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Moskau: Polizei nimmt Julia Nawalny fest

January 31
15:56 2021
Julia Nawalny (hier im August 2020 vor dem Krankenhaus im sibirischen Omsk, in dem ihr Mann nach seiner Vergiftung lag) Icon: vergrößern

Julia Nawalny (hier im August 2020 vor dem Krankenhaus im sibirischen Omsk, in dem ihr Mann nach seiner Vergiftung lag)

Foto: Christoph Soeder / dpa

Während der regierungskritischen Demonstrationen in Moskau wurde am Sonntag offenbar auch die Frau von Alexej Nawalny festgenommen. In einem auf Twitter veröffentlichten Video von Unterstützern des Kreml-Kritikers soll zu sehen sein, wie Julia Nawalny von Polizisten abgeführt und in einem Kleinbus weggebracht wird.

Die Beamten tragen schwere Uniformen, Schutzhelme und Knüppel. Sie gehören dem Anschein nach zur regulären Polizei. Im Hintergrund ist zu hören, wie Demonstranten den Namen von Julia Nawalny rufen. Das Video wurde von Vyacheslav Gimadi, dem Anwalt von Nawalnys Anti-Korruptions-Organisation FBK, hochgeladen.

Nur 18 Minuten vor der Veröffentlichung des Videos, das die Festnahme zeigen soll, hatte Julia Nawalny selbst noch einen Beitrag auf Instagram veröffentlicht. Das Bild zeigt sie inmitten einer größeren Menschenmenge, die offenbar an den Protesten gegen die Regierung teilnimmt. Zu dem Bild schrieb sie: »In Sokolniki ist es heute Klasse«, in Bezug auf den Moskauer Stadtteil. Nawalnys Aussage kann dabei auch als Aufruf an die Demonstranten gelesen werden, in Sokolniki zu demonstrieren und nicht an einem der anderen Orte in Moskau, für den ebenfalls Kundgebungen angekündigt waren.

Die Protestroute zu dem Gefängnis, in dem Alexej Nawalny eingesperrt worden sein soll, führt ebenfalls durch den Stadtteil Sokolniki. Die Haftanstalt mit dem Spitznamen »Matrosenruhe« gilt als berüchtigt. In der Vergangenheit hatte es dort mehrfach rätselhafte Todesfälle gegeben.

Rechtsanwalt Gimadi schrieb auf Twitter, dass Nawalny vor ihrer Festnahme an einem friedlichen Spaziergang teilgenommen habe. Ein Grund für die Festnahme sei ihr demnach nicht mitgeteilt worden.

Polizei geht landesweit gegen Proteste vor

Unterdessen gingen russische Sicherheitskräfte auch andernorts in Moskau und Russland erneut mit aller Macht gegen die Demonstranten vor. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation OVD-Info wurden bereits wenige Stunden nach Beginn der nicht genehmigten Demonstrationen am Sonntag mehr als zweitausend Menschen festgenommen. In Moskau riegelte die Polizei das Stadtzentrum ab und schloss mehrere U-Bahn-Stationen, um Menschenansammlungen zu verhindern.

Die Demonstranten kritisierten unter anderem das Vorgehen der Behörden gegen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny und forderten dessen Freilassung. Nach der Abriegelung des Stadtzentrums von Moskau versammelten sich die Menschen an verschiedenen anderen Stellen der Hauptstadt. Sie riefen »Putin ist ein Dieb« und forderten »Freiheit«. Laut OVD-Info nahmen die Sicherheitskräfte in Moskau mindestens 140 Menschen fest.

Icon: Der Spiegel

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