Mordfall Walter Lübcke: Kommt der Mitangeklagte frei?
Icon: vergrößernAngeklagter Markus H.: Rassist, Antisemit, Reichsbürger und Sammler verstörendster NS-Devotionalien
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Am Ende des 19. Verhandlungstages ließ Verteidigerin Nicole Schneiders Bilder aus den Asservaten ihres Mandanten Markus H. auf eine Leinwand im Gerichtssaal projizieren – und brachte den dringenden Tatverdacht gegen ihn ins Wanken. Markus H. ist wegen Beihilfe zum Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke angeklagt. Noch sitzt er in Untersuchungshaft.
Mehr als sechs Stunden lang war an diesem Tag seine Ex-Freundin Lisa-Marie D. als Zeugin vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main (OLG) befragt worden. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, sie ist vier Jahre alt. D. hatte Markus H. im Ermittlungsverfahren schwer belastet.
Sie hatte von gemeinsamen Schießübungen mit Stephan Ernst im Wald gesprochen und von H.s Wut auf Walter Lübcke. Ihren Angaben zufolge hatte er gefordert, der CDU-Politiker müsse "erhängt" werden. Und sie hatte gesagt, dass Außenstehende Markus H. als Denker und Stephan Ernst als Macher wahrgenommen hätten. Eine Aussage, die die Bundesanwaltschaft in ihrer Annahme bestätigte: Markus H. sei der ideologische Hetzer und Scharfmacher. Laut Anklage leistete H. psychische Beihilfe zum Mord.

