Mutiertes Coronavirus: Was eine ansteckendere Virusvariante für Deutschland bedeuten würde
Icon: vergrößernSchlange vor Corona-Schnelltest-Zentrum in Berlin: Forscher gehen davon aus, dass die Impfstoffe wirksam bleiben
Foto: Christoph Soeder / dpa
Seit September 2020 breitet sich in London, im Südosten und Osten von England eine neue Variante des Coronavirus Sars-CoV-2 aus. Dass allein wäre noch kein Grund zur Sorge, doch im Gegensatz zu früheren Mutationen könnte der Erreger nun ansteckender geworden sein. Zwei Eigenschaften der sogenannten B.1.1.7-Linie bereiten Experten derzeit Kopfzerbrechen:
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Die neue Coronavirus-Variante verdrängt ältere Linien sehr schnell.
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Und bei zwei der Mutationen gibt es bereits Hinweise, dass sie dem Virus die Ausbreitung erleichtern könnten.
Auch in Dänemark, den Niederlanden, Australien und womöglich in Belgien wurden bereits vereinzelt Fälle identifiziert. Experten vermuten, dass die neue Linie womöglich auch unbemerkt in Deutschland kursiert.
»Wir sind gerade in einer vulnerablen Phase mit Höchstwerten bei den gemeldeten Neuinfektionen«, sagte Michael Hölscher, Direktor des Tropeninstituts der Uniklinik München, dem SPIEGEL. »Wenn sich bestätigt, dass der Virusvariante die Übertragung so viel leichter fällt, hätten wir ein echtes Problem.«

