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Nach juristischem Tauziehen: Berliner Mohrenstrasse kann doch umbenannt werden

August 23
02:06 2025

Panorama

Die neuen Schilder sind schon angebracht: Aus der Mohrenstraße wird die Anton-Wilhelm-Amo-Straße.

Die neuen Schilder sind schon angebracht: Aus der Mohrenstraße wird die Anton-Wilhelm-Amo-Straße.

Die Berliner Mohrenstraße soll einen neuen Namen bekommen, doch es gibt Widerstände. Mit einem Eilantrag versucht ein Anwohner, die Umbenennung in letzter Minute zu verhindern. Zuerst sieht es so aus, als würde es gelingen – jetzt kann der Festakt aber doch stattfinden.

Die Berliner Mohrenstraße kann nun doch in Anton-Wilhelm-Amo-Straße umbenannt werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) im Eilverfahren entschieden, wie ein Gerichtssprecher am Abend mitteilte. Damit war die Beschwerde des Bezirks Mitte gegen eine Entscheidung der Vorinstanz erfolgreich – nur wenige Stunden vor einem geplanten Festakt zur Umbenennung.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte am Vorabend überraschend dem Eilantrag eines Anwohners stattgegeben, der die Umbenennung praktisch in letzter Minute verhindern wollte (VG 1 L 682/25). Damit entwickelte sich der jahrelange Streit um die Umbenennung erneut zum juristischen Tauziehen. Die Bezirksbürgermeisterin Stefanie Remlinger von den Grünen wollte diese Entscheidung nicht hinnehmen, ihre Behörde legte Beschwerde dagegen ein.

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Panorama 22.08.25 Kurz vor offizieller Einweihung Gericht stoppt vorerst Umbenennung der Berliner Mohrenstraße

Mit Erfolg: Bei der Abwägung der Interessen sei maßgeblich zu berücksichtigen, dass ein Erfolg der Klagen der Anwohner nach dem gegenwärtigen Stand in hohem Maße unwahrscheinlich sei, hieß es nun vom OVG. Es sei nicht ersichtlich, dass sich in den Klageverfahren an der Beurteilung der Rechtmäßigkeit der Straßenumbenennung etwas ändern werde – zumal die gerichtliche Überprüfung einer Straßenumbenennung nach dem Berliner Landesrecht stark eingeschränkt sei, hieß es vom OVG.

Klagen laufen weiter – haben aber wenig Aussicht auf Erfolg

Damit kann an diesem Samstag der offizielle Festakt zur neuen Namensgebung der Straße in der Berliner Mitte wie geplant erfolgen. Sie trägt fortan den Namen Anton-Wilhelm-Amo-Straße.

Der seit Jahren andauernde Streit um die Umbenennung ist damit allerdings nicht beendet. Noch immer sind Verfahren gegen die behördliche Anordnung offen. Allerdings hatte schon das Verwaltungsgericht in seinem Beschluss deutlich gemacht, dass die Anwohnerklagen gegen die Umbenennung wenig Erfolg haben dürften.

Diskussionen über eine Umbenennung der Mohrenstraße gibt es schon seit den 1990er Jahren. Der Bezirk und mehrere Initiativen haben den Namenswechsel seit Jahren vorangetrieben, da der Begriff "Mohr" rassistisch konnotiert ist. Der geplante neue Name geht auf den aus Westafrika stammenden Gelehrten Anton Wilhelm Amo zurück, der im 18. Jahrhundert hierzulande wirkte. Er gilt als erster bekannter schwarzer Philosoph und Jurist an deutschen Universitäten.

Erste Straßenschilder mit Amos Namen hängen bereits. Am Freitag brachten Handwerker weitere an. Am Samstag – dem Internationalen Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel und seine Abschaffung – sollen sie symbolisch enthüllt und die Straße damit offiziell umbenannt werden.

Seit Jahren laufen mehrere Klagen von Anwohnern gegen den Plan. Sie argumentierten, die Namensgebung für die Mohrenstraße vor 300 Jahren sei nicht rassistisch, sondern wertschätzend gemeint. Viele historische Straßennamen hätten mehrere Seiten, aber sie seien Teil der Geschichte der Stadt und man müsse sie erklären. Die Herkunft des Namens Mohrenstraße ist allerdings nicht abschließend geklärt.

Quelle: ntv.de, ino/dpa

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