"
Trump teilte wegen der aus seiner Sicht mangelnden Unterstützung im Krieg mit dem Iran zuletzt mehrfach gegen Nato-Partner aus. Mit Blick auf die US-Nutzung von Militärstützpunkten in Europa hatte der US-Präsident auch Großbritannien dafür kritisiert, dass es eine Genehmigung erst mit Verzögerung erteilt hatte.
Trump erwähnt Merz namentlichUS-Präsident stellt Beistand für europäische Verbündete infrage
Enttäuscht zeigte er sich auch darüber, dass sich die Europäer nicht an einem militärischen Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen wollen. "Sie waren einfach nicht da", sagte Trump am vergangenen Freitag bei einem Wirtschaftsforum in Miami. "Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?" Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zuvor betont: "Das ist nicht unser Krieg".
"Wir geben jährlich Hunderte von Milliarden Dollar für die Nato aus, Hunderte, um sie zu schützen, und wir wären immer für sie da, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, müssen wir das wohl nicht mehr, oder?" fügte Trump hinzu. Der US-Präsident sprach von einem "großen Fehler", den die Nato-Partner begangen hätten.
Ein wichtiger Grundpfeiler des Verteidigungsbündnisses ist die gegenseitige Beistandspflicht der Verbündeten im Angriffsfall nach Artikel 5. Der von den USA und Israel begonnene Iran-Krieg ist davon nicht abgedeckt.

